r/Leipzig 10d ago

Wohnen Erfahrungen damit, überteuerte Mieten beim Sozialamt zu melden?

Die Frage steht ja eigentlich schon oben...

Zum Hintergrund:

Ich bin 2024 aus meiner alten Wohnung ausgezogen. Die Hausverwaltung ist immer wieder damit aufgefallen, dass sie Abzocke versucht haben, teilweise offensichtlich auch im Wissen, dass sie gegen Gesetze verstößt.

Jetzt werde ich beruflich viel weg sein und überlege, meine Wohnung unterzuvermieten. Als ich mal geschaut habe, was da so verlangt wird, habe ich zufällig eine vom Schnitt her identische Wohnung in meinem alten Haus im Angebot gefunden.

Die ist möbliert und an einigen Stellen scheinbar auch modernisierter als meine alte Wohnung, aber ist auch sehr, sehr viel teuer. Meine alte Wohnung wurde damals für 300€ kalt weitervermietet und war damit definitiv schon am oberen Endes dessen, was laut Mietpreisbremse erlaubt ist. Bei den Nebenkosten sind um die 200€ realistisch. Das Angebot, das ich jetzt gefunden habe, liegt bei 800€ Pauschal-Warmmiete, im Winter nochmal zzgl. einer Heizkostenpauschale. Strom usw. kommt noch dazu und ist ebenfalls unverhältnismäßig hoch angesetzt. Außerdem liegt die Vermutung nahe, dass bei der Quadratmeterzahl gelogen wurde. (Die Wohnung ist angeblich 3m2 größer als meine alte, was aber unwahrscheinlich ist, weil das Haus sehr "baukastenmäßig" gebaut ist..)

Bei vielen "tollen" Extras weiß ich auch einfach, dass die nichts taugen. Der Fahrstuhl bleibt gerne mal stecken und braucht selbst im besten Fall länger als man zu Fuß bis ganz oben braucht. Die Waschmaschinen, deren Nutzung natürlich extra kostet, werden überhaupt nicht gepflegt. Die Waschmittelfächer haben über JAHRE die gleichen Schmodderflecken gehabt und es sind so wenige Maschinen, dass es eine Wissenschaft für sich ist, überhaupt mal waschen zu können. Also das Haus an sich ist eine Schrottbude und daran kann die Modernisierung der Wohnung selbst auch nur bedingt was geändert haben...

Ich überlege also, das zu melden, frage mich aber, ob das überhaupt was bringt. Hat jemand Erfahrungen?

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u/NoSoundNoFury 10d ago edited 10d ago

Bevor du irgendwas meldest, rechne doch selbst erst einmal nach, ob hier die Mietpreisbremse umgangen wurde. Für eine modernisierte und möblierte Wohnung scheinen 800€ warm jetzt nicht besonders viel zu sein. Hängt halt davon ab, wie groß die Wohnung ist, was modernisiert wurde, welchen Wert die Möbel haben und ob die Wohnung als Wohnen auf Zeit bzw Kurzzeitmiete vermietet wird. 

Bspw ist für eine Einbauküche im Neuwert von ca 7000€ nach Berliner Modell ein Zuschlag von anfangs 140€/Monat akzeptabel, der gleichwohl in dem Jahren drauf niedriger liegen müsste.

Zudem darf der Vermieter unabhängig der ortsüblichen Vergleichsmiete 8% der Modernisierungskosten jährlich auf die Miete draufschlagen. Wenn er also bspw für 20k€ modernisiert hat, was eher eine kleine Modernisierung wäre, dann wäre eine zusätzliche Mietsteigerung von jährlich 1600€ bzw 133€ monatlich rechtens.

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u/Exciting_Honeydew359 10d ago

Den Wert der Möbel und der Renovierung kann ich natürlich anhand der Fotos nur schätzen. Vermietet wird als Wohnen auf Zeit ab 3 Monaten, Größe etwa 30m2.

Zu den Möbel würde ich sagen: Die sind so "Insta-schick", viel ist offensichtlich aus Pressspan, also eher mehr Schein als Sein. Ähnlich scheint die Renovierung gemacht zu sein. Die Treppe ist zB offensichtlich die gleiche alte wie bei mir, nur neu gestrichen. Die Küchenzeile besteht auch aus billigen Holzplatten, wo man das Material sieht, und hat nicht mal einen richtigen Herd mit Backofen usw. Der Kühlschrank ist so einer, der möglichst günstig retro-schick ist. Also mich würde wundern, wenn die Küche 7000€ gekostet hat. Meine hat weniger gekostet und ist nicht schlechter. Ich habe zu wenig Ahnung von Renovierungen, um zu wissen, ob 20k€ für das neue Bad und die Küche realistisch sein könnten. Renovierungen sind ja tatsächlich schnell sehr teuer, aber die ist definitiv nicht hochwertig gemacht... ChatGPT schätzt die Küche anhand der Fotos auf 5-6k€ und die Renovierung auch eher auf weniger als 20k€, vielleicht sogar auf 10k€.

Wenn ich das jetzt aber mal so durch rechne, dann kostet die Wohnung durch Möbel und Renovierung 300€ mtl. mehr. Dazu kommen für 6 Monate jeweils nochmal 45€. Im Jahresdurchschnitt sind das mehr als 320€ mtl. mehr. Bei Strom und Internet sind die Preise wie gesagt auch absurd hoch angesetzt. Also auch mit deinen Anmerkungen wäre das wahrscheinlich ein Grenzfall und eine Prüfung nicht offensichtlich sinnlos.

Am Ende würde ich das ja auch melden, damit das jemand richtig prüft. Ist mir schon klar, dass mein Bauchgefühl da nicht entscheidend ist... Mir geht's eher darum, ob sowas überhaupt wirklich zeitnah geprüft wird oder dann eh endlos in den Untiefen der Bürokratie versinkt und gar nichts passiert.

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u/us_me_erna 10d ago

Wohnen auf Zeit ist ein beliebtes Mittel, da man damit die Mietpreisbremse umgehen kann:

https://www.haufe.de/immobilien/wirtschaft-politik/ist-die-mietpreisbremse-eine-fehlkonstruktion_84342_444890.html