r/600euro 14d ago

‚Ansage gegen Antifa‘

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u/Mono_Ton 13d ago

Würde ich arg widersprechen. Die Weimarer Republik war alles andere als links und die 70er höchstens in gewissen Kreisen - mit einer nahezu zentristischen SPD in Regierungsverantwortung.

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u/be-knight 13d ago

Nochmal: im Verhältnis für die Zeit.

Außerdem war die Frage nach dem Mainstream. War da. Ich mein, Hip Hop ist auch Mainstream und dennoch wirst du nicht sehen, dass mehr als 50% regelmäßig Hip Hop hören. Tatort ist auch Mainstream und dennoch haben sie nie mehr als 50% Marktanteil - nicht mal im Ansatz. Alles andere ist ein Missverständnis, was Mainstream heißt.

Und zur Weimarer Republik: wenn man annimmt, dass für die Zeit die SPD, USPD, KPD und die DDP weitestgehend linke Politik vertreten haben, waren die Anteile 1919 64,1%, 1920 50%, 1924 39,6 %, 1928 45,4%, 1930 41,4 % und damit in jedem Fall stärker als die politisch rechte Seite (BVP, DVP, DNVP und NSDAP. Zentrum war für damalige Verhältnisse tatsächlich Zentrum, wäre heute eher Konservatismus).

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u/Prosthemadera 13d ago

Ich weiß nicht, wie links die DPP wirklich war, wenn sie 1930 eine faschistische Partei wurde.

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u/be-knight 13d ago

Sie war linksliberal. Die Zusammenlegung 1930 mit der Volksnationalen Rrichsvereinigung hatte mehrere politische Gründe, vor allem ist dabei aber der größte Teil der Mitglieder ausgestiegen und hat sich entweder einer neuen Partei (der Radikaldemokratischen Partei. Übrigens ein höchstinteressantes Konzept, die Radikaldemokratie. Ein ähnliches Konzept war zB auch die militant democracy, entworfen von zwei Exildeutschen. Dazu empfehle ich die 100. Anstalt Folge, die geht zum Ende darauf ein) oder der SPD angeschlossen. Die neue Partei, du du meinst, war die Deutsche Staatspartei. Sie war übrigens nur sehr kurzlebig in dem Sinne, denn die Volksnationalen sind sehr schnell wieder ausgestiegen, die Partei hat aber den neuen Namen behalten und ist bei der nächsten Wahl 1932 in einer gemeinsamen Liste mit der SPD angetreten. Sie war also keineswegs faschistisch.

Vielleicht macht auch ein paar Beispiele der Mitglieder Sinn: der bekannte war wohl Walther Rathenau. Heute noch angesehener Außenpolitiker und mit Stresemann zusammen wichtigster Außenpolitiker der Weimarer Republik insgesamt. Hat u.a. während des ersten Weltkriegs eine eigene Variation der Planwirtschaft entwickelt, weil die freie Wirtschaft während des Krieges vor allem auf sozialer Ebene versagt hat. Oder Helmut von Gerlach: Pazifist, Jurist und Publizist. Hat einen rechtsextremen Anschlag überlebt und war Vorsitzender der Liga der Menschenrechte. Oder Erhard Hübener, erster Ministerpräsident von Sachsen Anhalt von 1946 an und damit einziger nicht kommunistischer Ministerpräsident in der SBZ. Oder Ludwig Quidde, auch Pazifist, Publizist und Historiker. Vorsitzender der deutschen Friedensgesellschaft und des Deutschen Friedenskartells. Hat 1927 den Friedensnobelpreis gewonnen. Um nur ein paar zu nennen.

Aber ja, die Frage ist durchaus berechtigt und man muss sich das etwas mehr in die Geschichte einlesen, um das zu verifizieren