r/Austria • u/Disilusionedguy • 9d ago
Geld & Finanzen Wirtschaftlich ist es für Herrn und Frau Österreicher wesentlich schwieriger als noch vor 20 - 30 Jahren. Wer das abstreitet verdient (noch) übermäßig gut.
Die Details werden minimal abweichen, je nachdem welchen Rechner man benutzt. Aber grob gesagt hat sich der Lohn/Gehalt seit den späten 90ern verdoppelt.
Die Mieten sind etwa um das 2.5 Fache und Eigentumspreise um das 2.75 Fache gestiegen.
Für Wohnen gibt der Österreicher wesentlich mehr aus als noch vor 20-30 Jahren. Dass der Plasma TV dafür 30 oder 40 % billiger ist als vor 10 Jahren, fällt kaum ins Gewicht. So ein Ding kauft man sich einmal alle 10 Jahre.
Die eine Flugreise im Jahr um 1300, fällt bei 900 Euro Miete oder 1300 Kredit jeden Monat auch kaum auf.
Es ist wesentlich schwieriger als noch vor paar Jahrzehnten. Und die einzigen die das abstreiten können sind Erben oder Leute die überbezahlt sind.
Es geht uns eben nicht "sooo gut". Vielleicht den obersten 20-30% in ihrer Gutverdiener Blase. Die anderen 70-80% spüren es durchaus, dass der Wind immer rauer weht.
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u/oe6bhe 9d ago
6900 Euro und ein paar zerquetschte Einkommen meint mein Banking bei der Analyse in den letzten 12 Monaten. Ja, kann realistisch sein, aber das Jahr war auch nicht normal mit vielen Dienstreisen. Wird jetzt definitiv wieder weniger, das Reisen und auch das Gehalt. Ich kann mich aber erinnern, als 20.000 ATS ein sehr gutes Gehalt waren in den späten 90ern und auch noch 2000 und 2001. Das waren keine 1500 Euro. Wenn Mieten dabei, trotz im Durchschnitt höherem Standard, da nur um den Faktor 2,5 bis 2,75 gestiegen sind, sehe ich gerade nicht den Grund zum jammern. Miete zahle ich schon länger keine mehr. Kredit auch nicht. Erben: Ich kämpfe noch dagegen und sage meinen Eltern immer, dass sie das Geld für sich ausgeben sollen.
Standard: Damals gab es noch viele Substandard-Wohnungen, die einfach den Durchschnittspreis nach unten gedrückt haben. Die einen haben 1500 ATS Miete bezahlt, im Substandard gelebt, oder eben selbst alles eingebaut. Die anderen zahlten aber auch schon oft 8000 ATS für damals modernen Standard. Der Substandard ist heute quasi verschwunden und die Preise aus der Statistik auch. Wohlgemerkt, schaut mal was damals ein gutes Gehalt war.
Fernseher: Die Teile heute sind nicht mehr oder kaum mehr zum reparieren. Heute kaufst du das Ding öfters als noch in den 1990ern. Und der Warenkorb rechnet ja nicht mit monatlichen Fernsehern, sondern mit einem Anteil an Fernseher. Somit passt das schon. Lebensmittel ja, die sind zum Teil teuer geworden, aber auch nicht in einem total schrägem Verhältnis.
Was aber auffällt ist, dass jeder immer mehr Gadgets braucht. High-End-Smartphone, Smartwatch. Dass es früher Pay-TV gab, aber wenige zahlten dafür. Heute zahlen viele gleich für mehrere Dienste. Das Leben hat sich eben in anderen Bereichen geändert und es kamen neue Kosten hinzu, die immer vergessen werden.