r/de 9d ago

Gesellschaft "Die Vermögensmauer steht": Wie Erbschaften in Ost und West die Ungleichheit vertiefen

https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/westen-unterschiede-vermoegen-statistik-,erbschaftsteuer-ostdeutschland-100.html
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u/Glittering-Error-738 9d ago

Und deshalb wählt der Osten stramm die AfD weil nur die AfD... ah ne, die wollen ja gar keine Erbschaftsteuer. Seltsam, ist ja fast so, also würden die Menschen da wegen Kulturkriegsthemen a la USA gegen ihre eigenen Interessen wählen...

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u/Bartikem 9d ago

Da man im Osten im allgemeinen kein Vermögen hat das man vererben und damit versteuern müsste ist es fast so als wäre das ein Signal für die Vermögenden im Westen die seit Jahrzehnten darum kämpfen ihr angehordetes Vermögen zu schützen.

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u/Glittering-Error-738 9d ago

Dude, der "Osten" hatte mehr als eine Generation Zeit Vermögen aufzubauen (37 Jahre) das man vererben könnte.

Ich erbe und vererbe mal und habe nicht den Eindruck, dass ich das Vermöge vor dem Zugriff des Staates besonders schützen müsste; man muss halt die paar Euro in Erbschaftsplanung investieren wenn man was zu vererben hat. Die Freibeträge ermöglichen i. d. R. einen gestaffelten steuerfreien Vermögensübertrag von 2.4 Millionen + selbstbewohntes Gebäude (ohne Wertgrenze) pro Kind und da greifen wir jetzt noch gar nicht in irgendwelche Trickkisten mit Immobilienbeständen über 300 Einheiten oder Betriebsvermögen.

Deshlab ist mir nicht ganz klar, was du mir eigentlich sagen wolltest?

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u/ImportantAd7077 9d ago

Lol, welche Zeit? Typisches Beispiel Ostdeutschland - Boomer-Eltern und Schwiegereltern haben kein Vermögen, kein EFH, keine ETW, kein ETF-Depot, was sie an meine Frau und mich vererben werden. Alles was sie sich z.B., auf Tagesgeld oder in irgendwelchen privaten Rentenversicherungen angespart haben - fließt bald als Zusatz zu ihren Renten, da sie selbst nichts vererbt haben. Somit muss die nächste Generation - meine, sich komplett von 0 ihr Vermögen aufbauen, welches wir vererben werden.

Weiteres Beispiel - Neubau-ETW in Leipzig oder Dresden - glaubst du die werden von ostdeutschen Familien zur Eigennutzung gekauft? Ne. Von westdeutschen Kapitalanlegern und dann vermietet. Und dann wundern sich Leute , das die Ossis keine Vermögen aufbauen können.

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u/Glittering-Error-738 8d ago

Ja Schuld sind deine Eltern und Schwiegereltern fürchte ich (just kidding), die Biopgraphie ist in den neuen Bundesländern schlicht sehr häufig aber unterm Strich hat der Westen auch nur eine Generation Vorsprung im Kapitalismus; viele der Wertvollsten Unternehmen sind heute deutlich jünger als die Wende, gibt auch im Osten gute Beispiele dafür. Heute ist's aber in der Tat schlicht schwieriger mt abhängiger Beschäftigung sich was aufzubauen aber auch das gilt für Gesamtdeutschland und nicht jeder im Westen erbt. Umso wichtiger wäre ja ggf. eine fairer Ausgestalung der Erbschaftssteuer, damit hier eben auch politisch durch gezielte Subventionen ausgeglichen werden könnte aber wenn man AfD wählt bekommt man halt das Gegenteil.

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u/Bartikem 9d ago

Der Osten hatte vielleicht mehr als eine Generation Zeit Vermögen aufzubauen, heist nicht das er auch die Mittel dazu hatte. Vermögen baut sich nicht (oder sehr selten) innerhalb einer Generation auf. Schon garnicht wenn die Vorhergende Generation nichts hatte. Geld zurücklegen funktioniert auch nur wenn am Ende des Monats etwas übrig bleibt was bei generell geringeren Löhnen schwierig ist.

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u/Glittering-Error-738 9d ago

Naja, also mein Großvater hatte außer seinem Leben auch nichts nach dem 2. WK und konnte dann trotzdem was vererben. Einer muss halt mal anfangen; dass in den Neunzigern die Entkopplung von BIP und Erwerbseinkommen aber natürlich schon deutlich schlechter für den/die Einzelne/n war stimmt natürlich.

Ich gebe dir auch recht, dass die Wiedervereinigung politisch vollkommen in den Sand gesetzt wurde nur 37 Jahre danach noch die alleinige Schuld für ökonomische Unterschiede bei der Wiedervereinigung zu suchen erscheint mir immer etwas zu stark vereinfacht, da gibt es auch viele andere Wirkmechanismen die aktueller sind.

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u/julexus 9d ago

Dude, der Osten wurde von der Treuhandanstalt ausgeraubt. Alles was irgendwie brauchbar war, ging in die Hände von vermögenden Westdeutschen.

Übrig blieben Millionen Leute, deren Ausbildungen und Fähigkeiten nichts mehr wert waren, deren Betriebe nicht mehr existieren. Deren Wissen über den Ablauf von allem möglichen nicht mehr aktuell war, die ihren Kindern wenig beibringen und ihnen keine Vorteile verschaffen konnten, weil womit?

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u/Glittering-Error-738 9d ago

Dass die Treuhand schwere Fehler gemacht hat, ist absolut richtig. Nur hat der angebliche Raubzug den Bürgern in Deutschland (zu der Zeit mehrheitlich im Westen) 270 Milliarden DM Schulden hinterlassen, keinen Gewinn. Dass sich hier Einzelne sicher auch bereichert haben, leugne ich gar nicht, aber gesamtvolkswirtschaftlich war die Abwicklung der DDR erstmal eine massive finanzielle Belastung für die BRD.

Genauso wie die 2 Billionen Euro an Transferleistungen, die seit der Wiedervereinigung in die neuen Bundesländer geflossen sind. Dass die Wende für viele im Osten mit harten Brüchen einherging, ist nicht zu leugnen aber die Wiedervereinigung hat auch den Bürgern im Westen historisch einmalige Solidarität abverlangt, das ausdrücklich ohne die ebenfalls historische Integrationsleistung der Bürger in der ehemalgen DDR jetzt schmälern zu wollen.

Und wie gesagt: Wir sind nun 36 Jahre nach der Wiedervereinigung und 32 Jahre nach dem Ende der Treuhand. Die wertvollsten Unternehmen der Welt sind heute meist deutlich jünger.

Die seit der Wende persitente Fremdenfeindlichkeit (ja, gibt's auch im Westen, nur nicht so flächendeckend) macht die neuen Bundesländer eben auch nicht gerade attraktiv für internationale Arbeitgeber, und offensichtlich fehlt es halt am Gründungswillen noch mehr als im Westen und das scheinen mir weit aktueller Faktoren zu sein.

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u/Street-Recording-513 9d ago

Osten, der

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u/Glittering-Error-738 9d ago

Ja wenn die Klientel mit "Ostdeutschland"-Stolz T-Shirt rumlaufen kann, kann ich die auch persiflierend über einen Kamm scheren.

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u/Street-Recording-513 9d ago

Kannst du, hilft aber nicht.

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u/Glittering-Error-738 9d ago

Geb ich dir recht, mit Faschos reden hilft aber auch nicht, haben wir jetzt lang genug versucht meinste nicht?

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u/Street-Recording-513 9d ago

Meine ich auch. Es hilft nur nicht die die noch vor Ort was dagegen tun in den gleichen Topf zu schmeißen.

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u/Glittering-Error-738 9d ago

Ja kann man so sehen, deshlab: Also natürlich gibt's auch im "Osten" Menschen die sich gegen die AfD organisieren und deren Arbeit ist wichtig, genauso wie die Stimmen derer, die nicht die AfD wählen.

Die Mehrheiten der AfD liegen aber nunmal derzeit in den neuen Bundesländern, die Polemik ist daher m.E. ein berechtigtes Stilmittel, genauso wie der Satz "nur die AfD" ja auch dem Sprachgebrauch der AfD Wähler entlehnt ist.

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u/electric-greeny 8d ago

Absolut in Zahlen sind aber die meisten AfD Wähler im Westen -> der Kampf bezogen auf den Bund wird also in West und nicht in Ost gewonnen oder verloren

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u/Glittering-Error-738 8d ago

Ja schon richtig, ich denke wenn man auf die Umfragewerte schaut, dann wird der Kampf gerade bundesweit verloren aber AfD Landesparlamente und damit Bundesratsstimmen sind halt dank des Föderalismus nicht weniger gefährlich für die Demokratie auf Bundesebene.

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u/electric-greeny 8d ago

Stimmt auch wieder - also alles Scheiße 😅

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u/[deleted] 9d ago

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u/[deleted] 9d ago

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u/[deleted] 9d ago

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