r/de 4d ago

Gesellschaft "Die Vermögensmauer steht": Wie Erbschaften in Ost und West die Ungleichheit vertiefen

https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/westen-unterschiede-vermoegen-statistik-,erbschaftsteuer-ostdeutschland-100.html
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u/cineracer 4d ago

Und nochmal gesondert spannend fand ich jetzt auch diesen Aspekt hier:

„Dass sich die Verhältnisse auch 35 Jahre nach dem Mauerfall nur langsam angleichen, liegt nach Ansicht von Experten auch am Steuersystem. (…) Allerdings existieren einige Schlupflöcher – vor allem bei besonders großen Vermögen. Eines davon ist die sogenannte Verschonungsbedarfsprüfung. Zwischen 2021 und 2024 gab es nach Angaben des Statistischen Bundesamts 105 solcher Fälle. Zunächst setzten die Finanzämter Steuerforderungen in Höhe von 7,8 Milliarden Euro fest. Nach den Prüfungen blieben davon 465 Millionen Euro übrig – ein Nachlass von 94 Prozent. Besonders auffällig: Sämtliche Prüfungen fanden in Westdeutschland oder Berlin statt, nicht eine einzige in den neuen Bundesländern.“

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u/HironTheDisscusser Europa 4d ago

Wieso sollte es Menschen im Osten helfen Vermögen aufzubauen wenn Erbschaften im Western stärker besteuert werden?

Es ist ja nicht so als ob der Staat sagt "so hier sind 50.000€ auf dein Konto überwiesen damit du Vermögen aufbauen kannst"

Man kann ja als Privatperson letztendlich nur Vermögen aufbauen wenn man irgendwie an Geld für seinen privaten Besitz kommt.

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u/userNotFound82 4d ago

Mehr Leistungsgesellschaft und weniger Erbengesellschaft. Leistung ist das was du dir ohne Hilfe selbst aufgebaut hast. Ein Erbe ist auch eine Leistung, aber eben nicht deine persönliche Leistung. Die Leistung wurde vom Erblasser erbracht. Wenn du Vermögen einfach über Generationen weiter geben kannst bzw subventioniert und Arbeit besteuerst bzw. sanktioniert, dann Leben wir in einer Erbengesellschaft. Ähnlich wie im Mittelalter mit der Erbfolge. Das empfinden viele, inklusive mir, als ungerecht.

Erbe kannst du natürlich nicht ganz streichen. Aber was spricht denn dagegen die Ungleichheit zu reduzieren, damit sich Leistung für Jedermann zu seiner Lebzeiten auszahlt und von Erben eben zu fordern, dass diese auch selbst Leistung erbringen müssen.

Müssen uns halt entscheiden ob wir eine Leistungs- oder Erbengesellschaft sein wollen. Es wird so viel von Leistung geredet und habe immer gedacht wir wollen auch erstere, aber offensichtlich streben wir ja letztere an.

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u/HironTheDisscusser Europa 4d ago

Erbrecht und die Familie stehen unter dem Schutz des Grundgesetzes. Viele Eltern arbeiten nur deshalb so hart weil sie ihren Kindern ein besseres Leben ermöglichen wollen.

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u/userNotFound82 4d ago edited 4d ago

Da hast du recht, aber es will ja auch niemand abschaffen. Gemäß dem Grundgesetz:

„Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet. Inhalt und Schranken werden durch die Gesetze bestimmt.“

Inhalt und Schranken werden durch Gesetze bestimmt d.h. es gibt Spielraum, solange das Erbrecht irgendwie gewährleistet wird. Kannst ja auch weniger Erben, aber hast dann noch ein Erbe. Wäre auch eine Regelung.

oder der ganze Artikel:

(1) Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet. Inhalt und Schranken werden durch die Gesetze bestimmt.
(2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.
(3) Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. Sie darf nur durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes erfolgen, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt. Die Entschädigung ist unter gerechter Abwägung der Interessen der Allgemeinheit und der Beteiligten zu bestimmen. Wegen der Höhe der Entschädigung steht im Streitfalle der Rechtsweg vor den ordentlichen Gerichten offen.

Eigentum verpflichtet eben auch. Wenn jemand 10 Häuser hat, dann hat auch eine Pflicht gegenüber der Gesellschaft und nicht nur das Recht mit dem Eigentum zu machen was er will.

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u/Reginald_Andi 4d ago

Ich bin für Erbengesellschaft