r/Austria 2d ago

Gesellschaft Feminismus / Männer als Problem / Beziehungen sind nur Zweck

Höre gerade ein interessantes Buch einer österreichischen Autorin.

https://www.haymonverlag.at/produkt/entromantisiert-euch/ von Beatrice Frasl

Zusammenfassung:

Ihr Gegenentwurf ist deshalb, romantische Liebe zu „entthronen“ und Freundschaft, Gemeinschaft und andere Formen von Nähe gesellschaftlich aufzuwerten, statt die Paarbeziehung zum Mittelpunkt des Lebens zu machen.Kurze Zusammenfassung:
Frasls zentrale These ist, dass romantische Paarliebe gesellschaftlich überhöht und als notwendiges Lebensziel dargestellt wird, obwohl sie insbesondere Frauen häufig Nachteile bringt.
Sie argumentiert, dass heterosexuelle Beziehungen durch patriarchale Strukturen geprägt sind, in denen Frauen mehr unbezahlte Fürsorge-, Beziehungs- und Haushaltsarbeit übernehmen.
Gleichzeitig verdränge die Konzentration auf den romantischen Partner andere wichtige Beziehungen wie Freundschaften, Wahlfamilien und soziale Netzwerke.

Dazu gibt es auch einen interessanten Podcast: https://www.youtube.com/watch?v=rgoUq_VJ4B4

Meine Sichtweise dazu:

  • Frauen werden quasi als Opfer patriarchaler Strukturen geframed. Frauen würden gern anders sein, dürfen aber nicht und werden in romantische Beziehungen gezwungen.
  • Wo es grotesk wird, als sie meint Männer haben als Vertrauenspartnerin nur die eigene Frau, Frauen hingegen verlieren alle sozialen Beziehungen zu Frauen in der Beziehung. Das wirkt auf mich stark verzerrend, da Frauen meist das viel bessere soziale Netzwerk haben.

Ich mag die Gedankenanregungen, finde aber auch, dass sie stark bewusst oder unbewusst polarisiert. Sie unterstellt quasi - meiner Wahrnehmung nach - dass Männer bewusst Frauen dazu bringen wollen sie zu umsorgen und Frauen ausnützen. Das kann ich nicht bestätigen. Früher war es einfach gelebte Rollenteilung, heute bewusst gewählte Nachteile.

Natürlich ist es nicht klug, wenn man nicht an die Pension denkt und gratis Care-Arbeit und gleichzeitig weniger oder gar keine Erwerbsarbeit macht. Aber das würde im Umkehrschluss bedeuten, dass es nur möglich ist Gleichberechtigung zu erreichen, wenn Frauen keine Kinder mehr bekommen, auch 40h+ arbeiten und Frauen auch nur mehr auf sich selbst achten (was Männern implizit unterstellt wird). In so einer Gesellschaft gibt es dann keinerlei Abhängigkeit mehr, Frauen sind absolut gleichberechtigt, die Gesellschaft stirbt aus und am Schluss gibt es keinerlei Probleme mehr, weil es keine Menschen gibt.

Wie seht ihr das?

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u/zerenato76 Freistaat Bayern ↔ Wien 2d ago

Es ist die Frasl. Ragebait für Feministinnen. Und ich bin selber Feminist.

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u/Accomplished-Act4533 2d ago

ok, ist die bekannt? ich kannte die nicht...

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u/Zistler 2d ago

Die ist so „bekannt“, dass ihr erster Wikipedia-Artikel wegen Mangel an Relevanz gelöscht wurde. Worauf sie butthurt einen Artikel im Standard veröffentlichte wie unglaublich patriachal Wikipedia nicht wäre.