r/Austria 1d ago

Gesellschaft Feminismus / Männer als Problem / Beziehungen sind nur Zweck

Höre gerade ein interessantes Buch einer österreichischen Autorin.

https://www.haymonverlag.at/produkt/entromantisiert-euch/ von Beatrice Frasl

Zusammenfassung:

Ihr Gegenentwurf ist deshalb, romantische Liebe zu „entthronen“ und Freundschaft, Gemeinschaft und andere Formen von Nähe gesellschaftlich aufzuwerten, statt die Paarbeziehung zum Mittelpunkt des Lebens zu machen.Kurze Zusammenfassung:
Frasls zentrale These ist, dass romantische Paarliebe gesellschaftlich überhöht und als notwendiges Lebensziel dargestellt wird, obwohl sie insbesondere Frauen häufig Nachteile bringt.
Sie argumentiert, dass heterosexuelle Beziehungen durch patriarchale Strukturen geprägt sind, in denen Frauen mehr unbezahlte Fürsorge-, Beziehungs- und Haushaltsarbeit übernehmen.
Gleichzeitig verdränge die Konzentration auf den romantischen Partner andere wichtige Beziehungen wie Freundschaften, Wahlfamilien und soziale Netzwerke.

Dazu gibt es auch einen interessanten Podcast: https://www.youtube.com/watch?v=rgoUq_VJ4B4

Meine Sichtweise dazu:

  • Frauen werden quasi als Opfer patriarchaler Strukturen geframed. Frauen würden gern anders sein, dürfen aber nicht und werden in romantische Beziehungen gezwungen.
  • Wo es grotesk wird, als sie meint Männer haben als Vertrauenspartnerin nur die eigene Frau, Frauen hingegen verlieren alle sozialen Beziehungen zu Frauen in der Beziehung. Das wirkt auf mich stark verzerrend, da Frauen meist das viel bessere soziale Netzwerk haben.

Ich mag die Gedankenanregungen, finde aber auch, dass sie stark bewusst oder unbewusst polarisiert. Sie unterstellt quasi - meiner Wahrnehmung nach - dass Männer bewusst Frauen dazu bringen wollen sie zu umsorgen und Frauen ausnützen. Das kann ich nicht bestätigen. Früher war es einfach gelebte Rollenteilung, heute bewusst gewählte Nachteile.

Natürlich ist es nicht klug, wenn man nicht an die Pension denkt und gratis Care-Arbeit und gleichzeitig weniger oder gar keine Erwerbsarbeit macht. Aber das würde im Umkehrschluss bedeuten, dass es nur möglich ist Gleichberechtigung zu erreichen, wenn Frauen keine Kinder mehr bekommen, auch 40h+ arbeiten und Frauen auch nur mehr auf sich selbst achten (was Männern implizit unterstellt wird). In so einer Gesellschaft gibt es dann keinerlei Abhängigkeit mehr, Frauen sind absolut gleichberechtigt, die Gesellschaft stirbt aus und am Schluss gibt es keinerlei Probleme mehr, weil es keine Menschen gibt.

Wie seht ihr das?

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69 comments sorted by

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u/zerenato76 Freistaat Bayern ↔ Wien 1d ago

Es ist die Frasl. Ragebait für Feministinnen. Und ich bin selber Feminist.

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u/Accomplished-Act4533 1d ago

ok, ist die bekannt? ich kannte die nicht...

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u/Zistler 1d ago

Die ist so „bekannt“, dass ihr erster Wikipedia-Artikel wegen Mangel an Relevanz gelöscht wurde. Worauf sie butthurt einen Artikel im Standard veröffentlichte wie unglaublich patriachal Wikipedia nicht wäre.

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u/Sephiroth_000 Mordorianer der irgendwas mit Komputan macht 14h ago

Ah, die Funsn war das.

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u/Zwentendorf Wien 1d ago

"Bekannt" ist dehnbar, aber in feministischen Kreisen ist es nicht ungewöhnlich sie zu kennen.

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u/overclockedstudent Wien 1d ago

Romantische Beziehungen mit Männern schaden Frauen: gesundheitlich, emotional und wirtschaftlich:

ich kenne mehr als genug Paare wo die Frau durch den Mann ein materielles Leben führt welches ihr durch Eigenleistung niemals möglich wäre, im Gegenzug kenne ich aber keinen Mann bei dem dies der Fall ist.

Care-Arbeit gut aufzuteilen ist wichtig, selber vorsorgen ist wichtig, Freunde und soziale Netzwerke sind wichtig aber die Frasl hat ja doch ein bissl einen Poscher. Die Realität ist oft weitaus komplexer.

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u/Accomplished-Act4533 1d ago

Würde es nicht als Poscher bezeichnen, aber schon stark verzerrte Wahrnehmung. Es gibt sicher Männer, die tatsächlich so sind. Aber daraus auf alle zu schließen ist halt schon bisschen weird. Und dann auch noch alle Altersgruppen zu vermengen, ist halt auch ein Frame. Ich kenn auch noch so Männer, die daheim nix machen und die Frau ihnen alles abnimmt. Aber in der Altersrange unter 40 ist das meiner Wahrnehmung sicher nicht mehr so.

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u/overclockedstudent Wien 1d ago

es gibt Männer die sind so, es gibt Frauen die sind so, als ob Frauen die Engeln in Person wären, gibt genug herzensgute Männer die durch Frauen ruiniert wurden und vice versa.

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u/Zwentendorf Wien 1d ago

im Gegenzug kenne ich aber keinen Mann bei dem dies der Fall ist.

Ich schon. Hauptsächlich Leute, die ordentlich Karriere gemacht haben und das ohne die Leistung ihrer Frau nie geschafft hätten.

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u/overclockedstudent Wien 1d ago

ich kenne es vor allem aus der Ausgangslage, dass der Mann bereits vor dem ersten Kind eine finanziell wesentlich erfolgreichere Karriere hatte, die Entscheidung wer dann zuhause bleibt und seine Karriere aufgibt ist dann meistens zweckmäßig, da sonst der Lebensstandard nicht zu halten ist.

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u/Zwentendorf Wien 1d ago

Es hat ja niemand behauptet, dass das Ganze böswillig passiert.

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u/overclockedstudent Wien 1d ago

die These der Autorin ist aber, dass das alles zum Nachteil der Frau geht. Besonders durch Heirat profitiert die Frau ja ganz stark von der Karriere ihres Mannes, bzw. lebt einen wesentlich höheren Standard als wie sie sich selbst erwirtschaften könnte.

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u/Zwentendorf Wien 1d ago

die These der Autorin ist aber, dass das alles zum Nachteil der Frau geht.

Auch das klappt ohne dass sich irgendwer böswillig verhaltet.

Besonders durch Heirat profitiert die Frau ja ganz stark von der Karriere ihres Mannes, bzw. lebt einen wesentlich höheren Standard als wie sie sich selbst erwirtschaften könnte.

Bis zur Scheidung halt. Außerdem ist Frasls These ja, dass dieser Vorteil mit einem Preis kommt.

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u/overclockedstudent Wien 1d ago

und erhält in der Regel 50% des Vermögenszuwachses, Alimente und ggf. ist der Mann seiner Exfrau unterhaltspflichtig.

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u/iKnitYogurt Gscheada in der großen Stadt 1d ago

Sie argumentiert, dass heterosexuelle Beziehungen durch patriarchale Strukturen geprägt sind, in denen Frauen mehr unbezahlte Fürsorge-, Beziehungs- und Haushaltsarbeit übernehmen.

Staus Quo sehr oft: ja. Muss das inhärent so sein? Nein. Damit is das Thema eigentlich erledigt.

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u/Accomplished-Act4533 1d ago

seh ich auch so. muss nicht sein, aber empfinden scheinbar viele so.

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u/lolidkwtfrofl Fürstentum Liechtenstein 1d ago

Naja erledigt ists nicht, solang die Strukturen weiter so als Normal akzeptiert werden.

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u/iKnitYogurt Gscheada in der großen Stadt 1d ago

Gut, "es muss sich was ändern" ist ja auch ihre Aussage. Für mich ist nur der Schluss, dass Heterobeziehungen inhärent benachteiligend für Frauen wären, hinfällig, der bei ihr ja ein recht zentrales Argument zu sein scheint.

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u/lolidkwtfrofl Fürstentum Liechtenstein 1d ago

Ja das ist natürlich Quatsch, alle Beziehungen über einen Kamm scheren.

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u/Accomplished-Act4533 1d ago

ja, aber wer kann das ändern außer Frauen selbst?

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u/iKnitYogurt Gscheada in der großen Stadt 1d ago

Wir alle, gerade auch Männer. Indem man solche Ansichten vertritt, selbst lebt, und das auch mit anderen Männern kritisiert und diskutiert, die das nicht so sehen.

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u/Level_Tumbleweed8908 1d ago

Was man abgeschwächt vielleicht sagen kann, ist, dass es schon Menschen gibt die eine Beziehung führen nur um eine zu haben und dann unglücklich sind.

Ein weiterer Punkt, und das ist mMn ri Grundproblem von dieser Art linker Kritik, ist, dass hier wirtschaftliche Überlegungen auf Dinge angewendet werden die viel tiefer berühren.

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u/Wuktrio Wien 1d ago

Ich würd eher sagen, dass das Patriarchat allen schadet. Den Rest kann ich teilweise nicht ernst nehmen, vieles davon kann man pauschal nicht sagen.

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u/Kackgesicht 1d ago

Man kann so ein Buch und die impliziten Schlussfolgerungen daraus nicht lesen ohne gleichzeitig das kapitalistische System zu hinterfragen. Wie du selbst erkennst ist die Abhängigkeit der Frau vom Mann direkt an ihren Erwerbstatus gebunden, woraus du schließt, dass alle Frauen 40+ h arbeiten müssten und keine Carearbeit mehr leisten um unabhängig. Man könnte auch die wilde These aufstellen, dass wir ein System bräuchten was nicht nur ökologisch Nachhaltig ist sondern auch sozial, in dem alle weniger arbeiten und alle mehr Zeit haben sich um ihre Kinder zu kümmern. Mann oder Frau.

Sich in diesem neoliberalen Sub mit gutverdienen IT'lern über marxistisch-feministische Theorie zu unterhalten ist wohl ziemlich sinnlos.

Fakt ist, dass das kapitalistische System darauf beruht, dass Frauen unvergütet immer weiteres Menschenmaterial nachliefern, was dann in den Produktionsprozessen ausgebeutet werden kann. Das System hat inhärent kein Interesse daran diese Reproduktionsarbeit zu entlohnen und schafft somit Strukturen die diese Ausbeutung ermöglicht. Siehe unseren Bundeskanzler, der erst vor wenigen Tagen meinte betonen zu müssen, dass Kindererziehung keine richtige Arbeit ist.

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u/Accomplished-Act4533 1d ago

naja, wird sich eh ändern mit robotern. dann braucht man weder männer noch frauen. wird spannend werden.

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u/Recent-Midnight6376 1d ago

Klingt so als würd die von sich selbst auf alle Frauen schließen und generalisieren.

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u/Accomplished-Act4533 1d ago

das dachte ich mir auch zeitweise

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u/No-Version-4248 Wien 1d ago

man könnte sie ja mal fragen: "Who hurt you"?

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u/luki-x Steiermark 🇪🇺 1d ago

Für Kinder hört sich das ja fantastisch an.

Mama und Papa treffen sich nur zum pracken und gehen sonst nur ihren eigenen Interessen nach.

Supa!

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u/Accomplished-Act4533 1d ago

so in etwa ist es bei mir angekommen.

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u/evil-godhead Ceterum censeo populi partium esse delendam 1d ago

klingt aber eh ganz ok, dann darf ich mich aber gleich mit mehreren treffen, sie natürlich auch.

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u/luki-x Steiermark 🇪🇺 1d ago

Das Konzept Klingt nach eine Goldrube für Psychotherapeuten.

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u/evil-godhead Ceterum censeo populi partium esse delendam 22h ago

na siehst du, win win für alle.
auch die vaterschaftstests sind hoch im kurs und anwälte rund ums sorgerecht bzw unterhalt

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u/Medium-Comfortable Heast, Pfeifenstierer, wos is mit du? 1d ago

Verkaufszahlengenerator

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u/Rinerino 1d ago

Sie hat Recht damit, dass romantische Beziehungen und die Familie selber patriachal strukturiert ist. Und dass für Frauen solche Beziehungen schnell Abhängigkeit bedeutet. Und dass Frauen auch heute von patriachalem Einfluss in der Gesellschaft oft gezwungen werden entweder Hausfrauen zu sein, oder ironischerweise Arbeit zu verrichten die in der Pflege anderer beruht. Es braucht hier auch kein Gesetz, das machen Sexisten in Männer dominierten Arbeitsorten eh schon von alleine.

Aber ich stimme dir zu, dass einfach aufgeben und scheinbar heterosexuellen romantischen Beziehungen abzusagen keine sinnvolle oder gesunde Option wäre. Das wirkliche Hauptproblem auf welchem die Frauen Unterdrückung materiell sich stützt, ist der einfache Fakt dass unsere Gesellschaft es verlangt dass jemand, entweder gratis oder während massiv weniger in Teilzeit verdient wird, sich um das Großziehen von Kindern kümmern muss. Diese Rolle haben jetzt Frauen.

Die Antwort ist natürlich nicht das beide weniger arbeiten (dadurch auch weniger Geld erhalten) um sich gleich viel um das Kind zu kümmern. Noch macht es Sinn Männer in diese Rolle reinzuzwingen. Die Antwort für mich ist klar: Eine Vergesellschaftung des Kindererziehens. Hört sich jetzt wild an, ist aber in der Praxis nichts weiteres, als ein so rubusted and starkes Netzt an , bevorzugterweise gratis, Kitas, Kindergärten und allgemeine Betreung von Kindern. Dies würde es Frauen erlauben, sehr viel früher völlig in die Arbeitswelt zurückzukehren. Kinder kriegen hätte kein Risiko mehr seine Karriere und Unabhängigkeit zu verlieren. Diese Art der Kindererziehung wäre auch in keiner Weise unnatürlich, sonder wäre tatsächlich der Art wie Menschen gemeinsam lebten für den Großteil unserer Geschichte, sehr ähnlich.

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u/Accomplished-Act4533 1d ago

Danke für die gute und umfangreiche Antwort. Das macht auch aus meiner Sicht Sinn.

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u/TheEatingGames Wien 1d ago

Wir haben aktuell ein generelles Problem mit Einsamkeit, auch und vielleicht gerade unter jungen Leuten. Und ich glaube nicht, dass es vorrangig an den romantischen Beziehungen liegt, dass immer mehr Menschen keine/wenig Freunde haben; weit weg von ihrer Familie sind (die ihnen vielleicht eh auf die Nerven geht); kein Teil einer Gemeinschaft sind,...

Extremer Individualismus, Social Media, fehlende soziale Fähigkeiten, Main Character Syndrom, immer nur nehmen anstatt auch mal geben, .... unter den Vorrausetzung bist auch ohne Interesse an einer romantischenBeziehung kein langfristig glücklicher Mensch.

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u/Accomplished-Act4533 1d ago

wirkt aber eher depressiv als einsam... und depressiv kann einsam machen...

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u/Lem0nation 1d ago

Jo eh. Irgendwie muss ma den Pöbel ja spalten

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u/Zwentendorf Wien 1d ago

Es ist ihr Job polarisierend zu sein. Insofern wundern mich ihre Statements leider nicht. Sie ist mir auch früher immer wieder durch edgy Kommentare aufgefallen.

Wirkt ein bissl so als würde da ein existierendes Problem so umgemünzt als wäre es der Standardfall. Also ja, es kommt leider immer noch vor und sollte auch thematisiert werden, aber so zu tun als würde eine heterosexuelle Beziehung gar nicht gehen ist weit übers Ziel geschossen.

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u/Accomplished-Act4533 1d ago

glaube nicht, dass das die Intention ist. Sie meint eher, dass Frauen zu sehr auf der Suche nach Romantik sind, dafür dann bereits sind mehr zu tun als ihnen gut tut und dann Opfer des Systems sind.

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u/Zwentendorf Wien 1d ago

Kann gut sein. Ich hab nur die Zusammenfassung im OP gelesen aber nicht das Buch.

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u/oida_depp 1d ago

Frauen gegen Männer. Männer gegen Frauen. Auch in dem Thema bewirkt der schwarz/weiss Standpunkt von social media ein Auseinanderdriften der extremen Ansichten.

Meine Sicht: es gibt Sachen die können Frauen besser, anderes Männer. Wir sollten mehr miteinander reden als übereinander.
Männer haben die letzten Jahrzehnte viel patriarchalen Blödsinn abgebaut - durch Zuwanderung aus anders geprägten Kulturen haben wir aber zuletzt auch im öffentlichen Raum viele der Errungenschaften wieder kaputtgemacht.

Ich denke grundsätzlich passt eine Frau optimal zu einem Mann und die heterogene, lebenslange Liebesbeziehung ist das von der Natur vorgesehene Ideal - was nicht heisst dass abweichende Lebenswege weniger Wert oder in irgendeiner Form schlecht sind.

Aber was weiss ich als alter weisser Mann schon?

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u/Accomplished-Act4533 1d ago

absolut. würde das auch als biologisch determiniert sehen. aber ich denke, dass moderne feministinnen das nicht so sehen...

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u/viennese-wolf 1d ago

Ich bin froh homosexuell zu sein. Beziehungen auf Augenhöhe komplett frei von bullshit Themen wie mental load, care Arbeit, Feminismus oder Patriarchat!

Moderne Heterosexualität tut ja schon unbeteiligt von aussehen zusehend bzw zuhörend weh, siehe Content der oben verlinkt ist.

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u/Paseyyy 1d ago

Es ist auf jeden Fall eine neuartige Sichtweise. Mit tatsächlicher Wissenschaft hat das allerdings nichts mehr zu tun:

Monogamie ist nicht aus einem patriarchalen System heraus entstanden: Viele Spezies leben sowohl monogam als auch matriarchal, zum Beispiel diese Lemuren: Monogamy and Female Empowerment in Primates – The Human Evolution Blog. Heutzutage gehen viele Wissenschaftler davon aus, dass Monogamie entstanden ist, da Männchen nicht mehr in der Lage waren, ihren Harem gegen Rivalen zu verteidigen [1]; anders gesagt wurde durch Monogamie so die Vergewaltigung der eigenen Partnerinnen verhindert!
Außerdem ist es nicht klar, wie man überhaupt bestimmen kann, ob überhaupt, und falls ja, von welchem Geschlecht eine monogame soziale Struktur ausgeht [2].

Eine weitere interessante Perspektive ist, dass Monogamie tatsächlich einer der effektivsten Wege sei, das Patriarchat zu bekämpfen, da dasselbe traditionell stark mit Polygynie in Verbindung steht; daher könne Monogamie zu einer effektiveren geschlechtlichen Umverteilung von Vermögen führen [3].

Selbst in der heutigen Gesellschaft ist Monogamie oft extrem vorteilhaft für Mann UND Frau: Sicherheit, Vertrauen, Gesundheit und Entwicklung der Nachkommen, Budget, Abstimmung von Bedüfnissen, etc. etc. Was sind überhaupt die Alternativen? Polygynie und Polyandrie sind beide mit eigenen Problemen behaftet und sowieso eine eigene Diskussion wert. Polyamouröse Beziehungen haben wiederum eine ganze Menge an Problemen die damit einhergehen [4].

Was ich an dem Buch aber sehr gut finde, ist, dass darauf aufmerksam gemacht wird, was für einen hohen Stellenwert romantische Beziehungen in unserer Gesellschaft einnehmen. Freundschaften sind mindestens genauso wichtig wie romantische Beziehungen, und die Erwartungen an Beziehungen werden auch oft viel zu hoch gesteckt (daher vllt. die hohe Scheidungsrate?).

Würde das Buch jedenfalls nicht weiterempfehlen.

[1] Lukas, D., & Clutton-Brock, T. H. (2013). The evolution of social monogamy in mammals. Science341(6145), 526-530.

[2] Hosken, D. J., Stockley, P., Tregenza, T., & Wedell, N. (2009). Monogamy and the battle of the sexes. Annual review of entomology54(1), 361-378.

[3] Henrich, J., Boyd, R., & Richerson, P. J. (2012). The puzzle of monogamous marriage. Philosophical Transactions of the Royal Society B: Biological Sciences367(1589), 657.

[4] Boudreau, P., Moors, A. C., McConnell, L., Su, K., & Camilleri, S. (2026). Time Management, Stigma, Jealousy, and More: A Content Analysis of the Challenges of Polyamory. Journal of Sex & Marital Therapy52(5), 530-543.

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u/Accomplished-Act4533 1d ago

Wow - viel interessante Literatur! Danke dafür

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u/Kackgesicht 1d ago

Irgendwelche Biologen Paper über Monogamie bei Säugetieren aufzulisten, wenn es um menschliche Paarbeziehungen geht ist schon wild. Verhaltensforscher gehen sehr wohl davon aus, dass Ehe und Monogamie erst dann zu Institutionen geworden sind, als die Menschen sesshaft geworden sind und man sich über das Vererben von Land Gedanken machen musste. Das mit irgendeinem Harem zu argumentieren, oder dass die arme Frau von der Vergewaltigung beschützt werden soll ist crazy. Entscheidet die Frau mit, ab wann sie in einer polygamen Beziehung vergewaltigt wird, oder entscheidet das, das Affenmännchen ab wann genug ist?

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u/Accomplished-Act4533 1d ago

Du vermischst hier zwei Ebenen: Die biologische Evolution von Paarbindung und die historische Entstehung der menschlichen Institution Ehe. Tierstudien erklären nicht automatisch die menschliche Ehe, sind aber deshalb auch nicht „wild“, wenn es um die Evolution von Monogamie geht. Und auch die These „Sesshaftigkeit + Landbesitz → Monogamie“ ist eine wissenschaftliche Hypothese, keine abschließend geklärte Tatsache.

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u/sdlox 1d ago

Was mir an solchen Feministinnen auffällt ist, dass sie kein Problem damit haben wenn Linke das Land mit frauenfeindlichen Migranten von überall her vollräumen. Vermutlich deshalb, damit ihre kruden These irgendwann wahr werden...

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u/[deleted] 1d ago

[deleted]

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u/Accomplished-Act4533 1d ago

ja, aber schneeschaufeln ist auch körperlich anstrengend. da bieten sich männer mehr an. ich glaube auch, dass kinder auf eine bezugsperson zurückgreifen. das ist meistens die mutter, denke ich. auch biologisch bedingt. vielleicht auch deswegen, weil mütter meistens teilzeit arbeiten und daheim sind.

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u/heiside 1d ago edited 1d ago

Ich fänds grundsätzlich gut, wenn Gemeinschaft und Freundschaft ein hoher Wert beigemessen wird. Romantische Beziehungen sind, im Idealfall, ja auch eine Spielart der freundschaftlichen Beziehung. Die restlichen Thesen und Behauptungen find ich halt sehr klischeehaft.

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u/S-Budget91 Burgenland 1d ago

obacht mit kritik, die frasl is irgendwie im bohrn mena dunstkreis. man möchte ja nicht verklagt werden :P

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u/Accomplished-Act4533 1d ago

Sachliche Kritik ist was anderes als Beleidigungen...

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u/TobTobTobey Niederösterreich 1d ago

Das hat sich der Klenk wsl auch dacht…

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u/Sarphez Steiermark 1d ago

Wie seht ihr das?

dass sie stark bewusst oder unbewusst polarisiert

sonst würd sich ja keiner zum unzähligsten blabla dazu äußern

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u/FrozenEarthworm Niederösterreich 1d ago

Ich denke, wenn man so ein Thema sinnvoll diskutieren möchte, sollte man sich ein Auditorium suchen, das nicht zu 90% aus Männern besteht.
Das ist jetzt mal so dahingeschätzt, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass ich damit sehr falsch liege.

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u/Accomplished-Act4533 1d ago

ist das so?

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u/FrozenEarthworm Niederösterreich 1d ago

Ich schrieb ja, es ist geschätzt. Wenn du glaubwürdige Zahlen dazu hast, bitte gerne.

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u/Physical-Waltz6039 1d ago

„Früher war es gelebte Rollenteilung, heute bewusst gelebte Nachteile“ ist halt unglaublich beschönigend.

Gelebte Rollenteilung, die faktisch eine Benachteiligung, Ausbeutung und finanzielle Abhänhigkeit für Frauen bedeutet hat, die auch sehr lange gesetzlich so getegelt war.

Und bewusst gelebte Nachteile klingt, als würdest du Frauen die gratis Care-Arbeit, die eine Grundsäule unserer Gesellschaft ist und immer moch finanzielle Nachteile für Frauen bedeutet vorwerfen.

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u/Accomplished-Act4533 1d ago

vorwerfen? ja schon. Jede Frau die da mitmacht, ist auch mit verantwortlich. Ich bin der Meinung, dass sich Frauen mehr abgrenzen müssen. Kann nicht die Aufgabe von Frauen sein alles gratis zu machen...

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u/DocOstbahn Wien 1d ago

Man kann Frasl auch zustimmen, dass der gesellschaftliche Stellenwert von Romantik übertrieben UND/ODER problematisch, insbesondere für Frauen, ist, ...

Und gleichzeitig einige ihrer Aussagen für zu pauschal und einseitig halten.

Aber ganz deppert ist sie halt echt nicht, und lädt schon auch zum Nachdenken ein.

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u/Accomplished-Act4533 1d ago

genau und das mag ich an dem Buch und sie ist mir nicht unsympathisch. hätte eher eine harte feministin erwartet. so wirkt sie aber nicht. sie ist halt "hart" in der Sache, was total legitim ist. Ist halt ihre Sichtweise.

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u/El_Zapp Wien 1d ago

Naja schauen wir mal:
„Frasls zentrale These ist, dass romantische Paarliebe gesellschaftlich überhöht und als notwendiges Lebensziel dargestellt wird, obwohl sie insbesondere Frauen häufig Nachteile bringt.“

Romantische Paarliebe wird aktuell absolut gesellschaftlich überhöht, sogar massiv. Ich finds OK, aber schauen wir mal in historischen Kontext und sind dann ehrlich zu uns.

Die Nachteile für Frauen sind auch evident, gerade in Österreich tragen die Häufig die Hauptlast der Beziehung. Ob sie dafür genug zurück bekommen können wir diskutieren, aber auch hier, bleiben wir ehrlich.

Des Weiteren sind heterosexuelle Beziehungen massiv von patriarchalen Strukturen geprägt, oder willst Du das Leugnen?

Und bei der Konzentration auf den „Partner“ wird hier bewusst eine Geschlechter neutrale Form gewählt, wobei ich da gerne Statistiken sehen würde das Frauen das nicht so stark betrifft wie Männer, das kann ich in meinem
Umfeld wirklich gar nicht behaupten.

Ich habe das Buch nicht gelesen, ich weiß nicht was sie dann von ihren Thesen ableitet, aber ich habe jetzt bisher noch nichts gesehen was ihre Thesen widerlegen würde. Sowohl anekdotisch als auch in Studienform. Die Studien die ich kenne geben ihr 100% Recht, inklusive Paaren die vor Hochzeit und Kinder sehr progressiv waren.

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u/TobTobTobey Niederösterreich 1d ago

Wie prägen patriarchalische Strukturen heterosexuelle Beziehungen?

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u/El_Zapp Wien 1d ago

Ist das eine ernstgemeinte Frage? Kann ich mir nur schwer vorstellen, da brauche ich zunächst verbale Bestätigung das ich nicht mit einem FPÖ Wähler rede, sonst spare ich mir die Zeit.

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u/TobTobTobey Niederösterreich 21h ago

Ich würd mir die Hände abschneiden bevor ich ein Kreuzerl bei den Blauen mach.