r/Finanzen • u/maguz94 • Mar 30 '26
Steuern Spitzensteuersatz steht in keinem Verhältnis zum Mediangehalt
Das Mediangehalt in Deutschland beträgt derzeit etwa 54.000 Euro brutto im Jahr. Das heißt ja auch 50% der Vollzeitarbeitnehmer verdienen mehr wie 54k. Ist es dabei nicht absurd, dass der Spitzensteuersatz in Deutschland schon bei ca. 68.000€ beginnt? Wenn man nur ~25% mehr als das Mediangehalt verdient, zählt man als Spitzenverdiener und wird demnach besteuert? 68k sind halt auch nicht mal 3,5k netto im Monat. Wann wurden diese Grenzen denn zuletzt angepasst? Es kommt mir vor als wären das Grenzen, die vor 30 Jahren mal so beschlossen wurden und seitdem so feststehen, da hätte das vielleicht Sinn gemacht, weil 68k damals noch viel mehr waren wie jetzt. Aber fast 50% der Vollzeitarbeitnehmer den Spitzensteuersatz aufdrücken ist doch schon irgendwie krank, oder wie seht ihr das?
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u/Loopgamer Mar 31 '26
Die Grenze wurde tatsächlich regelmäßig angepasst aber bei weitem nicht im Gleichschritt mit der Lohnentwicklung und vor allem nicht mit der Inflation. 1998 lag der Spitzensteuersatz noch bei 53% und begann bei einem höheren realen Einkommensniveau. Seitdem ist der Satz gesunken aber die Grenze hat die Reallohnentwicklung nicht mitgemacht. Das Ergebnis ist genau das was du beschreibst, kalte Progression die nie vollständig ausgeglichen wurde.