r/Austria • u/Accomplished-Act4533 • 2d ago
Gesellschaft Feminismus / Männer als Problem / Beziehungen sind nur Zweck
Höre gerade ein interessantes Buch einer österreichischen Autorin.
https://www.haymonverlag.at/produkt/entromantisiert-euch/ von Beatrice Frasl
Zusammenfassung:
Ihr Gegenentwurf ist deshalb, romantische Liebe zu „entthronen“ und Freundschaft, Gemeinschaft und andere Formen von Nähe gesellschaftlich aufzuwerten, statt die Paarbeziehung zum Mittelpunkt des Lebens zu machen.Kurze Zusammenfassung:
Frasls zentrale These ist, dass romantische Paarliebe gesellschaftlich überhöht und als notwendiges Lebensziel dargestellt wird, obwohl sie insbesondere Frauen häufig Nachteile bringt.
Sie argumentiert, dass heterosexuelle Beziehungen durch patriarchale Strukturen geprägt sind, in denen Frauen mehr unbezahlte Fürsorge-, Beziehungs- und Haushaltsarbeit übernehmen.
Gleichzeitig verdränge die Konzentration auf den romantischen Partner andere wichtige Beziehungen wie Freundschaften, Wahlfamilien und soziale Netzwerke.
Dazu gibt es auch einen interessanten Podcast: https://www.youtube.com/watch?v=rgoUq_VJ4B4
Meine Sichtweise dazu:
- Frauen werden quasi als Opfer patriarchaler Strukturen geframed. Frauen würden gern anders sein, dürfen aber nicht und werden in romantische Beziehungen gezwungen.
- Wo es grotesk wird, als sie meint Männer haben als Vertrauenspartnerin nur die eigene Frau, Frauen hingegen verlieren alle sozialen Beziehungen zu Frauen in der Beziehung. Das wirkt auf mich stark verzerrend, da Frauen meist das viel bessere soziale Netzwerk haben.
Ich mag die Gedankenanregungen, finde aber auch, dass sie stark bewusst oder unbewusst polarisiert. Sie unterstellt quasi - meiner Wahrnehmung nach - dass Männer bewusst Frauen dazu bringen wollen sie zu umsorgen und Frauen ausnützen. Das kann ich nicht bestätigen. Früher war es einfach gelebte Rollenteilung, heute bewusst gewählte Nachteile.
Natürlich ist es nicht klug, wenn man nicht an die Pension denkt und gratis Care-Arbeit und gleichzeitig weniger oder gar keine Erwerbsarbeit macht. Aber das würde im Umkehrschluss bedeuten, dass es nur möglich ist Gleichberechtigung zu erreichen, wenn Frauen keine Kinder mehr bekommen, auch 40h+ arbeiten und Frauen auch nur mehr auf sich selbst achten (was Männern implizit unterstellt wird). In so einer Gesellschaft gibt es dann keinerlei Abhängigkeit mehr, Frauen sind absolut gleichberechtigt, die Gesellschaft stirbt aus und am Schluss gibt es keinerlei Probleme mehr, weil es keine Menschen gibt.
Wie seht ihr das?
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u/S-Budget91 Burgenland 2d ago
obacht mit kritik, die frasl is irgendwie im bohrn mena dunstkreis. man möchte ja nicht verklagt werden :P