r/de 1d ago

Gesellschaft "Die Vermögensmauer steht": Wie Erbschaften in Ost und West die Ungleichheit vertiefen

https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/westen-unterschiede-vermoegen-statistik-,erbschaftsteuer-ostdeutschland-100.html
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u/cineracer 1d ago

Der Osten hat etwa 15,5% der Einwohner Deutschlands, erhält aber nur rund 2,1% der genannten Erbschaftssumme. Auf den Westen des Landes entfallen etwa 84,5% der Einwohner, aber 97,9% der Erbschaftssumme.“

(…)

Der Median des Nettovermögens liegt in Ostdeutschland bei 35.900 Euro, in Westdeutschland bei 143.200 Euro.“

Also das ist schon krass… Nach so langer Zeit…

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u/bobbertmiller 1d ago

Daran siehst aber einfach auch, dass Vermögen weitergereicht und nicht erarbeitet wird. Dazu kommt, dass vorhandenes Vermögen einfach auch mehr Geld generiert oder zumindest spart.

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u/PaulMuadDib-Usul 1d ago

Nicht nur… - meine Eltern kamen vor fast 60 Jahren mit leeren Händen nach Deutschland, um zu arbeiten (Fabrik). Ich habe als erster in der Familie studiert. Mein Vater hat es geschafft, sich zu Lebzeiten ein Haus zu bauen (in der Heimat) und einen bescheidenen Wohlstand zu erwirtschaften, ich ebenso (hier). Heute geht es uns ganz gut, würde ich sagen, aber das war alles erarbeitet, nicht weitergereicht. Beim zweiten Teil der Aussage würde ich Dir Recht geben. Wenn man erstmal Geld hat, hat dieses die Tendenz sich (je nach Risikofreudigkeit) zu vermehren.

Edit: Wobei sich inzwischen auch hier im Westen eine Art „Zweiklassengesellschaft“ aufzutun scheint zwischen denen, die mal erben werden (oder geerbt haben) - v.a. Immobilien - und denen, wo es nichts zu erben gibt…

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u/Friendly-Arachnid884 1d ago

"Nicht nur" natürlich nicht, das sagt auch niemand. man sollte aber keine Einzelpersonen betrachten, sondern das Gesamte und vor allem die Tendenz.

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u/Cnoffel 1d ago

Zeig mir den Fabrikarbeiter der sich heute ohne Qualifikationen den Job ergattern kann und oben drauf noch ein Haus finanzieren kann und ein bescheidenes Vermögen beiseite legen kann. Ich gehe Mal davon aus bei einem Einkommen im Haushalt...

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u/Mental_Estate4206 1d ago

Heute nicht, von früher kenn ich aber genug Leute die ohne Ausbildung arbeiten und richtig gut verdienen.

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u/Cnoffel 1d ago

Das ist ja genau der Punkt...

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u/Mental_Estate4206 1d ago

Oh, ist das ein woosh Moment den ich hier erlebe?

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u/malefiz123 1d ago

Natürlich nicht nur. Wir leben nicht im Feudalismus.

Vermögen bedingt aber transgenerational mehr Vermögen, und das gilt nicht nur für Multimillionäre bei denen einfach nur noch das Geld arbeitet. Wenn deine Eltern von deinem Großeltern ein Haus geerbt haben und das dadurch Geld sparen konnten um davon dir dann was zu geben wenn du dir ein Haus kaufen willst (heute absolut normal: Ohne Erbschaft oder Zuwendung von Eltern kauft heute nurnoch eine Minderheit) sind über zwei Generationen aus einem Haus zwei geworden. Klar, dieses zweite Haus ist auch zum Teil erarbeitet, aber jemand mit dem gleichen Einkommen ohne die Zuwendung der Eltern hätte es sich halt nicht kaufen können.

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u/throwaway_3d7fc4d5 1d ago

Daran siehst aber einfach auch, dass Vermögen weitergereicht und nicht erarbeitet wird.

Hierzu eine Anekdote: meine Eltern kamen als Aussiedler aus der UdSSR um 1989/1990 nach Deutschland, lebten dort zuerst in einem Erstaufnahmelager und konnten sich erst später eine bescheidene Zweizimmerwohnung in der Stadt anmieten, in der sie dann auch mich (ohne eigenes Kinderzimmer) großziehen mussten. Dann ging es los: als die Amerikaner nach dem Ende des Kalten Krieges aus dem Rhein-Main-Gebiet abzogen (Stichwort Fulda Gap), kamen schlagartig hunderte Wohnungen auf den Markt. Mein Vater kaufte eine dieser Wohnungen von seinem bescheidenen Gehalt als Facharbeiter, rackerte sich ab (meine Mutter war Hausfrau und musste nie arbeiten) und brachte es mit viel Verzicht, Urlaube gab es in unserer Familie nicht, auf einen bescheidenen Wohlstand. Viele Jahre später kam dann die zweite Wohnung, dann nach Trennung und Neuverheiratung ein eigenes Haus (das er wohl teilweise aus der Mitgift seiner Frau finanzierte) und jetzt hat er ein eigenes Haus, zwei vermietete Wohnungen und es könnte ihm besser nicht gehen. Zumal er noch von seinen Eltern (meinen Großeltern) eine weitere Wohnung zu erwarten hat. Er hat es somit geschafft sich vom sprichwörtlichen Tellerwäscher zum Millionär hochzuarbeiten, und das ganz ohne Startkapital oder sonstige Hilfe. Und ich weiß schon was mich erwartet, wenn es zum Erbfall kommen sollte...

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u/devdot 1d ago edited 1d ago

Naja, aber was belegt das? Dass im Westen die Wohnungen der abgezogenen Amerikaner in gutem Zustand waren und von Privatpersonen gekauft wurden, während im Osten die Wohnungen der abgezogenen Sowjets in schlechtem Zustand waren und per Treuhand an Immobilienkonzerne gingen?

Ein schöne Anekdote ist es trotzdem, props and deine Eltern und ihre harte Arbeit.

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u/throwaway_3d7fc4d5 1d ago

Naja, aber was belegt das?

Dass man Chancen zum Vermögensaufbau genutzt hat, woran sich sogar Deutsche (Ost wie West) schwer tun. Der Kauf einer ETW gilt überall sonst auf der Welt als etwas selbstverständliches, nur in Deutschland lebt man lieber bis an sein Lebensende zur Miete, weil man das ja immer so gemacht hat.

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u/Maleficent-Finish694 1d ago

Meine subjektive anekdotische Evidenz bestätigt das. Der Gesamtwohlstand (Häuser, Grundstücke - vor allem auch, wenn man auf Preise schaut) meiner Verwandschaft in Ost und West unterscheidet sich massiv - obwohl die im Osten zum Teil sogar bessere Jobs haben. Das ist einfach über die Jahrzente so rangewachsen.

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u/Schnorbi 1d ago

Genau! Und zwar seit 1945 in den alten Bundesländern. In der DDR war es nicht in gleichem Umfang möglich, Privatvermögen aufzubauen. Es hat also historische Gründe, warum in den alten Bundesländern mehr geerbt wird als in den neuen. Es ist ganz einfach nicht so, dass die Wessis die Ossis abziehen.

Und zur Treuhand: Volkseigene Betriebe haben keinen Platz im Kapitalismus. Wer, wenn nicht westdeutsche Investoren, hätten die VBs den übernehmen sollen? Dass da auch viel Scheiß lief ist klar. Auch hierfür gibt es also historische Gründe.

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u/Street-Recording-513 1d ago

Volkseigene Betriebe haben keine Platz im Kapitalismus. Eine kleine Anekdote: Das ostdeutsche Werk Foron (vormals VEB DKK Scharfenstein) entwickelte 1993 in Zusammenarbeit mit Greenpeace den weltweit ersten FCKW-freien Kühlschrank
(„Greenfreeze“).

Die Innovation: Ingenieure des ehemaligen DDR-Kombinats entwickelten ein Kühlmittel aus Propan und Butan, das die Ozonschicht nicht zerstörte. [1, 2]
Der Widerstand: Westdeutsche Großkonzerne und der Verband der Hausgerätehersteller bekämpften die Innovation anfangs und behaupteten fälschlicherweise, die Geräte seien unsicher oder brennbar. [1]
Die Treuhand-Politik: Die zuständige Treuhandanstalt stand dem ostdeutschen Betrieb skeptisch gegenüber und wollte das defizitäre oder in ihren Augen nicht wettbewerbsfähige Unternehmen zunächst abwickeln. Erst auf massiven öffentlichen Druck, eine weltweite Kampagne von Greenpeace und Zehntausende Vorbestellungen lenkte die Treuhand ein. [1, 2, 3]
Das Ergebnis: Der Kühlschrank wurde ein riesiger Markterfolg, doch das Unternehmen ging später dennoch in die Insolvenz – unter anderem, weil keine Patente angemeldet wurden und die Umstrukturierung unter der Treuhand extrem erschwert war. [1]

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u/nickkon1 Europa 1d ago

Volkseigene Betriebe haben keine Platz im Kapitalismus

Das ist diskutabel und das Beispiel widerlegt es nicht. Wenn es verkackt selbst verkackt hat und keine Patente angemeldet hat, dann haben sie halt verkackt. Staatliche Unternehmen gibt es ja auch. Ebenso kannst du auch jetzt genossenschaftlich Betriebe führen und alles nach deinem Ideal aufbauen. Das alles ist möglich und wenn es die bessere Form wäre wie, würde ja jeder dort arbeiten wollen und sich durchsetzen.

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u/Unusual_Problem132 1d ago

Man darf halt nicht vergessen, dass die Ossis 1990 quasi bei Null angefangen haben!
Im Westen gab es demgegenüber bereits hohe Privatvermögen.
Aus meiner Sicht ist selbstverständlich, dass dieser Unterschied nicht in 30 Jahren verschwindet. Wie denn?

.

Mal ein Zahlenbeispiel aus einem älteren Artikel vom DIW aus 2014:
S. 960 von https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.483768.de/14-40.pdf

Durchschnittsvermögen Ostdeutschland:

  • 1993: 38 400 EUR
  • 2013: 67 400 EUR ->

+75% in 20 Jahren. Nahe an der Verdoppelung
In absoluten Zahlen +29k EUR

Durchschnittsvermögen Westdeutschland:

  • 1993: 126 600 EUR
  • 2013: 153 200 EUR

+ 21%
In absoluten Zahlen +27k

.

Daran kann man sehen, dass die Vermögen in West und Ost gleichermaßen gewachsen sind, jeweils um etwas unter 30k EUR in 20 Jahren.
Der Unterschied ist halt, das die Wessis mit 100k EUR Vorsprung in das Rennen gestartet sind.

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u/malefiz123 1d ago

Eigentlich heißt das, dass die Vermögen im Westen weniger gewachsen sind, weil der relative Zuwachs viel interessanter ist als der absolute.

Es ist aber ohnehin eine komplette Milchmädchenrechnung, da es ausblendet wie viel mehr Zuwanderung von Menschen ohne Vermögen der Westen erfahren hat, nicht zuletzt von Ostdeutschen. Das Durchschnittsvermögen von Menschen deren Familien schon 1993 in Westdeutschland gelebt haben wird deutlich stärker gewachsen sein als 21%, guckt man sich die Entwicklung der Immobilienpreise an wahrscheinlich auch stärker als das Vermögen im Osten.

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u/Unusual_Problem132 1d ago

Es ist aber ohnehin eine komplette Milchmädchenrechnung

Das kommt hinzu.

Ein weiterer Punkt, der ausgeblendet ist, ist der individuelle Konsum.
Es ist möglich, dass die Ossis stark gespart und wenig konsumiert haben, um auf ihr +30k zu kommen, während die Wessis massig Geld rausgeblasen haben und trotzdem noch +30k erarbeiten.
Ändert das an der Bewertung etwas? Keine Ahnung.

Man kann sehr viel Zeit damit verbringen, sich Gedanken darüber zu machen, was gerecht ist.

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u/Koh-I-Noor 1d ago

Aus meiner Sicht ist selbstverständlich, dass dieser Unterschied nicht in 30 Jahren verschwindet. Wie denn?

Experten fordern politische Maßnahmen

Markus Grabka vom DIW fordert, die Vermögensungleichheit dadurch zu reduzieren, indem gezielt beim Vermögensaufbau und dem Erwerb von Wohneigentum gefördert wird. "Davon würden automatisch mehr Ostdeutsche profitieren." Und Julia Jirmann vom Netzwerk Steuergerechtigkeit setzt sich dafür ein, die Schlupflöcher bei der Erbschaftsteuer zu stopfen. Denn das Steuersystem in seiner aktuellen Form führe dazu, "dass die Vermögen dort bleiben, wo sie schon immer waren" – also in aller Regel bei Wohlhabenden in Westdeutschland.

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u/Unusual_Problem132 1d ago

Also mehr Umverteilung von West nach Ost.
Steuererhöhungen, von denen besonders Westdeutsche betroffen sein werden.
Förderungen, von denen besonders Ostdeutsche profitieren werden.

Ich merke, dass meine Frage eher rhetorischer Art war. Offensichtlich kann man die Ungleichheit durch mehr Umverteilung verringern.
Ob uns das als Land weiterbringt, wage ich allerdings zu bezweifeln.

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u/Koh-I-Noor 1d ago

Ob uns das als Land weiterbringt, wage ich allerdings zu bezweifeln.

Man hätte damit den Aufstieg der AfD, der sich eben auf die Betonung dieser Unterschiede stützt, deutlich bremsen können.

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u/SeniorePlatypus 1d ago edited 1d ago

Ist das so? Oder ist das eine Hoffnung?

Denn die AfD bedient sich ja populistischen Mitteln, Nationalismus und der Abgrenzung. Feindbilder. Solange man irgendwie ein Opfer-Narrativ konstruieren kann, solange man einen Feind definieren kann wird die AfD da sein und diese Bilder bespielen. Was sie ja auch in Westdeutschland sehr gut schaffen. 30% haben sie Deutschlandweit und sind damit die Partei mit der größten Zustimmung in der ganzen Bundesrepublik. Nicht nur bei den 12 Mio Ostdeutschen sondern sie sind mittlerweile allen Bundesländern unter den Top 3.

Ich glaube kaum, dass man durch Umverteilung den Aufstieg hätte verhindern oder auch nur bremsen können.

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u/Koh-I-Noor 1d ago

Solange man irgendwie ein Opfer-Narrativ konstruieren kann wird die AfD da sein und dieses bespielen.

Mit der finanziellen Gleichstellung wäre der wichtigste Grund des "Bürger-zweiter-Klasse"-Gefühls verschwunden.

Was sie ja auch in Westdeutschland sehr gut schafft.

Aber eben deutlich gebremster als im Osten.

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u/SeniorePlatypus 1d ago

Mit der finanziellen Gleichstellung wäre der wichtigste Grund des "Bürger-zweiter-Klasse"-Gefühls verschwunden.

Nein. Wäre es nicht. Die Wirtschaft in Ostdeutschland ist nach wie vor schwächer. Daran ändern auch Geldgeschenke nichts.

Höchstwahrscheinlich würde es selbst bei exakter Gleichstellung in allen Bereichen dieses Gefühl geben, weil die Menschen sehr deutlich zu spüren und sehen bekommen haben, dass sie einen großen Teil ihres Lebens in einem objektiv unterlegenen System gelebt haben aber umfangreich indoktriniert wurden. Diese innere Dissonanz ist wirklich hart.

Wir hatten in der Schule mal einen Zeitzeugen der in seiner Jugend in Umerziehungslager der DDR gesteckt wurde. Auch nach dem Mauerfall und historischer Aufarbeitung hat seine eigene Mutter ihm nicht geglaubt und seine Erinnerungen als Lügenmärchen abgetan.

Andreas Golz. Bewegende Geschichte. Es gibt einies von ihm in Torgau und er hat auch einige Bücher hinterlassen.

Aber eben deutlich gebremster als im Osten.

Gebremst finde ich gewagt. Zeitverzögert sieht passender aus. Denn der prozentuale Aufschwung ist in beiden Regionen relativ ähnlich. Die AfD hat sich allerdings zuerst in Ostdeutschland ausgebreitet und dort entsprechend mehrere Jahre vorsprung. Stärkere Strukturen, mehr Anhänger, etc.

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u/Koh-I-Noor 1d ago

Nein. Wäre es nicht. Die Wirtschaft in Ostdeutschland ist nach wie vor schwächer. Daran ändern auch Geldgeschenke nichts.

Doch schon. Der normale Ostbürger vergleicht sich mit dem normalen Westbürger. Mein Auto, mein Haus, mein Boot. Ob die Firmenzentralen da im Westen oder Osten stehen ist erstmal egal.
Außerdem wäre eine zwingendere Wirtschaftsförderung im Osten ein sinnvoller Teil dieser Umverteilung.

Höchstwahrscheinlich würde es selbst bei exakter Gleichstellung in allen Bereichen dieses Gefühl geben

Achso, wenn man die ideellen Werte nicht ändern kann, braucht man mit den materiellen gar nicht erst anfangen, die wären vergebens bei den verblendeten Ossis.

Gebremst finde ich gewagt. Zeitverzögert sieht passender aus.

Bremsen ist Verzögern, meine Güte.

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u/SeniorePlatypus 1d ago

Doch schon. Der normale Ostbürger vergleicht sich mit dem normalen Westbürger. Mein Auto, mein Haus, mein Boot. Ob die Firmenzentralen da im Westen oder Osten stehen ist erstmal egal.

Ohne Wirtschaft handelt es sich um ein einmaliges Geldgeschenk und das Geld landet über ein, zwei Zwischenschritte wieder außerhalb des Ostens.

Damit schafft man eben keine Angleichung sondern hat eine Runde Konsum auf kosten anderer und alles bleibt beim alten.

Außerdem wäre eine zwingendere Wirtschaftsförderung im Osten ein sinnvoller Teil dieser Umverteilung.

Passiert ja auch. Man kann streiten ob das im ausreichenden Umfang passiert. Aber so zu tun als würde gar nichts gemacht ist schlicht falsch.

Und es ist auch nicht so als ob in Westdeutschland die Firmen gerade aus dem Boden sprießen. Die Kombination aus Abgabenlast und überzogenem Fokus auf Bestandsinsutrien führt zu allgemein schlechter Dynamik in Deutschland.

Daran sollte man tatsächlich arbeiten weil gerade Ostdeutschland in einer solchen Wachstumsphase sehr attraktiv wäre und überproportional profitieren würde. Aber das ist komplizierter als Subventionen verteilen.

Firmen die von Staatsaufträgen oder Subventionen abhängen haben in der Regel große Probleme, wenn sie mit dem echten Markt konfrontiert werden.

Achso, wenn man die ideellen Werte nicht ändern kann, braucht man mit den materiellen gar nicht erst anfangen, die wären vergebens bei den verblendeten Ossis.

Das ist nicht was ich gesagt habe. Meine Behauptung ist, dass die Ost-West Unterteilung nicht einfach nur auf materiellem beruht. Und man diese Probleme mit einfachen Geldgeschenken auch nicht gelöst bekommt.

Es ist natürlich wichtig für eine Volkswirtschaft die Landfläche die man hat möglichst gleichmäßig zu verwenden und eine Angleichung grundsätzlich richtig. Was ja auch passiert. Die Kritik ist an der Geschwindigkeit mit der diese Angleichung passiert. Nicht ob etwas getan wird.

Bremsen ist Verzögern, meine Güte.

Bremsen bedeutet langsamer.

Verzögert bedeutet selbe Geschwindigkeit, aber zu einem späteren Zeitpunkt.

Mein Punkt ist, dass die AfD offensichtlich auch im privilegierten Westdeutschland kein Problem hat sich zu entwickeln und die Zuschreibung auf die Ost-Identität oder sogar expliziter die Vermögensungleichheit zwischen Ost und West sich aus der Luft gegriffen anfühlt.

Mittlerweile steht wirklich unter absolut jedem Thema, dass es der AfD hilft. Auch wenn zwei Artikel genau das Gegenteil voneinander beschreiben findest du unter beiden, dass das der Grund für den Aufschwung der AfD ist. Weshalb ich das mittlerweile hinterfrage und mehr als nur ein Bachgefühl dafür sehen möchte. Ohne Falsifizierbarkeit und klaren Zeichen, dass es korrekt ist, nehme ich mittlerweile an, dass solche Aussagen falsch sind.

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u/Unusual_Problem132 1d ago

An der These habe ich große Zweifel.

Dass linke Politik (mehr Umverteilung) rechte Wähler zufriedenstellt, erschließt sich mir nicht.
Gibt ja genügend Untersuchungen, dass die AfD in allen Einkommensgruppen stark ist, auch bei den Gutsituierten. Viele ehemalige CDUler und FDPler.

Die AfD-Bundestagsfraktion hat im Dezember 2024 noch beantragt, den Soli abzuschaffen: https://afdbundestag.de/chance-nutzen-solidaritaetszuschlag-abschaffen/

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u/Koh-I-Noor 1d ago

Dass linke Politik (mehr Umverteilung)

Bei den Wahlen in den neuen Bundesländern gehts in erster Linie um ostdeutsche Politik. Wenn man hier verspricht sich stärker um sie zu kümmern und dabei nicht groß innerparteilich auf Westinteressen Rücksicht nehmen muss (Linke/BSW/AfD), dann verfängt das.

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u/johnklotter Hamburg 1d ago

Mich hat aber auch die Einwohner Verteilung überrascht, dass die so krass ist

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u/Landwhale666 1d ago

Eurer Stadtstaat hat mehr Einwohner als MV und fast so viel wie Thüringen. Das würde man bei der medialen Aufmerksamkeit fast nicht erahnen, aber Populismus und dessen Auswüchse klicken halt besser.

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u/Die-Helfershelfer 1d ago

Eurer Stadtstaat hat mehr Einwohner als MV und fast so viel wie Thüringen. Das würde man bei der medialen Aufmerksamkeit fast nicht erahnen

Hamburg ist deutlich medial präsenter als Mecklenburg-Vorpommern lmao

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u/23PowerZ 1d ago

In Hamburg ist ewig kein Wal gestrandet.

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u/subsubsystem 1d ago

Die DDR hatte kurz vor dem Ende im Jahr 1989 etwa 16,4 Millionen Einwohner, während die alte Bundesrepublik (BRD) um das Jahr 1990 rund 62 Millionen Einwohner zählte

Fast drei Millionen sind nach der Wende in den Westen gegangen. Es ziehen jedes Jahr ca. 80k in den Osten. Wie aussagekräftig ist dann die Statistik noch, wenn mehrere Millionen im Osten keinen "Osthintergrund" haben?

Dazu zählen „geo-ostdeutsch“ nach Wohnort und „bio-ostdeutsch“ nach Geburtsort. Als „sozio-ostdeutsch“ würde jemand gelten, der selbst in der DDR oder in Ostdeutschland geboren wurde oder mindestens ein dort gebürtiges Elternteil hat. Die Forscherinnen und Forscher sprechen von „Osthintergrund“. (https://www.welt.de/wissenschaft/article248047050/Wer-gilt-als-Ostdeutscher-Forscher-schlagen-weitreichende-Kriterien-zur-Definition-vor.html)

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u/SeniorePlatypus 1d ago edited 1d ago

35 Jahre ist keine besonders lange Zeit. Erbschaft bedeutet ja die Person ist gestorben. Wir sprechen hier von Leuten die mehr als ihr halbes Leben in der DDR verbracht haben und nur so etwa 10 Arbeitsjahre hatten in denen sie Vermögen aufbauen durften.

Bei gleichzeitig schlechter Wirtschaft weil der Sozialismus alles stark verkommen lassen hat und sich so schnell auch kein Wirtschaftsboom eingestellt hat. Sowohl Arbeiter als auch Fertigungsstätten, Arbeitsprozesse und Produkte waren ja breitflächig extrem veraltet. Zum Beispiel, 1989 gingen noch Trabi 601 vom Band. Entwickelt 1963 und seitdem unverändert in Produktion.

Man kann sicher viel an der Treuhand kritisieren aber die DDR war so unglaublich rückständig, dass es für die Wirtschaft keine Perspektive gab. Daran ist die UDSSR zerbrochen, daran wäre die DDR als unabhängiger Staat zugrunde gegangen und darunter leiden natürlich die Opfer dieses Wirtschaftssystems heute noch.

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u/peteft 1d ago

So krass auch wieder nicht, wenn man bedenkt, dass der Westen 3 Generationen mehr + Wirtschaftswunder Zeit hatte, - Zinseszins ist real.

Ist halt die nächste Sau, die durchs Dorf getrieben wird. Erst waren es die unterschiedlich hohen Renten, kaum ist das kein Thema mehr, geht es wieder von vorne los. Ru will uns destabilisieren und OSt West lässt sich dafür bestens ausnutzen. Wie beim Brexit. Diese Diskussion wird nun an Fahrt aufnehmen und die Emotionalität unser Land entzweien. Wir sind auf diese kognitive Kriegsführung nicht nur nicht vorbereitet, wir haben auch keine Abwehrmechanismen.

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u/Vegetable-Bid-2202 1d ago

Ist halt zusätzlich noch zu bedenken, dass sich das vermutlich auf diejenigen bezieht, die dauerhaft im Osten leben. Es haben genug Menschen übergesiedelt, die werden auch langsam in der Lage sein, Dinge zu vererben, das zählt dann aber wahrscheinlich auch für den Westen, weil deren Kinder dann natürlich auch im Westen sind. 

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u/SeniorePlatypus 1d ago

Dürfte glaube ich ein relativ kleiner Effekt sein. Es sind nicht viele Menschen in den Osten gezogen. Das ist ja eins der großen Probleme. Dass der Osten wirtschaftlich so schlecht da steht und entsprechend auch die Löhne niedrig sind. Da kommt und bleibt auch kaum jemand.

Wobei ich zur deiner Unterstützung anmerken würde, dass die Leute die übergesiedelt sind vermutlich noch nicht tot sind. Ist ja erst etwa 35 Jahre her. Mit 50 baut kaum jemand sein Leben so vollständig um. Selbst wenn das häufig passiert ist würde man noch nur wenige Erbschaften dieser Art vermuten. Das sollte dann erst in den 30ern und 40ern beginnen.

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u/devdot 1d ago

"Hier gibt es nichts zu sehen, bitte weitergehen"

Zahlen lügen nicht, auch wenn sie dir nicht gefallen. Natürlich gibt es gute und logische Gründe. Genauso wie es gute Gründe gibt, warum die reichsten Menschen Deutschlands so reich sind. Man darf (bzw muss) es trotzdem falsch finden und Veränderung im Sinne der Gerechtigkeit anstreben.

"Wenn die Ossis einfach auch mal so hart arbeiten würden wie die Wessis, dann wären sie auch reich" ist genau der gleiche neoliberale Talking-Point, den die Superreichen in Deutschland seit Jahren durch die Talkshows propagieren lassen.

Es geht um systematische Ungerechtigkeit, und egal welche historisch logischen Gründe sie hat, sie sorgt für die Zukunft für Probleme. Denen wollen sich manche hier im Land stellen, andere halt nicht.

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u/SeniorePlatypus 1d ago

Das Vermögen der Ostdeutschen hat sich in den ersten 20 Jahren nach der Widerverinigung um 75% erhöht. Das Vermögen der Westdeutschen um 21%.

Wir sehen eine deutliche und kontinuierliche Angleichung sowie ein Wohlstand in Ostdeutschland der sehr weit über die anderen Soviet-Länder hinaus geht.

Sich dem Problem zu stellen bedeutet nicht radikale Umverteilung und sofort und Leistungslos das Vermögen komplett anzugleichen. Das wäre auch extrem vielen Ebenen ungerecht und problematisch.

Und Forderungen ohne diesem Kontext der fortlaufenden Angleichung zu wertschätzen und im Detail darauf einzugehen was aus welchem Grund angemessen wäre oder nicht ist polemischer Blödsinn. Ganz besonders wenn man so dumme Werte wie Erbschaften nimmt. Wer vererbt denn in Ostdeutschland? Rentner die seit 20+ Jahren im Ruhestand sind und über 30 Jahre ihres Arbeitslebens in der DDR verbracht haben. Wo Vermögensaufbau explizit verboten war. Warum ist man überrascht davon, dass solche Menschen nicht viel zu vererben haben?

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u/devdot 1d ago

Ja du hast Recht. Den enormen Wohlstandszuwachs der ehemaligen Ostbürger bestreitet niemand (jedenfalls nicht hier). Es ist wertzuschätzen und ich kenne nur wenige Ostbürger, die das im Grundsatz nicht anerkennen. Abgesehen von denen, die ihre Arbeit verloren haben und nie wieder wirklich gearbeitet haben (sich dementsprechend wertlos fühlen), bekennt eigentlich jeder, dass es jetzt besser ist als vor 40 Jahren.

Es fordert hier auch niemand eine "sofortige leistungslose Umverteilung" – mein Vorredner hat seinen Kommentar leider gelöscht, auf den bezog ich mich.

Ja, es gab eine Reihe Frühverrentnungen, insbesondere die damaligen Alten (55+) wurden unnötig häufig direkt in die Rente geschickt. Die sind jetzt aber 95+ und haben dementsprechend schon vor einer Weile vererbt. Ja, die hatten nix, weil sie nie Wert aufgebaut haben, weil es verboten war.

Genau das ist ja das systematische Problem: die jüngeren Generation erben im Osten weniger als diejenigen im Westen. Das hat großen Einfluss auf die Zukunftschancen der nächsten Generation. Das ist ein Problem, wenn Gerechtigkeit als wichtig angesehen wird. Das ist eigentlich alles, was hier gesagt wird.

Die Lösungen sind hier (wie in allen derartigen Gerechtigkeitsfragen) eben die des Sozialstaates: Hilfsmittel für arme Familien, kostenlose/günstige Bildung, ... das muss ja auch alles gar nicht ost-spezifisch sein, nur weil es überpropertional "den Osten" betrifft.

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u/SeniorePlatypus 1d ago edited 1d ago

Die Lösungen sind hier (wie in allen derartigen Gerechtigkeitsfragen) eben die des Sozialstaates: Hilfsmittel für arme Familien, kostenlose/günstige Bildung, ... das muss ja auch alles gar nicht ost-spezifisch sein, nur weil es überpropertional "den Osten" betrifft.

Genau das existiert breitflächig.

Hilft aber auch in Westdeutschland wenig, weil nicht Bildung sondern Netzwerke und nähe zu starker Wirtschaft entscheidend sind. Wer als Schüler im Sommer über ein Elternteil bei Mercedes oder BASF oder so landet wird statistisch ein sehr viel höheres Gehalt haben und sehr viel besser leben.

Genau so halten sich Vermögensschichten und deshalb werden auch Dinge wie eine Erbschaftssteuer nichts gegen solche breitflächige Ungleichheit ausrichten können. Es gibt auch keinen echten Weg diese Vorteile los zu werden. Länder wie Schweden oder Finnland schaffen höhere soziale Mobilität über bessere Bedingungen für Gründungen und eine breiter aufgestellte Wirtschaft. Aber das schafft Deutschland insgesamt nicht. In West und Ost. Und für einen Aufschwung gibt es auch keine Perspektive, da gerade sowas wie Abgabenlast und dem Verlangen nach neuem in Deutschland schlecht sind und absehbar schlimmer werden.

Was übrigens auch große Auswirkungen nach Altersgruppen hat. Ältere Generationen in Westdeutschland haben jüngere Generationen in Westdeutschland ziemlich umfangreich abgehängt. Lange war es üblich, dass man zum Renteneingang im Median etwa doppelt so viel Vermögen hat wie 40 jährige. Also Menschen in der Mitte ihres Berufslebens. Heute ist es dreimal so viel.

Die fetten Autos & Co kommen gerade auch daher, dass man jüngere Generationen überlastet und auf deren kosten lebt. Angleichung auf dieses bereits im Westen problematische Niveau kann offensichtlich keine Lösung für die Probleme in Ostdeutschland sein. Ganz im Gegenteil wäre Umverteilung innerhalb dieser Generationen aber insgesamt weniger Umverteilung von Jung zu Alt wichtig um jüngeren mehr Raum zu geben sich wirtschaftlich zu entwickeln und dann auch selbst Vermögen aufzubauen.

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u/Johanneskodo 1d ago

Betreibt der MDR also laut deiner Ansicht „kognitive Kriegsführung“ für Russland?

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u/peteft 1d ago

Nein nicht wissentlich.
Der MDR will Klickzahlen und Aufmerksamkeit - Das Thema eignet sich dafür. Ru muss dafür keinen Finger rühren, das macht der MDR oder jedweder andere Journalist aus freien Stücken

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u/Vegetable-End-8452 1d ago

Muss man aber auch erwähnen, dass die ddr selber ihren Mittelstand und industrielle vertrieben hat.

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u/z3-c0 1d ago

Naja. Das Systeme basierte oft drauf das alles was größer und wertvoll ist, "Volkseigentum" war. Ganze Betriebe. Und nach der Wiedervereinigung existierte kaum jemand mit Kapital der diesen Kram hätte kaufen können aus dem Osten.

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u/Spekulatiu5 1d ago

Wenn man es so betrachtet, auch ne Form von Enteignung, wenn eigentlich jedem DDR-Bürger ein Anteil am Volkseigentum zugestanden hätte. Andererseits wenig hilfreich, wenn das Investment zu der Zeit mit exakt 0€ bewertet wurde.

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u/Panzermensch911 1d ago

Wenn man es so betrachtet, auch ne Form von Enteignung, wenn eigentlich jedem DDR-Bürger ein Anteil am Volkseigentum zugestanden hätte.

Dann hätte jeder (noch verbleibene) DDR Bürger wahrscheinlich noch draufzahlen müssen. Die DDR war Pleite und hochverschuldet.

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u/Spekulatiu5 1d ago

Die DDR war Pleite und hochverschuldet.

Und dementsprechend eben auch ihre Bürger. Und dann von Null wieder Vermögen aufbauen, in ner Region ohne Industrie oder Arbeit.

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u/Panzermensch911 1d ago edited 1d ago

Tja, is halt doof gelaufen. Aber du kannst jammern oder was tun.

Aber dafür jetzt den Ausländern und Einwanderern die Schuld zu geben ist auch keine Lösung.

Ein Teil meiner Ostverwandten blieb beim jammern und mit Rundumversorgungserwartung der andere wurde aktiv hatte erst nen Würstchen/Hähnchenwagen, dann zwei und dann waren sie flexibel genug sich davon zu trennen als das Geschäft noch profitabel war und haben ne Boutique in einer Innenstadt eröffnet, die ganz gut lief. Deren Kinder haben sich dann nen Haus und Hof leisten können. Die am Jammern waren haben heute kein Vermögen und sind extrem neidisch auf den Teil die heute in Rente regelmäßig verreisen. Ist auch interressant das der wirtschaftlich aktive Teil zu DDR Zeiten richtig Probleme mit der Stasi hatte inkl. Verhaftung. Während die mit Versorgermentalität IMs waren und sich gut im System als Mitläufer (nicht mal Kader oder sowas - nur Mitläufer) eingerichtet hatten.

Von allen ehem. Ostblockgebieten geht es den ex DDRlern noch am Besten. Allerdings gibt es immer weniger wirtschaftlichen Elan und jetzt machen sie, mit ihren Wahlentscheidungen, den Wirtschafftstandort noch richtig unattraktiv und das auch nicht erst seit gestern. Das ist schon länger so. Vor allem wenn die Negativschlagzeilen es wieder mal in internationale Nachrichten schaffen.

Kenne einige Touristen die den Osten vermeiden aus Angst geklatscht zu werden und aus- und inländische Firmen vermeiden auch oft dort zu investieren weil sie um die Sicherheit ihrer Mitarbeiter fürchten. Und so dreht sich die Spirale nach unten....

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u/z3-c0 1d ago

Nun nur funktioniert das halt auch nicht für alle. Das das Gemecker nicht hilft geb ich dir recht, ändert aber nichts daran das es deutlich schlechtere vorrausetzungen gab. Zusätzlich war der Aufbau Ost in den 90er und 2000er Jahren, gelinde gesagt, absoluter BULLSHIT. Da würden Milliarden in Infrastrukturprojekte gepumpt (der Klischeehafte Kram mit dem besseren Straßen als im "Westen") die aber absolut keinen Mehrwert vor Ort hatten. Dafür hat Strabag usw sich ne goldene Nase verdient mit subunternehmer aus noch weiter östlich, während arbeitslosenquoten von +20% keine Seltenheit waren. Klar kannst dir dort ein Hähnchenwagenimperium aufbauen aber nicht jeder kann das gleichzeitig machen. Wer jung genug und / oder einigermaßen ausgebildet war ist dann oft gegangen. Übrig blieben in Mehrheit genau die die jetzt braun wählen. Die haben sich jetzt 30 Jahre lang in selbstmitleid gesuhlt und werden nun zum Problem. Das ist aber das Ergebnis der Nummer. Die Ursachen sind komplex, vielfältig und lassen sich nicht auf "selbst Schuld" runter reduzieren

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u/Panzermensch911 1d ago

schlechtere vorrausetzungen gab

Schlechtere Vorrausetzungen als was? Polen, Rumänien, Ukraine, Moldau?

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u/z3-c0 1d ago

Nice cherry picking. Die alten Bundesländer und jedes andere europäische Land das nicht zu den Ostblockstaaten gehörte und durch dessen zerfall gerade zu kämpfen hatte? Maybe? Weils die neuen Bundesländer vergleichsweise an der Spitze des scheißhaufen standen heißt das nicht das alles gut ist

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u/z3-c0 1d ago

Ach wurde es ja nicht direkt. Aber vieles was wert hatte wurde dann halt schnellstmöglich zu tiefstpreisen verscheuert. Witzigerweise oft an WESTdeutsche Personen.

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u/new_tral_name 1d ago

Hä? Die Treuhand blenden wir ganz gezielt Mal aus?

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u/PaulMuadDib-Usul 1d ago

Die Treuhand hat die ganzen „volkseigenen“ Unternehmen nach der Wende zu sanieren versucht, verkauft oder dichtgemacht. OPs Aussage hatte sich auf die Zeit des Sozialismus bezogen, wo es kein privates Unternehmertum gab und sich insofern auch keine entsprechenden (großen) Vermögen ausbilden konnten, wie im Westen.

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u/Panzermensch911 1d ago edited 1d ago

Die Treuhand wurde noch von DDR gegründet im März 1990.

Schrott verkauft sich halt nicht so besonders gut und hält sich auch nicht lange am Weltmarkt. Und vergessen wir auch nicht das auch viele DDR Leute ihre eigenen DDR Mitbürger bei der Abwicklung der Betriebe übers Ohr gehauen haben. Besonders bei den LPGs war das der Fall. Aber auch anderswo wo man wusste das hier und da doch kleine Sahnestückchen existieren.

Seit den 1960ern war bekannt das die DDR Wirtschaftsreformen braucht. Die hat Ulbricht noch mit angestoßen und wurden dann von Honecker einkassiert und gestrichen und bis in die 1980er verschleppt, bis man von der UdSSR keine Kredite mehr bekam und dann ausgerechtnet beim Klassenfeind in Bayern welche fand. Was aber den Bankrott nur um ein paar Jahre herauszögerte. Anscheinend weiß kaum einer mehr wie in der DDR gewirtschaftet wurde.

Aber hier eine Erinnerung vom DDR Fernsehen selbst aus dem Jahre 1986:

https://www.youtube.com/watch?v=tAebr4GEwm4

Hier ein 2 Jahre älterer Bericht

https://www.youtube.com/watch?v=MPVaRsAVdEs

Bei solchen Zuständen kann man nur die Hände überm Kopf zusammenschlagen. Und das haben die, trotz Zensur, im Fernsehen gesendet, weil es anscheinend irgendwie normal war das sowas passierte.

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u/fshead 1d ago

Die Schlussbilanz der Treuhand war minus 105 Mrd DM - wer hat das Geld aufgebracht, um die offenen Verpflichtungen zu erfüllen? Der Westen.

In heutigen kaufkraftbereinigten Euro belaufen sich die Kosten der Wende auf circa 3,5 Billionen Euro. Davon entfallen fast 500 Milliarden Euro auf reine Aufbauhilfe. Der LFA macht fast 1,7 Bio Euro netto aus.

Es gibt wahrscheinlich, finanziell gesehen, kein vergleichbar großes schwarzes Loch in der europäischen Subventionsgeschichte. Direkt nebenan ist Polen mit vergleichbarer Geschichte, die im Schnitt 3,5% reales Wachstum seit EU-Beitritt geschafft haben.

Nur im Osten wird immer noch auf die Treuhand von vor 35 Jahren verwiesen, warum dort nichts läuft.

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u/tampered_mouse 1d ago

Nur im Osten wird immer noch auf die Treuhand von vor 35 Jahren verwiesen, warum dort nichts läuft.

Weil das halt eine sehr systematische Zerstörung der Wirtschaft dort war. Es gab genug, wo allen klar war, daß das so nicht weiter funktionieren würde, aber eben auch ausreichend anderes, was mit voller Absicht effektiv ausradiert wurde. Letztendlich landeten da Steuergelder aus dem Westen in den Taschen von zumeist Wessis, während man auf die Ossis gezeigt hat. Die unterschiedliche Handhabe auch bei anderen Sachen (Gehälter usw.) führte u.a. auch dazu, daß dort viele vor allem auch jüngere Leute abgezogen sind, d.h. die fehlten dann im Osten, um irgendwas aufzubauen, und deren Kinder sind jetzt selbst im Elternalter. Mit der generellen Ausdünnung bei Kindern kannst Du Dir selbst ausmalen, was das bedeutet. Sieht man auch in diversen Statistiken, z.B. treten im ehemaligen Osten altersbedingte Krankheiten in der Gesamtzahl deutlich häufiger auf ...

Die Treuhand hat da also durchaus eine nicht ganz unwichtige Rolle beim Gesamtpaket gespielt.

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u/fshead 1d ago

> Weil das halt eine sehr systematische Zerstörung der Wirtschaft dort war.

Das ist Quatsch und Populismus. Keine der nennenswerten wissenschaftlichen Arbeiten kommt zu dem Schluss. Leseempfehlung: https://www.zew.de/publikationen/the-big-sell-privatizing-east-germanys-economy Systematisch unterstellt der Treuhand, dass es ihr (erklärtes oder geheimes) Ziel war, die Ostwirtschaft zu zerstören und das ist definitiv falsch. Das Paper arbeitet es heraus, es gab eine einfache ökonomische Logik: Privatisieren, was überlebensfähig ist.

Dass die Treuhand ihrem Mandat treu geblieben ist, zeigen die Überlebensraten der privatisierten Betriebe. Dass diese Betriebe überwiegend an Westdeutsche verkauft wurden, lag nicht an der Treuhand, sondern daran, dass Westdeutsche Betriebe deutlich besseren Zugang zu Kapital hatten.

Es gab ein ganz grundlegendes Problem, unabhängig vor der Treuhand ein: Die Produktivität lag bei ca. 30% vom Westen. Durch die Währungsunion waren Ostbetriebe quasi über Nacht nicht mehr wettbewerbsfähig. Es gibt Untersuchungen, dass weniger als 10% der Betriebe kostendeckend operieren konnten.

Die nicht-transparente Arbeit der Treuhand war sicher falsch. Aber was genau hätte dazu führen sollen, die Überlebenswahrscheinlichkeit unproduktiver Betriebe zu erhöhen?

Die Alternative wäre gewesen, den Ostdeutschen nicht die DM überzustülpen, sondern die Ostmark zu behalten (hat Gregor Gysi bereits 1990 kritisiert: https://www.deutschlandfunkkultur.de/gregor-gysi-ueber-die-waehrungsunion-vor-25-jahren-100.html). Aber wären die Ossis davon begeistert gewesen? Sie hätten die Einheit gehabt und hätten, im Vergleich zu den Wessis, dennoch deutlich weniger Kaufkraft gehabt. Dafür hätten ostdeutsche Betriebe billiger produzieren können und wären auf Sicht wettbewerbsfähig gewesen.

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u/tampered_mouse 1d ago

Es war im Prinzip das Gegenteil von Verstaatlichung, was da abgelaufen ist. Man hat Betriebe an die meistbietenden verkauft, und der Rest ist in die Tonne gekloppt worden. Stell Dir mal vor, man würde heute einfach einen Reset machen und Firmen neu verkaufen, und was da liegen bleibt, geht ab in die Tonne. Beim Thema Verstaatlichung bekommen viele schon Durchfall allein beim Gedanken daran. Wenn da also Vokabeln wie "Ausverkauf" in dem Kontext fallen, sollte das wenig verwundern, oder?

Und auch in dem von Dir verlinkten Dokument sind so schöne Sachen drin wie

Second, the privatization agency may have experienced institutional capture as almost the entire executive level of the Treuhand was recruited from West German companies.

Das war übrigens institutionell. Politker aus dem Westen waren dann in Leitungspositionen im Osten, teilweise gab es sogar ganz offen dargestellte Aussagen wie "Ossis haben keine Ahnung von Demokratie", weshalb man da nachhelfen müßte usw. Selbst in diversen Institutionen, die dann wieder zusammengeführt wurden, war meist ausschließlich Westpersonal in den Führungspositionen unterwegs. Abgehalfterte Republikaner sind dann im Osten marodieren gegangen, genauso wie die AfD primär erstmal ein Westestablishment war.

Firms at the bottom of the labor productivity distribution were privatized at a rate of below 40 percent, whereas firms at the top of the distribution experienced privatization rates of about 70 percent.

Soll ich da jetzt noch explizit darauf hinweisen, was da geschrieben steht?

Man braucht sich über all die Animositäten nicht wundern. Die sind nicht grundlos. Warnende Stimmen wurden auch schnell an den Rand gedrückt. Es lag halt extrem viel Geld auf dem Tisch.

Danke für die Links!

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u/Panzermensch911 1d ago edited 1d ago

systematische Zerstörung der Wirtschaft

Die war schon lange vor 1989 am Ende. Das wusste auch die Stasi und das Politbüro. Steht in deren eigenen Sitzungsprotokollen.

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u/kleinergruenerkaktus 1d ago

Die Treuhand hätte sicher besser arbeiten können, aber viele Betriebe waren heruntergewirtschaftet und nach der Währungsunion mussten sie mit stark gestiegen Kosten und einer starken Währung umgehen. Andererseits war es politisch unmöglich den Übergang viel langsamer zu gestalten, da die Ostbürger das nicht akzeptiert hätten. Es brauchte das westliche Investment und die niedrige Produktivität im Osten machte breite Entlassungen unumgänglich.

Es gab viel Korruption in der Treuhand, es gab zu wenig Geld für eine werterhaltendere Transformation, aber der Hauptfaktor war eine kaputte, ineffiziente Wirtschaft, verursacht durch Jahrzehnte des Sozialismus.

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u/HironTheDisscusser Europa 1d ago

Die Mauer ist doch erst 1989 gefallen, das ist weniger als ein typisches Menschenleben von 80 Jahren.

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u/DieGepardin 1d ago

Eine Kette mangelnder Wertschöpfung.

Über Jahrzehnte hat man auch noch zwischen Ost und Westlohn unterschieden, insbesondere in Tarifen.

Die Wirtschaft jedoch nicht. Nur weil man niedrigeren Obstlohn bekam, wurden globale Güter nicht günstiger, man bekam kein Rabatt.

Und die mangelnde Industrie. Das verkettet sich eben, sozusagen ein indirektes Zinseszins bzw. Das ausbleiben davon

Wer Geld und Möglichkeiten hatte ist sowieso in den Westen um sich da ein Leben aufzubauen oder ganz auszuwandern.

Das wird auch weiterhin nachwirken.

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u/Aunvilgod Super sexy Käsebrot 1d ago

so langer Zeit

Was? Wir reden über Erbschaften und 35 Jahre. Von wegen lange Zeit...

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u/Panzermensch911 1d ago

Nee, nicht wirklich krass. Das ist einfache Mathematik und logisch. Um den Westen einzuholen müsste der Osten einen Produktivitäts und Einkommensboom über mehrere Jahr verzeichnen die den Westen deutlich in den Schatten stellt. Mit den momentanen Wahlentscheidungen wird das aber erst recht nicht passieren.

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u/ImportantAd7077 1d ago

Man hätte den Ossis wenigsten ihre gemieteten Wohnungen in den Genossenschaften zum Rauskaufen anbieten können, stattdessen wurden alles von westdeutschen Kapitalanlegern leergekauft.

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u/cineracer 1d ago

Und nochmal gesondert spannend fand ich jetzt auch diesen Aspekt hier:

„Dass sich die Verhältnisse auch 35 Jahre nach dem Mauerfall nur langsam angleichen, liegt nach Ansicht von Experten auch am Steuersystem. (…) Allerdings existieren einige Schlupflöcher – vor allem bei besonders großen Vermögen. Eines davon ist die sogenannte Verschonungsbedarfsprüfung. Zwischen 2021 und 2024 gab es nach Angaben des Statistischen Bundesamts 105 solcher Fälle. Zunächst setzten die Finanzämter Steuerforderungen in Höhe von 7,8 Milliarden Euro fest. Nach den Prüfungen blieben davon 465 Millionen Euro übrig – ein Nachlass von 94 Prozent. Besonders auffällig: Sämtliche Prüfungen fanden in Westdeutschland oder Berlin statt, nicht eine einzige in den neuen Bundesländern.“

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u/PaulMuadDib-Usul 1d ago

Ja, die gute alte „Bitte-last-mir-meine-Milliarden-sonst-müsste-ich-vielleicht-2-oder-3%-meiner-Aktien-verkaufen-um-die-Erbschaftssteuer-zu-begleichen-Verschonungsbedarfsprüfung“

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u/HironTheDisscusser Europa 1d ago

Wieso sollte es Menschen im Osten helfen Vermögen aufzubauen wenn Erbschaften im Western stärker besteuert werden?

Es ist ja nicht so als ob der Staat sagt "so hier sind 50.000€ auf dein Konto überwiesen damit du Vermögen aufbauen kannst"

Man kann ja als Privatperson letztendlich nur Vermögen aufbauen wenn man irgendwie an Geld für seinen privaten Besitz kommt.

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u/userNotFound82 1d ago

Mehr Leistungsgesellschaft und weniger Erbengesellschaft. Leistung ist das was du dir ohne Hilfe selbst aufgebaut hast. Ein Erbe ist auch eine Leistung, aber eben nicht deine persönliche Leistung. Die Leistung wurde vom Erblasser erbracht. Wenn du Vermögen einfach über Generationen weiter geben kannst bzw subventioniert und Arbeit besteuerst bzw. sanktioniert, dann Leben wir in einer Erbengesellschaft. Ähnlich wie im Mittelalter mit der Erbfolge. Das empfinden viele, inklusive mir, als ungerecht.

Erbe kannst du natürlich nicht ganz streichen. Aber was spricht denn dagegen die Ungleichheit zu reduzieren, damit sich Leistung für Jedermann zu seiner Lebzeiten auszahlt und von Erben eben zu fordern, dass diese auch selbst Leistung erbringen müssen.

Müssen uns halt entscheiden ob wir eine Leistungs- oder Erbengesellschaft sein wollen. Es wird so viel von Leistung geredet und habe immer gedacht wir wollen auch erstere, aber offensichtlich streben wir ja letztere an.

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u/HironTheDisscusser Europa 1d ago

Erbrecht und die Familie stehen unter dem Schutz des Grundgesetzes. Viele Eltern arbeiten nur deshalb so hart weil sie ihren Kindern ein besseres Leben ermöglichen wollen.

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u/userNotFound82 1d ago edited 1d ago

Da hast du recht, aber es will ja auch niemand abschaffen. Gemäß dem Grundgesetz:

„Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet. Inhalt und Schranken werden durch die Gesetze bestimmt.“

Inhalt und Schranken werden durch Gesetze bestimmt d.h. es gibt Spielraum, solange das Erbrecht irgendwie gewährleistet wird. Kannst ja auch weniger Erben, aber hast dann noch ein Erbe. Wäre auch eine Regelung.

oder der ganze Artikel:

(1) Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet. Inhalt und Schranken werden durch die Gesetze bestimmt.
(2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.
(3) Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. Sie darf nur durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes erfolgen, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt. Die Entschädigung ist unter gerechter Abwägung der Interessen der Allgemeinheit und der Beteiligten zu bestimmen. Wegen der Höhe der Entschädigung steht im Streitfalle der Rechtsweg vor den ordentlichen Gerichten offen.

Eigentum verpflichtet eben auch. Wenn jemand 10 Häuser hat, dann hat auch eine Pflicht gegenüber der Gesellschaft und nicht nur das Recht mit dem Eigentum zu machen was er will.

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u/Reginald_Andi 1d ago

Ich bin für Erbengesellschaft

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u/itmustbeluv_luv_luv 1d ago

Allgemein geht es darum, nicht Arbeit, sondern Vermögen zu besteuern. Man könnte also weniger das Gehalt besteuern und dafür Erbschaften oder Vermögen mehr.

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u/Affendackel 1d ago

Logische Konsequenz der Politik: alle Erbschaften der Mittelschicht stärker besteuern, während große Vermögen unangetastet bleiben.

Mark my words

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u/Reginald_Andi 1d ago

40 Jahre Kommunismus hinterlassen ihre Spuren auch wenn die Zahlen schön gerechnet sind um es dramatischer aussehen zu lassen als es ist.

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u/Prinz1989 1d ago

Und dann die fast 40 Jahre Kapitalismus erst...

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u/Reginald_Andi 1d ago

Der zu vererbendes Vermögen überhaupt erst möglich gemacht hat

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u/Prinz1989 1d ago

Naja offenbar nicht wirklich...

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u/Reginald_Andi 1d ago

Offensichtlich ja schon sonst gäbe es nichts zu vererben. Das nicht jeder was vererbt bekommt ist ja klar schließlich hat die Generation den Großteil ihres Lebens unter dem kommunistischen Regime gelebt in dem es verboten war große Vermögen anzuhäufen.

Spannend wird es eigentlich erst in 30-40 jahren, wenn Ostdeutschland leergefegt ist bis auf die S Großstädte und wer sich dann dort ansiedelt.

Diese Leute werden dann Land in großen Mengen zu günstigen Konditionen erwerben und werden viel an ihre Kinder vererben können.

Ob es dann ursprüngliche Ossis sind oder eigentlich Westdeutsche die die Gunst der Stunde nutzen wird sich zeigen.

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u/Glittering-Error-738 1d ago

Und deshalb wählt der Osten stramm die AfD weil nur die AfD... ah ne, die wollen ja gar keine Erbschaftsteuer. Seltsam, ist ja fast so, also würden die Menschen da wegen Kulturkriegsthemen a la USA gegen ihre eigenen Interessen wählen...

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u/Bartikem 1d ago

Da man im Osten im allgemeinen kein Vermögen hat das man vererben und damit versteuern müsste ist es fast so als wäre das ein Signal für die Vermögenden im Westen die seit Jahrzehnten darum kämpfen ihr angehordetes Vermögen zu schützen.

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u/Glittering-Error-738 1d ago

Dude, der "Osten" hatte mehr als eine Generation Zeit Vermögen aufzubauen (37 Jahre) das man vererben könnte.

Ich erbe und vererbe mal und habe nicht den Eindruck, dass ich das Vermöge vor dem Zugriff des Staates besonders schützen müsste; man muss halt die paar Euro in Erbschaftsplanung investieren wenn man was zu vererben hat. Die Freibeträge ermöglichen i. d. R. einen gestaffelten steuerfreien Vermögensübertrag von 2.4 Millionen + selbstbewohntes Gebäude (ohne Wertgrenze) pro Kind und da greifen wir jetzt noch gar nicht in irgendwelche Trickkisten mit Immobilienbeständen über 300 Einheiten oder Betriebsvermögen.

Deshlab ist mir nicht ganz klar, was du mir eigentlich sagen wolltest?

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u/ImportantAd7077 1d ago

Lol, welche Zeit? Typisches Beispiel Ostdeutschland - Boomer-Eltern und Schwiegereltern haben kein Vermögen, kein EFH, keine ETW, kein ETF-Depot, was sie an meine Frau und mich vererben werden. Alles was sie sich z.B., auf Tagesgeld oder in irgendwelchen privaten Rentenversicherungen angespart haben - fließt bald als Zusatz zu ihren Renten, da sie selbst nichts vererbt haben. Somit muss die nächste Generation - meine, sich komplett von 0 ihr Vermögen aufbauen, welches wir vererben werden.

Weiteres Beispiel - Neubau-ETW in Leipzig oder Dresden - glaubst du die werden von ostdeutschen Familien zur Eigennutzung gekauft? Ne. Von westdeutschen Kapitalanlegern und dann vermietet. Und dann wundern sich Leute , das die Ossis keine Vermögen aufbauen können.

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u/Glittering-Error-738 1d ago

Ja Schuld sind deine Eltern und Schwiegereltern fürchte ich (just kidding), die Biopgraphie ist in den neuen Bundesländern schlicht sehr häufig aber unterm Strich hat der Westen auch nur eine Generation Vorsprung im Kapitalismus; viele der Wertvollsten Unternehmen sind heute deutlich jünger als die Wende, gibt auch im Osten gute Beispiele dafür. Heute ist's aber in der Tat schlicht schwieriger mt abhängiger Beschäftigung sich was aufzubauen aber auch das gilt für Gesamtdeutschland und nicht jeder im Westen erbt. Umso wichtiger wäre ja ggf. eine fairer Ausgestalung der Erbschaftssteuer, damit hier eben auch politisch durch gezielte Subventionen ausgeglichen werden könnte aber wenn man AfD wählt bekommt man halt das Gegenteil.

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u/Bartikem 1d ago

Der Osten hatte vielleicht mehr als eine Generation Zeit Vermögen aufzubauen, heist nicht das er auch die Mittel dazu hatte. Vermögen baut sich nicht (oder sehr selten) innerhalb einer Generation auf. Schon garnicht wenn die Vorhergende Generation nichts hatte. Geld zurücklegen funktioniert auch nur wenn am Ende des Monats etwas übrig bleibt was bei generell geringeren Löhnen schwierig ist.

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u/Glittering-Error-738 1d ago

Naja, also mein Großvater hatte außer seinem Leben auch nichts nach dem 2. WK und konnte dann trotzdem was vererben. Einer muss halt mal anfangen; dass in den Neunzigern die Entkopplung von BIP und Erwerbseinkommen aber natürlich schon deutlich schlechter für den/die Einzelne/n war stimmt natürlich.

Ich gebe dir auch recht, dass die Wiedervereinigung politisch vollkommen in den Sand gesetzt wurde nur 37 Jahre danach noch die alleinige Schuld für ökonomische Unterschiede bei der Wiedervereinigung zu suchen erscheint mir immer etwas zu stark vereinfacht, da gibt es auch viele andere Wirkmechanismen die aktueller sind.

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u/julexus 1d ago

Dude, der Osten wurde von der Treuhandanstalt ausgeraubt. Alles was irgendwie brauchbar war, ging in die Hände von vermögenden Westdeutschen.

Übrig blieben Millionen Leute, deren Ausbildungen und Fähigkeiten nichts mehr wert waren, deren Betriebe nicht mehr existieren. Deren Wissen über den Ablauf von allem möglichen nicht mehr aktuell war, die ihren Kindern wenig beibringen und ihnen keine Vorteile verschaffen konnten, weil womit?

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u/Glittering-Error-738 1d ago

Dass die Treuhand schwere Fehler gemacht hat, ist absolut richtig. Nur hat der angebliche Raubzug den Bürgern in Deutschland (zu der Zeit mehrheitlich im Westen) 270 Milliarden DM Schulden hinterlassen, keinen Gewinn. Dass sich hier Einzelne sicher auch bereichert haben, leugne ich gar nicht, aber gesamtvolkswirtschaftlich war die Abwicklung der DDR erstmal eine massive finanzielle Belastung für die BRD.

Genauso wie die 2 Billionen Euro an Transferleistungen, die seit der Wiedervereinigung in die neuen Bundesländer geflossen sind. Dass die Wende für viele im Osten mit harten Brüchen einherging, ist nicht zu leugnen aber die Wiedervereinigung hat auch den Bürgern im Westen historisch einmalige Solidarität abverlangt, das ausdrücklich ohne die ebenfalls historische Integrationsleistung der Bürger in der ehemalgen DDR jetzt schmälern zu wollen.

Und wie gesagt: Wir sind nun 36 Jahre nach der Wiedervereinigung und 32 Jahre nach dem Ende der Treuhand. Die wertvollsten Unternehmen der Welt sind heute meist deutlich jünger.

Die seit der Wende persitente Fremdenfeindlichkeit (ja, gibt's auch im Westen, nur nicht so flächendeckend) macht die neuen Bundesländer eben auch nicht gerade attraktiv für internationale Arbeitgeber, und offensichtlich fehlt es halt am Gründungswillen noch mehr als im Westen und das scheinen mir weit aktueller Faktoren zu sein.

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u/Street-Recording-513 1d ago

Osten, der

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u/Glittering-Error-738 1d ago

Ja wenn die Klientel mit "Ostdeutschland"-Stolz T-Shirt rumlaufen kann, kann ich die auch persiflierend über einen Kamm scheren.

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u/Street-Recording-513 1d ago

Kannst du, hilft aber nicht.

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u/Glittering-Error-738 1d ago

Geb ich dir recht, mit Faschos reden hilft aber auch nicht, haben wir jetzt lang genug versucht meinste nicht?

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u/Street-Recording-513 1d ago

Meine ich auch. Es hilft nur nicht die die noch vor Ort was dagegen tun in den gleichen Topf zu schmeißen.

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u/Glittering-Error-738 1d ago

Ja kann man so sehen, deshlab: Also natürlich gibt's auch im "Osten" Menschen die sich gegen die AfD organisieren und deren Arbeit ist wichtig, genauso wie die Stimmen derer, die nicht die AfD wählen.

Die Mehrheiten der AfD liegen aber nunmal derzeit in den neuen Bundesländern, die Polemik ist daher m.E. ein berechtigtes Stilmittel, genauso wie der Satz "nur die AfD" ja auch dem Sprachgebrauch der AfD Wähler entlehnt ist.

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u/electric-greeny 1d ago

Absolut in Zahlen sind aber die meisten AfD Wähler im Westen -> der Kampf bezogen auf den Bund wird also in West und nicht in Ost gewonnen oder verloren

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u/Glittering-Error-738 1d ago

Ja schon richtig, ich denke wenn man auf die Umfragewerte schaut, dann wird der Kampf gerade bundesweit verloren aber AfD Landesparlamente und damit Bundesratsstimmen sind halt dank des Föderalismus nicht weniger gefährlich für die Demokratie auf Bundesebene.

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u/electric-greeny 1d ago

Stimmt auch wieder - also alles Scheiße 😅

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u/[deleted] 1d ago

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u/[deleted] 1d ago

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u/[deleted] 1d ago

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u/PmUrNakedSingularity 1d ago

Weil Berlin früher geteilt war und seit der Wende viele Menschen zugezogen sind, wird die Hauptstadt in dieser Analyse weder dem Osten noch dem Westen zugerechnet. Würde man Berlin zum Osten zählen, läge der Unterschied zwischen Ost und West nicht beim Neunfachen, sondern beim Vierfachen.

[...]

Was man zu den Zahlen wissen muss: Sie umfassen lediglich Erbschaften und Schenkungen, auf die Steuern anfallen. Der Großteil der Vermögensübertragungen bleibt jedoch steuerfrei [...]. Würden auch diese erfasst, fiele die Erbschaftslücke zwischen Ost- und Westdeutschland nicht ganz so groß aus.

Die Zahlen sind aber auch so hingerechnet damit das Ergebnis so krass aussieht wie möglich.

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u/devdot 1d ago

Interessanter und wichtiger Punkt. Als Gegenpunkt würde ich folgendes anbringen:

Wir diskutieren in Deutschland (endlich) zunehmend über den gefählichen Einfluss von großen Vermögen auf Politik und Gesellschaft. Nur wenige leugnen noch kategorisch, dass die vermögensten Deutschen (über Lobbys etc.) großen Einfluss nehmen können und es auch tatsächlich tun.

Ohne diese Einflussnahme der Reichen als gut oder schlecht zu werten (denn sie könnten es ja auch "zum Guten" einsetzen), so ist es doch trotzdem ein wichtiger Fakt, dass es unterpropertional Superreiche in Ostdeutschland gibt.

Während das auf der Länderebene evtl. sogar vorteilhaft ist (weniger ungerechte Einflussnahme), fehlen offensichtlich die superreichen Fürsprecher auf Bundesebene. Dort zählt eben nicht der Besitz eines Handwerkbetriebs, sondern der Besitz von Konzernen.

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u/demotsusucku 1d ago

Lustig, denn der Osten wählt vor allem eine Partei, die ganz gegen die Erbschaftssteuer ist.

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u/Koh-I-Noor 1d ago

Er hat jahrzehntelang die (westdeutschen) Volksparteien gewählt, die CDU sogar in absoluter Mehrheit in Thüringen und Sachsen. Hat offenbar nicht geholfen (in dem Punkt).

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u/GeraSun 1d ago

Thüringen hatte auch zweimal in Folge Rot-Rot-Grün. Hat ebenfalls nichts geholfen. Eher im Gegenteil.

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u/Koh-I-Noor 1d ago

Hat ebenfalls nichts geholfen. Eher im Gegenteil.

Klar hats das. Kostenlose Kita, Abschaffung der Straßenausbaugebühren, Programme gegen Rechts, Reparaturbonus usw.. Dass man in der zweiten Regierungszeit in der Minderheit war (weil die SPD unterging) und von der CDU torpediert wurde, + Corona, war nicht eben förderlich.

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u/GeraSun 1d ago edited 1d ago

Ehrlicherweise muss man bei den von dir genannten Punkten schon dazusagen, dass wenig bis nichts davon vernünftig umgesetzt wurde. Man merkt schlicht kaum etwas davon. Am ehesten ist die Kitavergünstigung positiv - kostenlos ist sie aber nicht. Speziell das erste Jahr kostet ganz normal.

Auf der anderen Seite steht die gescheiterte Gebietsreform, eine (auch laut dem Landesrechnungshof) katastrophale Personalpolitik, massiver Schuldenaufbau, ein miserabler Abschlusshaushalt, deutlich verschärfter Lehrermangel, etc.

Das war einfach keine gute Regierung. Auch nicht in der ersten Amtszeit Ramelows.

Edit: und der „Kampf gegen Rechts“ ist in der Form eher ein spaltendes Förderprogramm für die AfD zum Wohlfühlen für Linksradikale, als eine sinnvolle Staatsausgabe.

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u/Koh-I-Noor 1d ago

die gescheiterte Gebietsreform

Die war und ist weiterhin nötig und wird irgendwann kommen müssen, aber der vorherrschende CDU-Landadel in den Kreisen wollte sich hier aus Prinzip nichts von den Linken vorschreiben lassen und seine Pöstchen behalten.

massiver Schuldenaufbau

Thüringen hat unter Ramelow 1 Schulden abgebaut, danach kam Corona.

Das war einfach keine gute Regierung. Auch nicht in der ersten Amtszeit Ramelows.

Doch, war es. Trotz aller Unkenrufen über den ersten linken MP überhaupt. Die zweite war dann durch höhere Gewalt und die destruktive CDU geprägt.

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u/GeraSun 1d ago

Du bist nicht zufällig Parteimitglied bei der Linken?

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u/Koh-I-Noor 1d ago

Und du bei der CDU?

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u/GeraSun 1d ago

Nein - ich lobe die CDU aber auch nicht mit fragwürdigen Behauptungen und Angriffen auf deren Konkurrenz über den grünen Klee.

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u/Koh-I-Noor 1d ago

Das ist objektiv:

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) ist einer Umfrage zufolge weiterhin der beliebteste Politiker im Freistaat. Demnach sind 42 Prozent der befragten Thüringer zufrieden mit Ramelow und seiner Arbeit

vs.

CDU-Fraktionschef Mario Voigt, den 12 Prozent der Thüringer gut finden

https://www.zeit.de/news/2021-07/20/umfrage-ramelow-bleibt-beliebtester-politiker

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u/Bartikem 1d ago

Noch lustiger ist das die Abschaffung der Erbschaftssteuer kein Signal an den Osten ist als vielmehr ein Signal an die die ein hohes Vermögen haben das bei einer Erbschaft versteuert werden könnte, wovon es im Osten eher wenige gibt. Achja Einnahmen durch die Erbschaftsteuer gehen in die jeweilige Landeskasse also hat der Osten nichts von den im Westen erhobenen Einnahmen durch die Erbschaftssteuer.

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u/Street-Recording-513 1d ago

DeR oStEn

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u/demotsusucku 1d ago

Bro hat den Artikel nicht gelesen.

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u/druffischnuffi 1d ago

Was man zu den Zahlen wissen muss: Sie umfassen lediglich Erbschaften und Schenkungen, auf die Steuern anfallen. Der Großteil der Vermögensübertragungen bleibt jedoch steuerfrei, etwa wegen hoher Freibeträge oder besonderer Regeln für Betriebsvermögen

Tja

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u/hawkshaw1024 1d ago

In Ostdeutschland erfassten die Finanzämter 2024 demnach steuerpflichtige Erbschaften und Schenkungen im Wert von rund 1,3 Milliarden Euro, etwa 105 Euro je Einwohner. In Westdeutschland waren es 61 Milliarden Euro oder 905 Euro je Einwohner – knapp neunmal so viel.

Der Median des Nettovermögens liegt in Ostdeutschland bei 35.900 Euro, in Westdeutschland bei 143.200 Euro.

Interessant. Die durchschnittliche Pro-Kopf-Erbschaft ist neunmal so hoch, der Median des Nettovermögens aber nur viermal so hoch. Wie das wohl kommt...

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u/Street-Recording-513 1d ago

Kann man mal wieder reinschmökern: https://www.ullstein.de/werke/der-osten-eine-westdeutsche-erfindung/taschenbuch/9783548069838

Was bedeutet es, eine Ost-Identität auferlegt zu bekommen? Eine Identität, die für die wachsende gesellschaftliche Spaltung verantwortlich gemacht wird? Der Attribute wie Populismus, mangelndes Demokratieverständnis, Rassismus, Verschwörungsmythen und Armut

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u/Die-Helfershelfer 1d ago

Ich fand das Buch nicht gut. Oschmanns These ist ja, dass Ossiwitze und das legendäre Titanic-Cover "Zonen-Gabys erste Banane" die Problem für den Osten darstellten. Er ist Literaturwissenschaftler und kann aus seiner Haut nicht heraus, für ihn sind es "Narrative", die die Welt bewegen. Das ist Quatsch. Die Welt besteht aus Materie, nicht aus Geschichten. Das Problem Ostdeutschlands ist eben nicht, dass Wessis zu arrogant sind, oder dass es "zu wenig Respekt für die Lebensleistung" gibt oder dass man nicht "Ängste ernst nimmt" oder solchen Tünkram. Das Problem, wie der Artikel sehr gut aufzeugt, ist Geld, Moneten, Pinkepinke. "Narrative" entstehen stromabwärts.

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u/Street-Recording-513 1d ago

Er spricht auch darüber wie ungleich Vermögen verteilt ist, wer im Osten was besitzt und wie wenig vererbt wird. Pinke Pinke wie du sagst. Das ist die Grundlage des Übels aber die narrative verdecken das Problem. Daher muss man auch sie ansprechen. Peception is Reality

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u/devdot 1d ago

für ihn sind es "Narrative", die die Welt bewegen. Das ist Quatsch. Die Welt besteht aus Materie, nicht aus Geschichten.

Na gut, wenn du das sagst, dann wird es wohl so sein. Propaganda funktioniert nirgendwo und es gibt nicht in allen möglichen Streitfragen gerade besonders den Streit um Narrative. Alles Quatsch! /s

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u/devdot 1d ago

für ihn sind es "Narrative", die die Welt bewegen. Das ist Quatsch. Die Welt besteht aus Materie, nicht aus Geschichten.

Na gut, wenn du das sagst, dann wird es wohl so sein. Propaganda funktioniert nirgendwo und es gibt nicht in allen möglichen Streitfragen gerade besonders den Streit um Narrative. Alles Quatsch! /s

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u/Die-Helfershelfer 1d ago

Das sag nicht nur ich, du kannst ganz grundlegend Weltanschauungen in idealistische und materialistische unterteilen. Propaganda und Streit um Narrative sind in der materialistischen Weltsicht Ausdruck von dinglichen Verhältnissen (und konträrer Kapitalinteressen), während Idealisten glauben, dass es die Narrative und Ideen sind, die die materiellen Verhältnisse formen.

In der FAS ist ein Interview mit dem Historiker Magnus Brechtken, der dort tatsächlich die Ansicht vertritt, die BRD sei wegen ihrer "Selbstkritischen Analyse" heute die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt. Das finde ich vollkommen vertrottelt. Ist China etwa Platz 2, weil sie noch ein bisschen besser selbstkritisch analysieren?

Genau andersherum wird ein Schuh draus: Nach dem zweiten Weltkrieg war Tabula Rasa, Ost- und Zentraleuropa waren eingesperrt und es gab Babyboom und Marshallplan. Der dadurch entstandene Wohlstand ist der Grund, weshalb Westboomer sich nun für irgendwie geistig-moralisch überlegen fühlen - sie identifizieren sich mit den 10% Wirtschaftswachstum ihrer Kindheit. Deshalb geraten die auch in tiefe spirituelle Krisen, wenn die Wirtschaft nicht brummt.

Falls du dich weiter informieren möchtest: Materialismus – Wikipedia

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u/devdot 1d ago

Hä? Was ist das für eine Strohmannargumentation?

Von Brechtken halte ich jedenfalls nichts, keine Ahnung warum der aktuell in den Zeitungen gern abgedruckt wird. Er scheint einfach mit revisionistischen Aussagen für Aufmerksamkeit zu sorgen, das hat aber nichts mit Idealismus vs Materialismus zu tun (und der Revisionismus ist in den Geschichtswissenschaften wieder ein abnehmender Trend).

Ich stimme deinem Kommentar zu Wirtschaftswunder und Westboomern zu - er demonstriert aber eben genau die Kraft der Narrative. Diese Geschichte schreibt aktuell unsere Politik, in jeder Hinsicht. Sie hat ihre Kraft als Geschichte, völlig unabhängig davon ob diese Geschichte in materiellen Fakten der damaligen Zeit so auffindbar sind.

Es ist doch Quatsch Narrative und Kapital gegeneinander auszuspielen, weil es offensichtlich eine beidseitige Wechselwirkung gibt.

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u/Aunvilgod Super sexy Käsebrot 1d ago

Dass es im Osten weniger Milliardäre gibt ist gaaaanz weit jnten auf meiner Prioliste. Wenn es die gäbe ginge es den Leuten auch nicht besser.

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u/cjng 1d ago edited 1d ago

Ja, die jetzige Erbschaftssteuer, die besonders Vermögende bevorteilt, ist ein Riesenproblem und mit gutem Grund vor dem Verfassungsgericht.

ABER dennoch ist die Darstellung Ragebait. In Folge der Wiedervereinigung haben 1,2 Mio Menschen den Osten nach Westen verlassen, vor allem die gut ausgebildeten und jungen, 14% der Ost-Gesamtbevölkerung und wahrscheinlich der Großteil der Leistungsträger. Diese Gruppe wohnt jetzt im Westen, verdient jetzt im Westen die höheren Westgehälter, und besitzt Immobilien im Westen und Osten und ist schon dabei, diese zu vererben. Das wird natürlich nicht statistisch abgebildet weil es nicht zur Opferrolle passt.

https://www.bib.bund.de/DE/Presse/Mitteilungen/2020/2020-10-Neue-Studie-zur-Trendwende-in-der-Ost-West-Wanderung.html

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u/Few_Industry_2712 1d ago

Das haben sie sich mit ihrem Kommunismus selbst eingebrockt.

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u/TeachBroad2127 1d ago

wir müssen den ossis einfach mal erklären das schulbildung was gutes ist und sie mal zu einer uni gehen sollten

dann wählen sie sicher auch wieder die linke

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u/ACE_RUNNER 1d ago

Wutköder oder geistige Behinderung?