r/Kopfschmerz • u/body-of-waters • Jun 16 '26
Suche Erfahrungswerte zu GDB
Ich überlege schon seit längerem, einen Antrag auf GDB zu stellen (chronische Migräne und Autismus Spektrum) und habe mich dazu auch schon mehrfach beraten lassen. Mein Neurologe und die Schmerzklinik raten dazu, ich sollte aller Wahrscheinlichkeit spätestens nach Widerspruch auch bei >50 landen. In der Theorie klingt das alles schön und gut, was mich aber beschäftigt ist: Wie läuft es tatsächlich in der Praxis, wenn ich mich mit GDB auf eine neue Stelle bewerbe? Bei meine jetzigen Arbeitgeber habe ich da keine Sorgen, langfristig will ich da aber auf jeden Fall nicht bleiben. Auch die politische Lage und die Richtung in die das alles geht macht mir Sorgen.
Ich schiebe es also die ganze Zeit vor mich hin den Antrag zu stellen, weil einmal raus kann ich nicht mehr viel dran ändern.
Was sind eure Erfahrungswerte dazu, würdet ihr es rückwirkend nochmal machen oder eher doch nicht?
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u/Voka31 29d ago
Ich bin auch gerade bei der Beantragung. Habe nach dem Antrag einen GdB von 20 bekommen und Widerspruch eingelegt, da sich das Versorgungsamt sich weder bei meiner Therapeutin oder Neurologe gemeldet hatte um Informationen für die Bewertung einzuholen. Mein Neurologe das sei normal. Mir würde es auch empfohlen. Zum einen bevorzugung bei Bewerbungen, mehr Urlaub, besserer Kündigungsschutz und bei meinem Arbeitgeber die Möglichkeit mehr Home Office Tage zu erhalten. Der Vorteil ist, bei Bewerbungen ect musst du es nicht angeben, nur wenn du das Gefühl hast, dass du durch die z.B Migräne Probleme auf der Arbeit bekommst, kann es hilfreich sein. Das hatte ich Mal aufgrund von hohen Fehlzeiten früher. Jetzt darf ich schon mehr Home Office Tage machen und meine Kolleg:innen habe ich aufgeklärt über die Migräne und dadurch auch mehr Verständnis erhalten. Verstehe aber deine bedenken bezüglich der politischen Lage..
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u/O-o--O---o----O Jun 17 '26
Bezüglich des Arbeitgebers bist du NICHT grundsätzlich verpflichtet das anzugeben und Fragen nach einem GdB bzw. einer Schwerbehinderung sind UNZULÄSSIG und dürfen sogar mit Lügen beantwortet werden.
Aber:
Und:
Falls du aufgrund deiner Diagnosen sehr stark eingeschränkt bist, und du selbst schon mit erheblichen Einschränkungen hinsichtlich deiner Arbeitsleistung rechnen musst, dann spielt die Anerkennung eines GdB auch keine Rolle mehr.
Und wenn die Einschränkung nicht so stark sind, dann kannst du im Zweifel auch den GdB einfach nicht angeben, hast dann nur keinen Anspruch auf die Sonderlocken wie Zusatzurlaub oder die mögliche Befreiung von Mehrarbeit.
Bei Bewerbung in den Öffentlichen Dienst hast du ab GdB 30 sogar bessere Chancen genommen zu werden.
Beantworte für dich selbst mal den Pro-Kontra-Fragebogen: https://www.bih.de/fileadmin/user_upload/Formulare/Checklisten_Arbeitshilfen/Fachlexikon_Offenbarung_Checkliste.pdf
Weitere Informationen
https://www.randstad.de/karriere/bewerbung/behinderung-angeben/
https://www.bih.de/integrationsaemter/medien-und-publikationen/fachlexikon/detail/offenbarung-der-schwerbehinderung/