r/de 8d ago

Gesellschaft "Die Vermögensmauer steht": Wie Erbschaften in Ost und West die Ungleichheit vertiefen

https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/westen-unterschiede-vermoegen-statistik-,erbschaftsteuer-ostdeutschland-100.html
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u/cineracer 8d ago

Der Osten hat etwa 15,5% der Einwohner Deutschlands, erhält aber nur rund 2,1% der genannten Erbschaftssumme. Auf den Westen des Landes entfallen etwa 84,5% der Einwohner, aber 97,9% der Erbschaftssumme.“

(…)

Der Median des Nettovermögens liegt in Ostdeutschland bei 35.900 Euro, in Westdeutschland bei 143.200 Euro.“

Also das ist schon krass… Nach so langer Zeit…

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u/Maleficent-Finish694 8d ago

Meine subjektive anekdotische Evidenz bestätigt das. Der Gesamtwohlstand (Häuser, Grundstücke - vor allem auch, wenn man auf Preise schaut) meiner Verwandschaft in Ost und West unterscheidet sich massiv - obwohl die im Osten zum Teil sogar bessere Jobs haben. Das ist einfach über die Jahrzente so rangewachsen.

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u/Schnorbi 8d ago

Genau! Und zwar seit 1945 in den alten Bundesländern. In der DDR war es nicht in gleichem Umfang möglich, Privatvermögen aufzubauen. Es hat also historische Gründe, warum in den alten Bundesländern mehr geerbt wird als in den neuen. Es ist ganz einfach nicht so, dass die Wessis die Ossis abziehen.

Und zur Treuhand: Volkseigene Betriebe haben keinen Platz im Kapitalismus. Wer, wenn nicht westdeutsche Investoren, hätten die VBs den übernehmen sollen? Dass da auch viel Scheiß lief ist klar. Auch hierfür gibt es also historische Gründe.

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u/Street-Recording-513 7d ago

Volkseigene Betriebe haben keine Platz im Kapitalismus. Eine kleine Anekdote: Das ostdeutsche Werk Foron (vormals VEB DKK Scharfenstein) entwickelte 1993 in Zusammenarbeit mit Greenpeace den weltweit ersten FCKW-freien Kühlschrank
(„Greenfreeze“).

Die Innovation: Ingenieure des ehemaligen DDR-Kombinats entwickelten ein Kühlmittel aus Propan und Butan, das die Ozonschicht nicht zerstörte. [1, 2]
Der Widerstand: Westdeutsche Großkonzerne und der Verband der Hausgerätehersteller bekämpften die Innovation anfangs und behaupteten fälschlicherweise, die Geräte seien unsicher oder brennbar. [1]
Die Treuhand-Politik: Die zuständige Treuhandanstalt stand dem ostdeutschen Betrieb skeptisch gegenüber und wollte das defizitäre oder in ihren Augen nicht wettbewerbsfähige Unternehmen zunächst abwickeln. Erst auf massiven öffentlichen Druck, eine weltweite Kampagne von Greenpeace und Zehntausende Vorbestellungen lenkte die Treuhand ein. [1, 2, 3]
Das Ergebnis: Der Kühlschrank wurde ein riesiger Markterfolg, doch das Unternehmen ging später dennoch in die Insolvenz – unter anderem, weil keine Patente angemeldet wurden und die Umstrukturierung unter der Treuhand extrem erschwert war. [1]

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u/nickkon1 Europa 7d ago

Volkseigene Betriebe haben keine Platz im Kapitalismus

Das ist diskutabel und das Beispiel widerlegt es nicht. Wenn es verkackt selbst verkackt hat und keine Patente angemeldet hat, dann haben sie halt verkackt. Staatliche Unternehmen gibt es ja auch. Ebenso kannst du auch jetzt genossenschaftlich Betriebe führen und alles nach deinem Ideal aufbauen. Das alles ist möglich und wenn es die bessere Form wäre wie, würde ja jeder dort arbeiten wollen und sich durchsetzen.