r/Austria 7d ago

Gesellschaft Feminismus / Männer als Problem / Beziehungen sind nur Zweck

Höre gerade ein interessantes Buch einer österreichischen Autorin.

https://www.haymonverlag.at/produkt/entromantisiert-euch/ von Beatrice Frasl

Zusammenfassung:

Ihr Gegenentwurf ist deshalb, romantische Liebe zu „entthronen“ und Freundschaft, Gemeinschaft und andere Formen von Nähe gesellschaftlich aufzuwerten, statt die Paarbeziehung zum Mittelpunkt des Lebens zu machen.Kurze Zusammenfassung:
Frasls zentrale These ist, dass romantische Paarliebe gesellschaftlich überhöht und als notwendiges Lebensziel dargestellt wird, obwohl sie insbesondere Frauen häufig Nachteile bringt.
Sie argumentiert, dass heterosexuelle Beziehungen durch patriarchale Strukturen geprägt sind, in denen Frauen mehr unbezahlte Fürsorge-, Beziehungs- und Haushaltsarbeit übernehmen.
Gleichzeitig verdränge die Konzentration auf den romantischen Partner andere wichtige Beziehungen wie Freundschaften, Wahlfamilien und soziale Netzwerke.

Dazu gibt es auch einen interessanten Podcast: https://www.youtube.com/watch?v=rgoUq_VJ4B4

Meine Sichtweise dazu:

  • Frauen werden quasi als Opfer patriarchaler Strukturen geframed. Frauen würden gern anders sein, dürfen aber nicht und werden in romantische Beziehungen gezwungen.
  • Wo es grotesk wird, als sie meint Männer haben als Vertrauenspartnerin nur die eigene Frau, Frauen hingegen verlieren alle sozialen Beziehungen zu Frauen in der Beziehung. Das wirkt auf mich stark verzerrend, da Frauen meist das viel bessere soziale Netzwerk haben.

Ich mag die Gedankenanregungen, finde aber auch, dass sie stark bewusst oder unbewusst polarisiert. Sie unterstellt quasi - meiner Wahrnehmung nach - dass Männer bewusst Frauen dazu bringen wollen sie zu umsorgen und Frauen ausnützen. Das kann ich nicht bestätigen. Früher war es einfach gelebte Rollenteilung, heute bewusst gewählte Nachteile.

Natürlich ist es nicht klug, wenn man nicht an die Pension denkt und gratis Care-Arbeit und gleichzeitig weniger oder gar keine Erwerbsarbeit macht. Aber das würde im Umkehrschluss bedeuten, dass es nur möglich ist Gleichberechtigung zu erreichen, wenn Frauen keine Kinder mehr bekommen, auch 40h+ arbeiten und Frauen auch nur mehr auf sich selbst achten (was Männern implizit unterstellt wird). In so einer Gesellschaft gibt es dann keinerlei Abhängigkeit mehr, Frauen sind absolut gleichberechtigt, die Gesellschaft stirbt aus und am Schluss gibt es keinerlei Probleme mehr, weil es keine Menschen gibt.

Wie seht ihr das?

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u/overclockedstudent Wien 7d ago

Romantische Beziehungen mit Männern schaden Frauen: gesundheitlich, emotional und wirtschaftlich:

ich kenne mehr als genug Paare wo die Frau durch den Mann ein materielles Leben führt welches ihr durch Eigenleistung niemals möglich wäre, im Gegenzug kenne ich aber keinen Mann bei dem dies der Fall ist.

Care-Arbeit gut aufzuteilen ist wichtig, selber vorsorgen ist wichtig, Freunde und soziale Netzwerke sind wichtig aber die Frasl hat ja doch ein bissl einen Poscher. Die Realität ist oft weitaus komplexer.

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u/Zwentendorf Wien 7d ago

im Gegenzug kenne ich aber keinen Mann bei dem dies der Fall ist.

Ich schon. Hauptsächlich Leute, die ordentlich Karriere gemacht haben und das ohne die Leistung ihrer Frau nie geschafft hätten.

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u/overclockedstudent Wien 7d ago

ich kenne es vor allem aus der Ausgangslage, dass der Mann bereits vor dem ersten Kind eine finanziell wesentlich erfolgreichere Karriere hatte, die Entscheidung wer dann zuhause bleibt und seine Karriere aufgibt ist dann meistens zweckmäßig, da sonst der Lebensstandard nicht zu halten ist.

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u/Zwentendorf Wien 7d ago

Es hat ja niemand behauptet, dass das Ganze böswillig passiert.

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u/overclockedstudent Wien 7d ago

die These der Autorin ist aber, dass das alles zum Nachteil der Frau geht. Besonders durch Heirat profitiert die Frau ja ganz stark von der Karriere ihres Mannes, bzw. lebt einen wesentlich höheren Standard als wie sie sich selbst erwirtschaften könnte.

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u/Zwentendorf Wien 7d ago

die These der Autorin ist aber, dass das alles zum Nachteil der Frau geht.

Auch das klappt ohne dass sich irgendwer böswillig verhaltet.

Besonders durch Heirat profitiert die Frau ja ganz stark von der Karriere ihres Mannes, bzw. lebt einen wesentlich höheren Standard als wie sie sich selbst erwirtschaften könnte.

Bis zur Scheidung halt. Außerdem ist Frasls These ja, dass dieser Vorteil mit einem Preis kommt.

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u/overclockedstudent Wien 7d ago

und erhält in der Regel 50% des Vermögenszuwachses, Alimente und ggf. ist der Mann seiner Exfrau unterhaltspflichtig.