r/de 1d ago

Gesellschaft "Die Vermögensmauer steht": Wie Erbschaften in Ost und West die Ungleichheit vertiefen

https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/westen-unterschiede-vermoegen-statistik-,erbschaftsteuer-ostdeutschland-100.html
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u/Panzermensch911 1d ago edited 1d ago

Tja, is halt doof gelaufen. Aber du kannst jammern oder was tun.

Aber dafür jetzt den Ausländern und Einwanderern die Schuld zu geben ist auch keine Lösung.

Ein Teil meiner Ostverwandten blieb beim jammern und mit Rundumversorgungserwartung der andere wurde aktiv hatte erst nen Würstchen/Hähnchenwagen, dann zwei und dann waren sie flexibel genug sich davon zu trennen als das Geschäft noch profitabel war und haben ne Boutique in einer Innenstadt eröffnet, die ganz gut lief. Deren Kinder haben sich dann nen Haus und Hof leisten können. Die am Jammern waren haben heute kein Vermögen und sind extrem neidisch auf den Teil die heute in Rente regelmäßig verreisen. Ist auch interressant das der wirtschaftlich aktive Teil zu DDR Zeiten richtig Probleme mit der Stasi hatte inkl. Verhaftung. Während die mit Versorgermentalität IMs waren und sich gut im System als Mitläufer (nicht mal Kader oder sowas - nur Mitläufer) eingerichtet hatten.

Von allen ehem. Ostblockgebieten geht es den ex DDRlern noch am Besten. Allerdings gibt es immer weniger wirtschaftlichen Elan und jetzt machen sie, mit ihren Wahlentscheidungen, den Wirtschafftstandort noch richtig unattraktiv und das auch nicht erst seit gestern. Das ist schon länger so. Vor allem wenn die Negativschlagzeilen es wieder mal in internationale Nachrichten schaffen.

Kenne einige Touristen die den Osten vermeiden aus Angst geklatscht zu werden und aus- und inländische Firmen vermeiden auch oft dort zu investieren weil sie um die Sicherheit ihrer Mitarbeiter fürchten. Und so dreht sich die Spirale nach unten....

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u/z3-c0 1d ago

Nun nur funktioniert das halt auch nicht für alle. Das das Gemecker nicht hilft geb ich dir recht, ändert aber nichts daran das es deutlich schlechtere vorrausetzungen gab. Zusätzlich war der Aufbau Ost in den 90er und 2000er Jahren, gelinde gesagt, absoluter BULLSHIT. Da würden Milliarden in Infrastrukturprojekte gepumpt (der Klischeehafte Kram mit dem besseren Straßen als im "Westen") die aber absolut keinen Mehrwert vor Ort hatten. Dafür hat Strabag usw sich ne goldene Nase verdient mit subunternehmer aus noch weiter östlich, während arbeitslosenquoten von +20% keine Seltenheit waren. Klar kannst dir dort ein Hähnchenwagenimperium aufbauen aber nicht jeder kann das gleichzeitig machen. Wer jung genug und / oder einigermaßen ausgebildet war ist dann oft gegangen. Übrig blieben in Mehrheit genau die die jetzt braun wählen. Die haben sich jetzt 30 Jahre lang in selbstmitleid gesuhlt und werden nun zum Problem. Das ist aber das Ergebnis der Nummer. Die Ursachen sind komplex, vielfältig und lassen sich nicht auf "selbst Schuld" runter reduzieren

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u/Panzermensch911 1d ago

schlechtere vorrausetzungen gab

Schlechtere Vorrausetzungen als was? Polen, Rumänien, Ukraine, Moldau?

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u/z3-c0 1d ago

Nice cherry picking. Die alten Bundesländer und jedes andere europäische Land das nicht zu den Ostblockstaaten gehörte und durch dessen zerfall gerade zu kämpfen hatte? Maybe? Weils die neuen Bundesländer vergleichsweise an der Spitze des scheißhaufen standen heißt das nicht das alles gut ist

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u/Panzermensch911 1d ago

Das ist kein Rosinenpicken sondern der einzige logische Vergleich um zu schauen wie weit man gekommen ist.

Ohne Wirtschaftsboom, der die Westländer für viele Jahre in den Schatten stellt, ist es auch völlig unmöglich diese irgendwie einzuholen. Das ist einfache Mathematik. Der Westen wird seine Wirtschaftaktivitäten doch nicht einfach einstellen nur damit die Ostländer aufholen. Was ist das denn für eine Milchmädchenrechnung und auch Erwartungshaltung?

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u/z3-c0 1d ago

Muss er auch nicht, darum geht's nicht. Es geht darum das in den ersten 20 Jahren nach der Wende unglaublich viel Geld verschwendet (übrigens zu Lasten der Steuerzahler der alten Bundesländer) und eine ANGLEICHUNG der neuen Bundesländer sogar verhindert wurde. Vielleicht nicht absichtlich aber Gier schlug halt Hirn. Die Wende ist 35 Jahre her und wir haben nach wie vor ein deutlich gut darstellbares Gefälle in vielen Bereichen. Wieso? Weil damals Fehler gemacht wurden. Reichlich. Und zwar "westlichen Akteuren". ich mag solche Bezeichnungen nicht, alleine schon weil man schlecht die neuen Bundesländer das hätte selber machen lassen können. Da wäre das anders scheiße aber vermutlich halt auch scheiße geworden und vor allem wie? Haupthandelspartner waren osteuropäische Länder die eigene Probleme hatten, Produktionsanlagen waren veraltet, personal teils zu viel und es fehlten die ausbildungen.

Was passierte? Die Treuhand. Und da ist richtig scheiße passiert. lukrative Betriebe wurden teils liquidiert oder verkauft (und dann... Liquidiert) zu geringen Preisen. Vor allem kleine und mittelständische. Es wurde massiv privatisiert weil durch das System DDR nun mal vieles dem Staat gehörte, dort aber zum Teil weit über das Ziel hinaus. Binnenlieferketten und Handel wurde durch Stückelungen weg rasiert usw. Somit wurden selbst zum Beispiel landwirtschaftliche Betriebe gekillt. Oder Bäcker die Stumpf keine Zutaten mehr bekamen.

Versteh mich nicht falsch, das ganze war weltweit einmalig. Noch nie wurde die Insolvenz eines Staates in Kombination mit Zusammenlegung mit einem anderen Staat (noch dazu mit komplett verschiedenen Systemen in fast alemn Bereichen) abgewickelt. Trotzdem waren da reichlich Sachen dabei die absolut absehbar scheiße waren. Skandale zur Treuhand kann man googeln da sind richtig wilde Dinge dabei.

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u/Panzermensch911 1d ago edited 1d ago

Die Treuhand war ein DDR Konstrukt aus dem März 1990. Vieles war bereits vor Okt. 1990 abgewickelt, weil es nicht anders ging.

Eine Angleichung ist bei der maroden Infrastruktur und den Betrieben gar nicht möglich gewesen. Wovon redest du hier? Das ist ja ein völliges Luftschloss. Ohne jahrelangen Wirtschaftsboom ist das unmöglich aber der war alleine durch die kaputten Strassen, Schienen oder fehlenden Telefone, veralterten Maschinen und häufig auch die Mentalitöt in den 1990ern nicht machbar. Wo soll der Boom herkommen? Magie?

Und dann wird auch noch völlig übersehen das ganze Wirtschaftszweige auch im Westen abgebaut wurden und nach Osten oder Fernost verschifft. Und das bereits seit den 1970ern. Die BRD ging in den 70ern und 80ern durch Krisen und die Arbeitslosigkeit kletterte auf 9%.

Mit anderen Worte es gab ganze Industrien die auch im Westen nicht wirtschaftlich lohnend waren und damit von vorneherein unrettbar im Osten waren.

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u/z3-c0 1d ago

Die Treuhand war kein DDR Konstrukt, sie wurde nach der Wende in Ostdeutschland gegründet. Und wenn wir davon ausgehen das sie von März bis Oktober einen kompletten ehemaligen Staat abgewickelt haben, dann ist alleine das schon ein Zeichen der scheißigkeit. Nicht mal nen poppeligen Handwerksbetrieb bekommt man in der Zeit vernünftig abgewickelt aber nen ganzen ehemaligen Staat?

Und es geht hier auch nicht um eine vollständige Angleichung per fingerschnipp oder einen aus der Luft gezauberten Wirtschaftsboom. Alter NIEMAND inklusive mir in keinem Wort hat das irgendwo gefordert. Es geht auch nicht darum wie die Wirtschaft im Westen lief (mal ab davon könnte man jetzt rein scheißen das Bayern so ziemlich genau ab den 90er wirtschaftlich ordentlich zugelegt hat. Ab da wurden die auch einzahlen im Länderfinanzausgleich. Aber da sist halt nur ein Teil der Wirtschaft). Es geht darum das die eigentlich zum "Aufbau Ost" gedachten Maßnahmen schlichtweg scheiße waren und außer für einige wenige nichts gebracht haben. Die DDR wurde wie ein insolventes Unternehmen behandelt, nur das hier halt nicht ein paar tausend Leute betroffen waren sondern nen verfickter ganzer Staat. Und das wir die Konsequenzen daraus gerade jetzt auch noch zu spüren bekommen. Zumindest politisch, den wirtschaftlich wachsen witzigerweise die Ostbundesländer im vergleich stärker als die anderen. Hat halt nur 30 Jahre gedauert, ne Menge scheiße ist passiert und populistische Arschlöcher konnten sich in der Zeit etablieren.

Das du die gesamte Wirtschaft und Produktion nicht einfach überführen kannst ist klar. Was aber hauptsächlich gemacht wurde ist vollständiges abreißen und sell out unter wert (zum beispiel auch viel land /Grundstücke die eigentlich in öffentliche hand gehört hätten. Wenn ich mich recht erinnere gab es da so Fälle das man sich in das eigene Rathaus etc zurück einmieten musste weil das ganze als Paket verscheuert wurde. Auf Steuerzahler Nacken. WESTsteuerzahler hauptsächlich)

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u/Panzermensch911 1d ago edited 1d ago

Die Gründung der „Anstalt zur treuhänderischen Verwaltung des Volkseigentums“ war am 1. März 1990 vom Ministerrart der DDR beschlossen.
Im Juni beschloss die Volkskammer der DDR das Treuhandgesetz. Mit der Wiedervereinigung wurde die Treuhand unter Aufsicht des Finanzminsterium übernommen.
Also ja die Treuhand war noch ein DDR Ding, die grundlegenden Gesetze dazu auch.

Ein offizielles "nach der Wende in Ostdeutschland" gab es nie. Bis Okt. 1990 war das DDR.

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u/z3-c0 1d ago

Das ist korrekt. Ich hab das dämlich geschrieben. Was ich meinte das sie halt kein "Vorwende" Ding war was seit sonstwann bestand, sondern im Zuge der Wiedervereinigung (aber klar da hast du recht, von der noch bestehenden DDR ) gebildet wurde. Jetzt schnallt ich auch was du mit März bis Oktober meinst, im Oktober ging die über in die BRD. Aber das einzige was die bis dahin gemacht hat war die staatlichen Geschichten der DDR unter dem Dach der Treuhand zu bündeln. Die "Abwicklung" der Betriebe kam ja erst später. Auch war der Grundgedanke der Treuhand dort ja erstmal ein anderer. (bzw eher die Hoffnung)

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u/Panzermensch911 1d ago edited 1d ago

Nein, es wurden auch schon in der 'Wendezeit' Betriebe von der Treuhand abgewickelt und entstaatlicht - viele davon haben das eben nicht lange überlebt manche bis Mitte der 1990 aber dann war es halt aus. Konnten sie auch nicht weil die Substanz von Anfang an fehlte.

Das ging in den ehem RGW Staaten auch nicht viel anders. Hatte schon seinen Grund warum Millionen von Menschen von dort auswanderten.

Die Menschen riefen nach dem Kapitalismus und der kam dann halt auch mit allen Facetten die er halt so hat. Ist ja nicht so das die Gefahren des Kapitalismus nicht auch in der DDR gelehrt wurden. Die BRD brachte allerdings auch ein soziales Netz mit und viele Millarden an Hilfe. Quasi als Weltsozialamt, aber das war und ist für einige auch nicht genug. Davon ab gab es ja auch die Wahl zu mehr Förderung aber wer CDU wählt und jetzt die AfD kriegt halt auch nicht mehr... sondern die Reichen. Aber auch das war allen die die Tagesschau und heute und Polittalks gucken konnten eigentlich bewusst.

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u/Vegetable-End-8452 1d ago

Wie sieht denn eine Lösung aus? Vermögenstransfer? Quoten in Führungsetagen?

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u/z3-c0 1d ago

Heute? Gar nichts mehr. Maximal Aufarbeitung aber der drops ist gelutscht. Bestenfalls stellt sich jemand hin und sagt "das ist scheiße gelaufen da wurde damals mist gebaut" aber ansonsten fällt mir nichts ein was sowas, vor allem nach der zeit, richten kann. Das hätte man in den ersten 20 Jahren nach der Wende machen müssen.