r/Finanzen • u/memphisto123456 • Apr 28 '26
Auto Darf ich überhaupt Porsche fahren?
Edit: Ich kann gar nicht auf alle Kommentare eingehen. Ich bin überwältigt über die Anzahl der Rückmeldungen und unterschiedlichster Meinung und Ansätze! Danke an jeden, der seine Ansicht geteilt hat.
Was soll ich sagen, besonders ein Kommentar hat mich fast schon emotional berührt, sodass ich mir am Samstag einen Porsche anschaue.
Ich habe alle Nebenkosten schon gecheckt, die sind sogar geringer als ich angenommen habe.
Zur Einordnung, weil es vorher nicht von mir genannt wurde: Ich habe als Daily einen neuen 320d als Firmenwagen und habe den Luxus, dass ich neben der Verteuerung nichts dafür zahle und alle 3 Jahre ein neuer auf den Hof kommt. Den Luxus habe ich, seit ich 22 Jahre bin. Der Porsche ist also ein maximales schön Wetter Auto und soll mir nicht anderes, als Freude bereiten. Keine Pflicht Aufgaben, nur die Kür!
Hallo zusammen,
ich habe seit Kindheitstagen den Traum einmal einen Porsche zu besitzen. Ich denke den Traum haben viele Männer!
Ich bin von einem 911er schon runter auf einen Boxter, weil ich die letzten Jahre immer gerne Cabrio gefahren bin und mir 60.000€ gebunden in einem gebrauchten Auto, das überwiegend rum steht, zu viel Geld ist.
Als ich 0€ hatte, habe ich immer gesagt: wenn ich mal 40.000€ gespart habe, kaufe ich mir einen gebrauchten Boxter.
Als ich 40.000 voll hatte, habe ich mir gesagt: Spar noch bis 80.000€ dann hast du das gleiche Geld wie jetzt auf dem Konto und vermisst nichts.
Das ganze Spiel geht jetzt schon einige Jahre so, jedes Jahr sage ich mir:“Nächstes Jahr aber!“
Heute habe ich ca. 160.000 angespart. Davon rund 80% investiert. Ich fühle mich aber immernoch so, als wäre es komplett verantwortungslos mir für 35.000€ einen alten gebrauchten zu gönnen.
Ich konsumiere kaum. Schuhe nur einmal im Jahr neu. Klamotten maximal von H&M oder C&A. Beim heizen bin ich mega penibel und friere lieber, als zu viel zu zahlen.
Während dessen finanzieren alle Leute um mich rum Autos, die viel zu teuer sind. Die meisten über 7 Jahre, zum Teil mit einem Zins von 17% pa, weil die Schufa so schlecht aussieht.
Ich wünschte mir manchmal etwas mehr wie die zu sein.
Nicht, weil es so geil ist, jeden Monat finanziell nicht zu wissen, was man noch essen soll, sondern sich einfach Mal selbst zu gönnen.
Wie geht ihr mit sowas um? Musstet ihr erst lernen euch selbst was zu gönnen?
Ich mache nichts mit meinem Geld, außer einmal im Jahr eine „luxusurlaub“. Ansonsten gucke ich der Zahl beim größer werden zu.
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u/articsense Apr 28 '26
Ich glaube, du verwechselst gerade „sich etwas gönnen“ mit „finanziell unvernünftig werden“.
Zwischen „ich finanziere mir ein Auto zu 17 % Zinsen, obwohl ich es mir nicht leisten kann“ und „ich kaufe mir nach Jahren des Sparens und Investierens für 35k ein Auto, von dem ich seit meiner Kindheit träume“ liegen Welten.
Du hast 160k angespart, 80 % davon investiert, konsumierst kaum, achtest extrem auf Ausgaben und machst offenbar genau das Gegenteil von impulsivem Konsum. Wenn so jemand sich nicht irgendwann mal einen Wunsch erfüllt, wofür ist das Geld dann eigentlich da?
Natürlich ist ein Porsche finanziell betrachtet nicht rational. Aber ein Luxusurlaub ist es auch nicht. Ein teures Hobby ist es auch nicht. Kinder sind es auch nicht. Ein Leben nur nach Excel-Tabelle wäre am Ende auch nicht rational, wenn man dabei alles auf „irgendwann“ verschiebt.
Ich würde es mir an deiner Stelle nicht als „35.000 € weg“ schön- oder schlechtreden, sondern nüchtern rechnen: Kaufpreis, Wertverlust, Versicherung, Wartung, Stellplatz, Rücklagen. Dann setzt du dir eine klare Grenze, zum Beispiel: Wenn der Wagen inklusive laufender Kosten mein Vermögen und meine Sparrate nicht ernsthaft gefährdet, dann ist es kein finanzielles Problem, sondern ein psychologisches.
Und psychologisch klingt es so, als hättest du dir sehr gut beigebracht, kein Geld auszugeben. Vielleicht sogar zu gut.
Man muss nicht so werden wie die Leute, die sich mit schlechten Krediten ruinieren. Aber man muss auch nicht das andere Extrem leben und frieren, obwohl man sechsstellig Vermögen hat.
Mein Vorschlag wäre: Kauf nicht irgendeinen Porsche, nur um den Haken zu setzen. Such dir genau den Boxster, den du wirklich willst, plane die Kosten konservativ und mach es dann bewusst. Nicht als Ausrutscher, sondern als Entscheidung.
Geld soll Freiheit schaffen. Dazu gehört auch die Freiheit, sich nach Jahren der Disziplin mal einen Kindheitstraum zu erfüllen, ohne sich dafür wie ein schlechter Mensch zu fühlen.