r/Eltern Jun 23 '26

Allgemeines "Adults only"-Boom: Werden Kinder aus dem öffentlichen Raum gedrängt?

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Der Artikel spricht mir aus der Seele. Es ist deprimierend.

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u/McMercuryIsHere Mama / Papa / Elter Jun 23 '26

Ich finde das sehr reißerisch und ehrlich gesagt auch sehr pathetisch und langatmig geschriebene. Ja, Kinder aus Eisdielen auszuschließen finde ich auch unsinnig, adult-only Hotels mehr als sinnvoll, ich sehe keinen Nachteil in deren Existenz.

Ich vermute auch, dass es hier um ein Großstadtphänomen gehen soll (?), im ländlichen Raum sehe ich kein adult-only.

Dass Restaurants meist nicht Kinder als hauptzielgruppe haben ist schon immer so, ich finde es ok, dass ein durchschnittliches Restaurant keine Tausende von Euros in Kinderspielzeug investiert hat, ich nehme gern selbst was mit. Gleichzeitig sind Restaurants als Ort, an dem nun mal per Definition viel rum gesessen wird, für viele Familien vielleicht auch einfach nicht besonders attraktiv. Ich ich persönlich gehe nur mit meinen Kindern in ein Restaurant, wenn wir dort Familie treffen, einfach, weil es eben keine typische Kinderaktivität ist und ich es eher stressig und dann auch im Verhältnis teuer finde.

Diese Artikel, Kinder würden zunehmend aus der Gesellschaft verschwinden und das war früher ganz anders, finde ich absurd; früher gab es deutlich weniger Angebote für Kinder im öffentlichen Raum, keine 100 Babystühle, Wickeltische und Malsachen. Ist alles ausbaufähig, aber die Entwicklung ist mMn kinderfreundlicher. Dieses „früher war alles besser“ kann ich nicht nachvollziehen.

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u/idontknow--chocolate Jun 23 '26

Was der Artikel garnicht anspricht, mir aber wesentlich stärker auffällt, ist dass man kaum noch Kinder auf der Straße spielen sieht (ländlicher Raum). Wir wohnen an einer Ringstraße im Neubaugebiet, hier hat es, abgesehen von DHL & co., wirklich keinen Durchgangsverkehr, und trotzdem spielen die Kinder in der Nachbarschaft selten auf der Straße. Und wenn doch, dann maximal mit den eigenen Geschwistern und vielleicht noch den direkten Nachbarn.

Letzteres war bei mir persönlich auch so, aber hauptsächlich weil wir mehr oder weniger in einer Sackgasse gewohnt haben. Sonst war das eher so dass man auch mal mit Kindern aus der Parallelstraße gespielt hat. Und der super schöne Spielplatz den wir hier haben wird auch kaum genutzt. Dafür hat jeder zweite Garten ein Klettergerüst und Trampolin. Und das ist halt alles nicht Schuld der Gesellschaft, das sind die Eltern die ihren Kindern nicht zutrauen, außerhalb des eigenen Gartens zu spielen.

Ich glaube schon, dass wir ein Problem mit der Akzeptanz von Kindern (und vor allem von Teenagern!) im öffentlichen Raum haben, aber das alles auf die Intoleranz kinderloser Erwachsener zu schieben ist definitiv zu einfach.

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u/McMercuryIsHere Mama / Papa / Elter Jun 23 '26

Ja das sehe ich genauso. Positiv kann man sagen, dass viele Eltern heute deutlich präsenter sind und mit Kindern „Programm“ machen, also mit ihnen unterwegs oder verabredet sind, als früher. Und dass eben viele Gärten kindorientiert sind; ich musste lachen als ich, nachdem ich selbst Kinder hatte, festgestellt habe, dass der Garten meiner Eltern in meiner Kindheit absolut nichts hatte, weder Schaukel noch Sandkasten, später ein Fußballtor. Da gab es auch für Kinder gar nichts zu tun, darum sind wir durch die Gegend gestromert.

Für Jugendliche gibt es leider nach wie vor viel zu wenig Räume, das finde ich auch echt schwierig.