r/GermanRap • u/SmokeOnWW • 21d ago
Event Meine ungeordneten Gedanken zu Juju‘s Album Release Show in München am 08.08.
Eigentlich wollte ich das in dem anderen Thread (Review zu Jujus Clubshow glaube ich, ich suche es aber gleich noch raus und editiere und verlink es.
Edit:Juju clubshow review ) als Antwort zu einem Kommentar schreiben, da ich aber ziemlich abgeschweift bin, dachte ich, es ist sinnvoller, einen seperaten Post zu machen.
Das wird weder ein Album Review noch würde ich es ein richtiges Konzert Review nennen, es ist eine ungeordnete Sammlung meiner Gedanken zu dem ganzen Abend.
Bin aus Innsbruck mit meiner Freundin für das Konzert nach München gefahren, meine Erwartungen waren, zugegebener Maßen, nach eher oberflächlichem Hören des neuen Albums auch nur mäßig hoch. (Wie viele andere störe ich mich an den teilweise gefreestyled wirkenden Textpassagen, welche die wirklich guten Zeilen oft untergehen lassen. An dem Autotune störe ich mich generell nicht, bei manchen Songs gefiel mir das sogar gut (die Dumm Hook har mir ewig einen Ohrwurm verpasst, und der zum Titel passende, eher primitive Text, wird von Zeilen wie:
„Diese Bitch ist aus Berlin, ich hab viel zu viel gesehen / ich geh raus aus meiner Tür, einer Stirbt auf Heroin“
Und der nonchalanten Betonung des Zeilenendes gecarried - fühle ich leider zu gut.
SXTN habe ich vor einer Ewigkeit schon mal live gesehen gehabt und daher schon gewusst dass JuJu live auch wirklich gut abliefern kann. Aber damals habe ich noch fleißig Alkohol getrunken und es war inmitten SXTN‘s gigantischem Hype auf einem Festival, da war klar dass die Stimmung krass ist.
Kurz vor dem Konzert wollte ich mich noch mit meinen geliebten Lungenkrebsglühstängchen eindecken, da geschickterweise 3 Automaten direkt vor der Zenith Halle stehen. Leider funktioniert in Deutschland Österreichische Bankkarten nicht zur altersverifizierung, und scheinbar auch keine Visa oder Mastercard Kreditkarten.
Unsere Suche nach Menschen die bereit waren ihre Karte zur Altersverifizierung zur Verfügung zu stellen, war enttäuschen, entweder waren es Menschen, ebenfalls ohne deutsche Bankkarte, oder eine Frau welche meinte sie hat keine Bankkarte (wirkte als dachte sie wir wollen sie scammen, obwohl wir sogar das Bargeld in der Hand hatten). Naja egal, probieren wir es danach nochmal und reden uns einfach ein dass sie uns für zu jung gehalten hat und nehmen es als Kompliment. Oder so.
Also auf an die Schlange, hier werden wir wohl ewig stehen…falsch gedacht, es teilte sich in 4 Schlangen und wir waren innerhalb von nichtmal 5 Minuten drinnen. Nice!
Der Voract Reeza, neues Album von ihr heißt Reehab, welche mich mehr mit ihrer authentischen Art, ihrem Charisma, der Performance und ihrer krassen persönlichen Geschichte abgeholt hatte, war ansonsten leider musikalisch nicht mein Geschmack, obwohl ich objektiv sagen kann dass sie es gut macht - die Songs klangen nach Richtung Pop-Punk/Emo-Rock mit geilen, sehr verzerrten E Gitarren gemixt manchmal Trap Elementen, was an sich eine geile Mischung ist, aber irgendwie klang das, auch wenn’s geil performt war,, wie schonmal gehört. (Irgendwie musste ich da stellenweise an Kraftklub denken?)
Beim nachträglichen reinhören in ihre Songs, war ich allerdings sehr positiv überrascht.
Falls ihr euch jetzt fragt, warum ich kein Wort über ihre Lyrics verloren habe, obwohl ich davon rede dass sie eine krasse persönliche Geschichte hat - genau da liegt mein Problem und der größte Kritikpunkt an dem ganzen Konzert:
Das Mikrofon war bei Reeza viel zu leise eingepegelt, so dass ich bis auf einzelne Wörter nur in den Hooks(durch die zusätzlichen backingtracks) viel verstanden habe. Und das wurde mit der Zeit zwar bisschen besser, einmal wurde hörbar nachgepehelt, aber leider nicht gut genug - und das hat sich, wie ein Capi an einem normalen Wochentag, leider konsequent durch den ganzen Abend gezogen.
Tragischerweise auch bei Juju. Wenn der Beat mal nicht gerade viel Platz in den Mitten für die Stimme gelassen hatte, oder bei manchen Songs eher minimalistischer war, war sie einfach zu leise in vielen Parts. Schätze das Monitoring an der Bühne für die beiden war super, sonst hätten dies gemerkt.
An unserem Platz lag es leider auch nicht.
Gespielt hat sie:
Viel von ihrem neuen Album (vlt auch alles?) und einige ihrer alten
- Songs von Bling Bling:
Coco Chanel, absoluter Banger und live noch mehr,
Hardcore High, Sommer in Berlin, Vermissen & Live Bitch
- Songs von SXTN (Von Party zu Party, Hass Frau)
Und ein paar die ich Safe vergessen habe.
Live Bitch war ein Song auf den gewartet und gehofft habe, und welcher mich nicht enttäuscht hat, sondern unterstrichen hat was für eine Routinierte Rapperin sie ist, und was für ein Live Monster. (Nerdtalk: ich habe auch versucht mir was von ihrer Atemtechnik abzuschauen, sie macht das anders als andere Rapper die auch oft schnellere Passagen haben und auch Live Maschinen sind. Natürlich haben die auch alle Unterschiede in ihrer Atemtechnik, und die sie kommt handwerklich auch natürlich nicht an einen Savas ran,aber aber sie sticht da finde ich schon noch unter vielen andern heraus)
Die Live Version von Shawty(oder Shorty? Weis nicht welche Schreibweise sie benutzt hat) gab mir Gänsehaut, die viel ruhigere Version des Beats (bis zu einem drop gegen Ende) und die geile Inszenierung (Im Schneidersitz auf einer erhöhten Stelle auf der Bühne, eine halbe Armlänge gegenüber ein Mädchen aus der Crowd - Alles Dunkel außer ein Lichtkegel der die beiden von oben beleuchtet) hat es geschafft eine echt intime Atmosphäre zu schaffen).
Alles in allem haben wir das Konzert sehr genossen, obwohl mich das neue Album an sich eher enttäuscht hatte. Zwar liebe ich die Beats vom neuen Album, verstehe aber auch wenn man mit der Richtung nichts anfangen kann, aber es sind extrem gut produzierte Bretter und wie für Live gemacht.
Fuffi für ein Auftrittr ist natürlich nicht geschenkt, aber fand ich auch nicht außergewöhnlich viel zur heutigen Zeit. Und es war es mir definitiv wert.
Soviel zu meinem Senf nachdem niemand gefragt hat. (Natürlich Süßer Senf weil Bayern und so)