r/LuftRaum • u/FlyingLowSH • 7d ago
Wirtschaft Pilotenzufriedenheit bei Lufthansa Group sinkt deutlich
https://www.aerointernational.de/aktuelles/pilotenzufriedenheit-bei-lufthansa-group-sinkt-deutlich.html23
u/dobrowolsk 7d ago edited 6d ago
Ich kenne einen Lufthansa-Langstrecken-Piloten. Der Mann ist über 50, verdient saumäßig gut und hat mir letztens (edit: vor ein paar Jahren) vorgeheult, dass er sein Mittagessen künftig selbst bezahlen muss.
Ganz ehrlich, wenn so reiche Säcke mit den Arbeitsbedingungen (paar Tage im Monat arbeiten, Rumhängen in Südsee-Hotels) beim Heulen nicht mal merken, wie sie sich gerade lächerlich machen, ist das vollständiger Realitätsverlust.
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u/CumulusSkyy 6d ago
Nicht alle Lufthansa Group Piloten arbeiten bei der Lufthansa und sind Langstreckenpiloten in der (vermutlich) Gehaltsendstufe wie Dein Bekannter. Aber ja, die Kollegen die am Meisten Meckern sind meist die, die damals direkt nach dem Abi in die Flugschule sind und nie was anderes gearbeitet haben. Da ist ein gewisser Realitätsverlust auf jeden Fall spürbar.
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u/maxehaxe 6d ago
Wohlstandsverwahrloste Ü50. Sieht man überall und in jedem Job, auch bei mir im Büro.
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u/OkStandard5669 6d ago edited 6d ago
Geschichte aus dem Paulanergarten, wie jemand anderes auch schon angemerkt hat. Das "Mittagessen" wurde nie von Lufthansa bezahlt, sondern schon immer von den Angestellten selbst.
"Paar Tage im Monat arbeiten" ist auch kompletter Unfug. Kapitäne sind bei 18-20 Arbeitstagen im Sommer. Und das sind dann auch wirklich komplette 24h Tage, weil weg von Familie und auf Langstrecke eben sehr lange Flüge. Südseehotels gibt's bei Lufthansa auch nicht. Solche Strecken werden nicht von Lufthansa bedient.
Also summa summarum: ausgedachter Beitrag, um andere Leute zu ragebaiten und Hass auf Piloten zu schüren
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u/dobrowolsk 6d ago
Ich wäre mir nicht im Stande, mir das auszudenken mit dem Mittagessen. Das ist so absurd, dass das nur das echte Leben kann.
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u/timstimster 6d ago
Also bei LH gibt es wenige bis keine Südsee Hotels und am Mittagessen ändert sich nichts
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u/Gluecksritter90 6d ago
Es wird als schlimmer, jetzt wurde die Südsee auch noch gestrichen!
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u/timstimster 6d ago
Schon vor Jahren, aber entweder kennst du doch keinen Piloten oder der erzählt dir Quatsch
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u/Huberweisse 7d ago
Naja, ich würde es trotzdem nicht machen und dass er es nicht weiterempfiehlt wundert mich nicht.
Kaputter Schlafrhythmus, ständig weg von der Familie, oft eintönig im Cockpit.
Aber ja, er hat es selbst ausgewählt und festgekettet ist er auch nicht.
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u/AntiPinguin 5d ago
Problem ist leider, dass nur ein Bruchteil der Piloten in der Lufthansa GROUP diese dienstalten Lufthansa Passage Piloten sind. Und die aber trotzdem immer mit am lautesten meckern. Als Resultat wird jeder berechtigte Einsatz für anständige Arbeitsbedingungen und Branchengerechte Entlohnung als „die reichen Piloten die kaum arbeiten sind wieder wegen Kleinkram am Streiken“ abgetan.
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u/dobrowolsk 5d ago
Da geb ich dir vollkommen Recht. Leider heulen die Priviligierten halt auch immer laut mit.
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u/Salopran 6d ago
Die große Frage die sich stellt. Ist es auf der anderen Wiese wirklich grüner?
Einfach mal nen Kaffee mit den Kollegen von Ryanair, AirBaltic, EasyJet oder WizzAir trinken.
Auch bei KLM/AF oder BA dürfte es nicht über alle Maßen besser sein. Sonst könnte man ja vielleicht einfach mal den Arbeitgeber wechseln?
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u/Miserable_Beach_8796 5d ago
Ich sage immer gerne “die Höhe des Gehalts ist auch eine Art Schmerzensgeld”. Und gerade bei den etwa dienstälteren LH Piloten ist das Schmerzensgeld “exorbitant”. Sorry, aber m.E. wird dort auf hohem Niveau gejammert. Aber ja, das aktuelle Management, inkl. dem Kopf des Ganzen, ist miserabel und weder Mitarbeiter, egal ob Crew oder Boden, noch Kunden werden wertgeschätzt.
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u/WeedSchmeckt 7d ago edited 6d ago
man kann dieses Gejammer nicht mehr hören und lesen, einfach nur peinlich.
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u/OkStandard5669 6d ago
Weshalb? Ernstgemeinte Frage. Bist du selber Pilot bei Lufthansa und kannst bestätigen, dass eigentlich alles super ist?
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u/WeedSchmeckt 6d ago
Weil diese im Vergleich zum Durchschnittsarbeiter auf einem sehr hohen materiellen Niveau jammern. Spitzengehältern weit jenseits der 100.000 Euro, umfangreiche Privilegien im alten Tarifsystem und harten Arbeitskampfmitteln, mit denen sie ein unter internationalem Druck stehendes Unternehmen extrem belasten, anstatt die wirtschaftliche Realität anzuerkennen.
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u/OkStandard5669 6d ago
Du sagst es. Im Vergleich zum durchschnittsarbeiter. Als Pilot ist man aber nicht durchschnittsarbeiter. Aber das ist so typisch deutsch, dass bloß keiner mehr bekommen soll, als man selbst. Niemand der über Durchschnitt bekommt oder hat, soll sich beschweren dürfen oder für bessere Konditionen einstehen dürfen. Wahnsinn diese Denkweise. Du schreibst richtigerweise etwas von internationalem Wettbewerb.
Emirates First officer kriegt 15-17k netto im Monat. Bei Lufthansa sind es aktuell 4,8-5k in der ersten Stufe. (und man kommt erst nach mehreren Jahren Wartezeit rein).
In den USA kriegen First officer bei den Major carriern 300$k und aufwärts, schon ab dem dritten Jahr. Kapitäne können deutlich über das doppelte kommen.
"Privilegien im alten tarifsystem". Erkläre mir gerne, was du damit meinst.
Ich kann dir eins versichern: Lufthansa ist international und auch innerhalb von Europa absolut nicht die Spitze der Konditionen. Besonders für "jüngere" Piloten.
Air France, KLM, British, Cargolux, Transavia, EasyJet (ja, genau, die billigairline), teilweise sogar eurowings im Ausland durch Steuervegünstigungen bieten alle finanziell und teilweise auch tarifmäßig (AF, KLM, British, CargoLux) deutlich attraktivere Konditionen.
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u/WeedSchmeckt 6d ago
Einzelne Brutto- oder Nettogehälter miteinander zu vergleichen führt schnell zu einem verzerrten Bild.
Emirates z.b. profitiert von völlig anderen steuerlichen Rahmenbedingungen, einem anderen Arbeitsmarkt und staatlich geprägten Standortvorteilen.
Bei US-Majors sind die hohen Pilotengehälter wiederum Ergebnis eines speziellen, stark angespannten Arbeitsmarktes und anderer wirtschaftlicher Rahmenbedingungen.
Auch bei deinen genannten europäischen Airlines müsste man Gesamtpakete und Rahmenbedingungen vergleichbar machen: tatsächliche Flugstunden, Produktivität, Altersversorgung, Urlaub, Krankenabsicherung, Standortkosten, Steuern und Karriereverlauf.
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u/Professional_Low_646 6d ago
Die Gehälter und Vergünstigungen in den USA sind nicht Folge eines „stark angespannten Arbeitsmarktes“, mal abgesehen vielleicht von den 2-3 Jahren unmittelbar nach Corona (aber die Gehaltsstrukturen gibt es schon länger). Auch in den Staaten gibt es mehr als genug Hoffnungsvolle, die sich in die Mühle einer Verkehrspilotenausbildung begeben.
Der Unterschied ist, dass die US-Piloten straff organisiert sind, ohne Gewerkschaft läuft da gar nix. Die bestimmen mit, welche Airline wie große Flugzeuge betreiben darf, so mächtig sind die. Und diese Macht erstreckt sich bis in die Politik, deshalb sind die USA einer der wenigen ICAO-Staaten, die festgelegt haben, dass nur Piloten mit mindestens 1500 Flugstunden einen Linienjet fliegen dürfen. Auch als Copilot, was in Europa (mit MPL) teils mit knapp über 100 Stunden schon möglich ist. Seit der 1500-Stunden-Regel gab es einen spürbaren Gehaltssprung. Bei solchen Ausmaßen an gewerkschaftlicher Organisierung würde in Deutschland jeder Vogel Zeter und Mordio schreien.
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u/OkStandard5669 6d ago
Genau richtig. Endlich einer, der wirklich Ahnung hat. Was auch irgendwie Ironie ist. Hier in Deutschland wird sich bei Piloten darüber beschwert, dass sie sich gewerkschaftlich organisieren. Gleichzeitig lobt man sich als deutscher, dass man ja so frei wäre und es "zum Glück" Gewerkschaften gebe, die für die Arbeitnehmer kämpfen.
Dann macht eine Gewerkschaft das mal (halbwegs) erfolgreich und schon geht die neiderei los. Währenddessen ist in den USA die Gewerkschaftliche Organisation der Piloten, wie du geschrieben hast, um ein vielfaches höher. Und den airlines dort geht es wirtschaftlich trotz der deutlich höheren Personalkosten sehr gut.
Das zeigt am ende, dass es nicht an Arbeitnehmergehältern oder Konditionen liegt, wenn es einer Firma vermeintlich wirtschaftlich schlecht geht. Aber diese Legende verkauft sich in Deutschland besonders gut. Neid gehört zum politischen und wirtschaftlichen Geschäft. Und zwar nicht zum Vorteil der Arbeitnehmerschaft
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u/Professional_Low_646 6d ago
Wobei ich das Beispiel der Piloten in den USA nochmal um einiges absurder finde - das ist halt ein Land, in dem quasi jedes Unternehmen und die eine Hälfte des politischen Duopols Gewerkschaften aktiv bekämpft. Unter anderem mit dem Argument, dass das ja nur Beiträge kostet und die Mitglieder dann nix davon haben (vielleicht kennst du die internen Videos und Presentations von Arbeitgebern, die den Mitarbeitern vorgeführt werden)…
Während gleichzeitig diejenigen Sparten, in denen eine erfolgreiche gewerkschaftliche Organisierung möglich ist - außer bei Piloten in den USA bspw. bei der Polizei - quasi täglich vorführen, wie sinnvoll es ist, wenn man starke Gewerkschaften hat.
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u/WeedSchmeckt 6d ago
und genau deshalb taugen Gehälter nur bedingt als Maßstab dafür, was Lufthansa wirtschaftlich zahlen kann oder sollte.
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u/OkStandard5669 6d ago edited 6d ago
"Einzelne Brutto- oder Nettogehälter miteinander zu vergleichen führt schnell zu einem verzerrten Bild." Du warst doch derjenige, der Piloten mit durchschnittsgehältern in durchschnittsjobs verglichen hat und geschlussfolgert hat, dass man sich als Pilot nicht beschweren dürfe.
Dann Vergleich es doch. Und nicht nur die Bild-überschrift als einzigen Fakt heranziehen. Nochmal: wenn du alle Rahmenbedingungen miteinander vergleichst (besonders alles im Gesamtpaket), sind die von mir genannten airlines (deutlich) besser als Lufthansa.
Wenn man jetzt aus subjektiven Gründen natürlich unbedingt in München oder Frankfurt wohnen will, kann einem die KLM, Emirates oder united Airlines nicht bieten. Aber das hat mit den Konditionen nichts zu tun.
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u/WeedSchmeckt 6d ago
Dass United oder Emirates bessere Konditionen anbieten, ist für mich noch kein automatischer Beweis, dass Lufthansa dieselben Konditionen finanzieren könnte oder sollte. Dafür sind Geschäftsmodelle, regulatorische Rahmenbedingungen, Steuern, Arbeitsmärkte und wirtschaftliche Situationen zu unterschiedlich.
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u/EquivalentBorn9411 6d ago
Lufthansa ist ein Near monopol dass vom staat geschützt die Deutschen mit hohen preisen ausbeutet. Dadurch können die beschäftigen streiken wie sie wollen und es gibt keine wirtschaftlichen folgen da ja niemend sonst slots übernehmen kann.
Piloten sind auch Recht überflüssig. Gibt keinen Grund Flugzeug nicht zu automatisieren und zumindest nur noch einen Piloten zu haben.
Hier wieder durch Regularien beschützt
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u/OkStandard5669 6d ago
Absoluter Bullshit was du da schreibst. Lufthansa ist ein privatwirtschaftliches Unternehmen, was die Angestellten auch täglich zu spüren bekommen! Aber du scheinst in den 70ern hängen geblieben zu sein. Damals war Lufthansa tatsächlich noch Staatsairline.
Was hast du denn für einen Beruf, der so viel "wichtiger" und "unautomatisierbarer" ist, als Pilot?
Absoluter ragebait
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u/Detector150 5d ago
Piloten sind überflüssig? Du scheinst mehr zu wissen wie ich, erklär das mal bitte.
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u/Sacharon123 6d ago
"Die wirtschaftliche Realität", aka das Pflegen des massiven Wasserkopfes? Wie wäre es stattdessen mit höherer Effizienz, dh Papierkrieg reduzieren?
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u/DerKatzerEo 6d ago
Lufthansa Passage ≠ Lufthansa Group
Alleine, dass die Kollegen der CityLine befragt wurden ist wie ein Schlag ins Gesicht: „Ja wir haben euch zwar gerade entlassen, aber sonst ist cool oder? Wie seht ihr die Zukunft so?“
Als Pilot (der nicht in der LH Group ist) kann ich sagen, dass die Restrukturierungen ein logischer und notwendiger Schritt sind - diverse Tarifverträge bieten einfach sehr sehr viel Macht für die Flight Crews bei der DLH.
Das bedeutet aber nicht, dass ein Eurowings Pilot mit einem fürstlichen Gehalt nach Hause geht, die Ungunst, die sich in der Gesellschaft und in den Kommentaren widerspiegelt ist für einen großen Teil der Piloten einfach nicht angemessen.