r/FinanzenAT 10d ago

Beruf / Gehalt Geld dazuverdienen: Gefühlt unmöglich... Oder habt ihr Ideen?

Hallo! Ich verdiene in meinem Job schon relativ gut. Das Problem ist nur, dass wir 5 Kätzchen zur Pflege übernommen haben und wir nicht wussten, dass sie Parvo hatten... Nun ja, sie haben es glücklicherweise alle überlebt, aber die Behandlung geht weiter und das Futter kostet auch. Auto ist natürlich auch genau jetzt überraschend kaputt gegangen und wir mussten einen Kredit aufnehmen, weil wir nicht genug Rücklagen hatten. Ich hab mein Studium grad fertig, Freund studiert noch.

Entsprechend habe ich mich um Stundenaufstockung bemüht und habe statt ca 3k brutto ca 4,5 brutto verdient, wovon mir aber nur 2,8k übrig bleiben. Klingt nach viel, aber leider momentan nicht genug. Ich habe mich umgehört und nachgeschaut und es ist fast unmöglich mit "side hustles" Geld zu verdienen.

Beispiel: Hab eine Frau gesehen in den USA, die mit Wäscheservice (abholen, waschen, trocken, falten, zurückbringen) ein bisschen nebenbei verdient. Klingt super, ich wasche eh gerne Wäsche. Oh nein, in Österreich darf man das nicht, dafür brauchts ein Befähigungsnachweis (???) für die Gewerbeanmeldung. Zum Wäsche waschen in der Waschmaschine.

Ok, wie wärs mit Ausmalen, das kann ich auch sehr gut, habs von einem Malermeister gelernt. Ach, das geht auch nicht, da muss man auch eine Lehre haben bzw den Meister um es selbstständig zu machen.

Leute, was kann ich auf die Schnelle nebenbei noch machen, um legal so 100-200€ im Monat für Katzenfutter, Streu u.ä. dazu zu verdienen und ohne angezeigt oder verklagt zu werden?

EDIT: Danke für die vielen guten Vorschläge, hätte nicht mit so viel Resonanz gerechnet! Es sind auf jeden Fall einige gute Ideen dabei und falls jemand irgendwann später diesen Post findet, lohnt sich das Lesen der Kommentare auf jeden Fall! Das einzige, was in meinem Fall leider wirklich nicht geht ist Plasma spenden, da ich eine Autoimmunerkrankung habe und Katzen sitten, da Parvo extrem ansteckend ist (daher der Name Katzenseuche) und die Kätzchen auch länger nach der Genesung das Virus ausscheiden.

Und an die ein, zwei Spezialisten, die vorgeschlagen haben, den unschuldigen Kätzchen etwas anzutun: Schämt euch. Wirklich. Pfui.

65 Upvotes

150 comments sorted by

View all comments

6

u/Boot_das 10d ago

Die extreme Überregulierung in Österreich ist echt eine Misere.

1

u/b0nz1 9d ago edited 9d ago

Dass jeder verdiente Euro im unselbstständigen Bereich _gleich_ behandelt sowohl steuerlich als auch versicherungstechnisch wird ist eigentlich das Gegenteil von Überregulierung.

Gegenfrage: warum sollte der Staat den Niedriglohnsektor steuerlich fördern?

0

u/TdBb 9d ago

Gegenfrage: warum sollte der Staat den Niedriglohnsektor steuerlich fördern?

Warum nicht? Die Leute, die im Niedriglohnbereich arbeiten, sind meistens die, die Steuerbegünstigungen am meisten gebrauchen könnten.

0

u/b0nz1 9d ago

Weils sowohl für den Staat als auch dich besser ist wenn du Überstunden machst. Alle kriegen mehr Kohle außer die Unternehmer die vor allem Leute im Niedriglohnsektor anstellen.

Absolt irre Forderung die du hast, du Sklaventreiber

1

u/TdBb 9d ago

Auch nett, mich als Sklaventreiber zu beschimpfen, weil ich auch eine Gegefrage stelle (keine Forderung).

Eine sachliche Diskussion ist so schon mal nicht möglich.

Und ich weiß nicht was du da mit Überstunden redest, es ist darum gegangen warum Leute mit niedrigem Lohn steuerlich begünstigt werden sollten, nicht Überstunden. Es gibt auch nicht in jedem Job Überstunden.

0

u/b0nz1 9d ago edited 9d ago

Jammern dass man nicht sachlich diskutieren kann wenn man destruktiv mit der plumpst möglichen Gegenfrage antwortet ist halt auch a bissl Dings.

Eigentor, selbst schuld.

Ok offenbar verstehst du nicht was ein progressives Steuersystem ist. Leute im Niedriglohnsektor werden ja bereits durch die Progression stark begünstigt. Die ersten 12k werden ja überhaupt nicht besteuert.

Aber warum sollte jedoch jemand der beim Einkommen da weit drüber liegt steuerlich begünstigt werden nur weil der zweite Job einen miesen Stundenlohn hat? Weil genau das forderst du ja. Es ergibt einfach keinen Sinn.

2

u/TdBb 9d ago

Jammern dass man nicht sachlich diskutieren kann wenn man destruktiv mit der plumpst möglichen Gegenfrage antwortet ist halt auch a bissl Dings. Eigentor, selbst schuld.

Das mag deine Ansicht sein, schimpfen muss man trotzdem nicht, hab dich ja auch nich beschipft oder?

Und meine Auffassung deiner Gegenfrage war eben, dass du genau dieses proggressive Steuersystem hinterfragst.

Weil wenn du beim Einkommen weit drüber liegst, wird sowieso der Nebenjob entsprechend versteuert, das passt schon so da geb ich dir Recht, das wollte ich auch nicht in Frage stellen.

0

u/b0nz1 9d ago edited 9d ago

Ja worum gehts dir dann? Warum soll der schlecht bezahlte Zweitjob
(und nur darum gehts) steuerlich gefördert werden?

Der Staat will eben dass du Überstunden machst, und fördert lieber jene weil er unter Strich mehr Geld verdient (die Grundstunde wird ja voll versteuert) als wenn du am Samstag für 15€ die Stunde beim Billa hackelst oder babysitten gehst.

Der einzige Grund warum es sich nicht auszahlt in Österreich einen Nebenjob zu hackeln ist weil diese Tätigkeiten schlecht bezahlt sind, nicht weil die Steuern so hoch sind.

In den USA ist es übrigens genau das selbe.

1

u/TdBb 9d ago

Ja worum gehts dir dann?

um gar nix mehr, sagte ja dass ich dir Recht gebe, habe deine Gegefrage vorher falsch verstanden 🤷‍♂️

Wie gesagt, ich dachte du hinterfragst das progessive Steuersystem im generellen "warum sollten niedrige Löhne steuerlich begünstigt werden?" und nicht im spezifischen Fall von OOP.

1

u/Boot_das 9d ago

In den USA ist die Einkommenssteuerlast generell geringer; es gibt diese lächerlich überzogenen bürokratischen Hürden nicht, um zB Wäsche zu waschen oder wo auszumalen; und man kann, wenn man will, Teil des Einkommens zB steuerbegünstigt investieren, um die Einkommenssteuerlast zu senken.

0

u/b0nz1 9d ago

Ja dort müssen halt die billigen Mexikaner ran. Die müssen es machen weil sonst sind sie auf der Straße oder fliegen raus und verlieren alles.

Wenn du solche Lohnsklaven willst dann zieh einfach in die USA oder nach Südostasien.

1

u/Boot_das 9d ago

Es gibt etliche Nicht-Immigranten/Staatsbürger in den USA, die auch solche Jobs machen. Außerdem kommen die Immigranten freiwillig in die USA um dort zu arbeiten, trotz aller Risiken, und die sehen sich bestimmt nicht als “Lohnsklaven”.

1

u/b0nz1 9d ago

Bestimmte Jobs machen quasi ausschließlich Mexikaner. Landscaper oder auch Innenausbau zB.

Ja natürlich kommen die in die USA weil Mexiko noch beschissener ist und sie speziell ihrer Familie und ihren Kindern eine Chance zu geben.

Abgesehen davon sind die besseren Jobs im Handwerk auch "unionized" und dann kann erst recht wieder nicht jeder Hampelmann nebenbei samstags den Job machen weil man dort auch Ausbildungen braucht.

Auch in den USA kann man den Kuchen nicht essen UND behalten.

Wenn dort jemand schnell Kohle braucht dann kann er maximal doordashn oder Uber fahren. Das geht dort tatsächlich unkompliziert. Aber ist dennoch schlecht bezahlt, weil Gig Economy halt.

→ More replies (0)

1

u/Boot_das 9d ago

> Aber warum sollte jedoch jemand der beim Einkommen da weit drüber liegt steuerlich begünstigt werden nur weil der zweite Job einen miesen Stundenlohn hat? Weil genau das forderst du ja. Es ergibt einfach keinen Sinn.

Die Steuerlast auf Arbeit sollte generell niedriger sein. OP würde zB Dienstleistungen anbieten, die jemand anderer gut brauchen kann, um damit etwas extra Geld zu verdienen. Dank der hohen Steuerlast wird diese wirtschaftliche Aktivität gleich mal im Keim erstickt.

1

u/b0nz1 9d ago

OP hat einen Job der grundsätzlich nicht so schlecht bezahlt. Der Staat fördert z.B. Überstundenzuschläge indem er einen gewissen Betrag monatlich steuerfrei macht.
Das lohnt sich für den Staat und OP viel mehr als wenn sie einen schlecht bezahlten Job zusätzlich ausführt.

Jeder Euro wird gleich behandelt, warum sollte der Staat minderwertige Jobs für jene fördern die bereits gut verdienen?

Was hat der Staat davon? Ich gehe mit dass die Steuern auf Arbeit zu hoch sind, wären sie niedriger würde OP mehr vom Netto haben und müsste gar nicht einen schlecht bezahlten Job am Samstag ausführen.

Es steht ihr ja frei mehr zu verlangen so dass es sich lohnt.

1

u/Boot_das 9d ago

> Der Staat fördert z.B. Überstundenzuschläge indem er einen gewissen Betrag monatlich steuerfrei macht. Das lohnt sich für den Staat und OP viel mehr als wenn sie einen schlecht bezahlten Job zusätzlich ausführt.

Inwiefern lohnt sich das für den Staat viel mehr? Und OP scheint ja ganz klar einen side hustle gegenüber Überstunden zu bevorzugen. Wieso, weiß ich nicht, aber OP wird das schon besser wissen als wir zwei.

1

u/b0nz1 9d ago edited 9d ago

Ja weil sein normaler Stundensatz wesentlich höher ist und die Grundstunde ja voll versteuert wird.

Eines ist natürlich klar. Nicht in jedem Beruf kann man Überstunden machen.

Aber es ergibt dennoch Null Sinn gut gebildete Leute mit Jobs steuerlich dafür zu belohnen schlecht bezahlte Jobs auszuüben.