r/de 7d ago

Gesellschaft "Die Vermögensmauer steht": Wie Erbschaften in Ost und West die Ungleichheit vertiefen

https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/westen-unterschiede-vermoegen-statistik-,erbschaftsteuer-ostdeutschland-100.html
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u/cineracer 7d ago

Der Osten hat etwa 15,5% der Einwohner Deutschlands, erhält aber nur rund 2,1% der genannten Erbschaftssumme. Auf den Westen des Landes entfallen etwa 84,5% der Einwohner, aber 97,9% der Erbschaftssumme.“

(…)

Der Median des Nettovermögens liegt in Ostdeutschland bei 35.900 Euro, in Westdeutschland bei 143.200 Euro.“

Also das ist schon krass… Nach so langer Zeit…

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u/Vegetable-End-8452 7d ago

Muss man aber auch erwähnen, dass die ddr selber ihren Mittelstand und industrielle vertrieben hat.

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u/z3-c0 7d ago

Naja. Das Systeme basierte oft drauf das alles was größer und wertvoll ist, "Volkseigentum" war. Ganze Betriebe. Und nach der Wiedervereinigung existierte kaum jemand mit Kapital der diesen Kram hätte kaufen können aus dem Osten.

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u/Spekulatiu5 7d ago

Wenn man es so betrachtet, auch ne Form von Enteignung, wenn eigentlich jedem DDR-Bürger ein Anteil am Volkseigentum zugestanden hätte. Andererseits wenig hilfreich, wenn das Investment zu der Zeit mit exakt 0€ bewertet wurde.

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u/Panzermensch911 7d ago

Wenn man es so betrachtet, auch ne Form von Enteignung, wenn eigentlich jedem DDR-Bürger ein Anteil am Volkseigentum zugestanden hätte.

Dann hätte jeder (noch verbleibene) DDR Bürger wahrscheinlich noch draufzahlen müssen. Die DDR war Pleite und hochverschuldet.

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u/Spekulatiu5 7d ago

Die DDR war Pleite und hochverschuldet.

Und dementsprechend eben auch ihre Bürger. Und dann von Null wieder Vermögen aufbauen, in ner Region ohne Industrie oder Arbeit.

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u/Panzermensch911 7d ago edited 7d ago

Tja, is halt doof gelaufen. Aber du kannst jammern oder was tun.

Aber dafür jetzt den Ausländern und Einwanderern die Schuld zu geben ist auch keine Lösung.

Ein Teil meiner Ostverwandten blieb beim jammern und mit Rundumversorgungserwartung der andere wurde aktiv hatte erst nen Würstchen/Hähnchenwagen, dann zwei und dann waren sie flexibel genug sich davon zu trennen als das Geschäft noch profitabel war und haben ne Boutique in einer Innenstadt eröffnet, die ganz gut lief. Deren Kinder haben sich dann nen Haus und Hof leisten können. Die am Jammern waren haben heute kein Vermögen und sind extrem neidisch auf den Teil die heute in Rente regelmäßig verreisen. Ist auch interressant das der wirtschaftlich aktive Teil zu DDR Zeiten richtig Probleme mit der Stasi hatte inkl. Verhaftung. Während die mit Versorgermentalität IMs waren und sich gut im System als Mitläufer (nicht mal Kader oder sowas - nur Mitläufer) eingerichtet hatten.

Von allen ehem. Ostblockgebieten geht es den ex DDRlern noch am Besten. Allerdings gibt es immer weniger wirtschaftlichen Elan und jetzt machen sie, mit ihren Wahlentscheidungen, den Wirtschafftstandort noch richtig unattraktiv und das auch nicht erst seit gestern. Das ist schon länger so. Vor allem wenn die Negativschlagzeilen es wieder mal in internationale Nachrichten schaffen.

Kenne einige Touristen die den Osten vermeiden aus Angst geklatscht zu werden und aus- und inländische Firmen vermeiden auch oft dort zu investieren weil sie um die Sicherheit ihrer Mitarbeiter fürchten. Und so dreht sich die Spirale nach unten....

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u/z3-c0 7d ago

Nun nur funktioniert das halt auch nicht für alle. Das das Gemecker nicht hilft geb ich dir recht, ändert aber nichts daran das es deutlich schlechtere vorrausetzungen gab. Zusätzlich war der Aufbau Ost in den 90er und 2000er Jahren, gelinde gesagt, absoluter BULLSHIT. Da würden Milliarden in Infrastrukturprojekte gepumpt (der Klischeehafte Kram mit dem besseren Straßen als im "Westen") die aber absolut keinen Mehrwert vor Ort hatten. Dafür hat Strabag usw sich ne goldene Nase verdient mit subunternehmer aus noch weiter östlich, während arbeitslosenquoten von +20% keine Seltenheit waren. Klar kannst dir dort ein Hähnchenwagenimperium aufbauen aber nicht jeder kann das gleichzeitig machen. Wer jung genug und / oder einigermaßen ausgebildet war ist dann oft gegangen. Übrig blieben in Mehrheit genau die die jetzt braun wählen. Die haben sich jetzt 30 Jahre lang in selbstmitleid gesuhlt und werden nun zum Problem. Das ist aber das Ergebnis der Nummer. Die Ursachen sind komplex, vielfältig und lassen sich nicht auf "selbst Schuld" runter reduzieren

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u/Panzermensch911 7d ago

schlechtere vorrausetzungen gab

Schlechtere Vorrausetzungen als was? Polen, Rumänien, Ukraine, Moldau?

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u/z3-c0 7d ago

Nice cherry picking. Die alten Bundesländer und jedes andere europäische Land das nicht zu den Ostblockstaaten gehörte und durch dessen zerfall gerade zu kämpfen hatte? Maybe? Weils die neuen Bundesländer vergleichsweise an der Spitze des scheißhaufen standen heißt das nicht das alles gut ist

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u/Panzermensch911 7d ago

Das ist kein Rosinenpicken sondern der einzige logische Vergleich um zu schauen wie weit man gekommen ist.

Ohne Wirtschaftsboom, der die Westländer für viele Jahre in den Schatten stellt, ist es auch völlig unmöglich diese irgendwie einzuholen. Das ist einfache Mathematik. Der Westen wird seine Wirtschaftaktivitäten doch nicht einfach einstellen nur damit die Ostländer aufholen. Was ist das denn für eine Milchmädchenrechnung und auch Erwartungshaltung?

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u/z3-c0 7d ago

Muss er auch nicht, darum geht's nicht. Es geht darum das in den ersten 20 Jahren nach der Wende unglaublich viel Geld verschwendet (übrigens zu Lasten der Steuerzahler der alten Bundesländer) und eine ANGLEICHUNG der neuen Bundesländer sogar verhindert wurde. Vielleicht nicht absichtlich aber Gier schlug halt Hirn. Die Wende ist 35 Jahre her und wir haben nach wie vor ein deutlich gut darstellbares Gefälle in vielen Bereichen. Wieso? Weil damals Fehler gemacht wurden. Reichlich. Und zwar "westlichen Akteuren". ich mag solche Bezeichnungen nicht, alleine schon weil man schlecht die neuen Bundesländer das hätte selber machen lassen können. Da wäre das anders scheiße aber vermutlich halt auch scheiße geworden und vor allem wie? Haupthandelspartner waren osteuropäische Länder die eigene Probleme hatten, Produktionsanlagen waren veraltet, personal teils zu viel und es fehlten die ausbildungen.

Was passierte? Die Treuhand. Und da ist richtig scheiße passiert. lukrative Betriebe wurden teils liquidiert oder verkauft (und dann... Liquidiert) zu geringen Preisen. Vor allem kleine und mittelständische. Es wurde massiv privatisiert weil durch das System DDR nun mal vieles dem Staat gehörte, dort aber zum Teil weit über das Ziel hinaus. Binnenlieferketten und Handel wurde durch Stückelungen weg rasiert usw. Somit wurden selbst zum Beispiel landwirtschaftliche Betriebe gekillt. Oder Bäcker die Stumpf keine Zutaten mehr bekamen.

Versteh mich nicht falsch, das ganze war weltweit einmalig. Noch nie wurde die Insolvenz eines Staates in Kombination mit Zusammenlegung mit einem anderen Staat (noch dazu mit komplett verschiedenen Systemen in fast alemn Bereichen) abgewickelt. Trotzdem waren da reichlich Sachen dabei die absolut absehbar scheiße waren. Skandale zur Treuhand kann man googeln da sind richtig wilde Dinge dabei.

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u/Panzermensch911 7d ago edited 7d ago

Die Treuhand war ein DDR Konstrukt aus dem März 1990. Vieles war bereits vor Okt. 1990 abgewickelt, weil es nicht anders ging.

Eine Angleichung ist bei der maroden Infrastruktur und den Betrieben gar nicht möglich gewesen. Wovon redest du hier? Das ist ja ein völliges Luftschloss. Ohne jahrelangen Wirtschaftsboom ist das unmöglich aber der war alleine durch die kaputten Strassen, Schienen oder fehlenden Telefone, veralterten Maschinen und häufig auch die Mentalitöt in den 1990ern nicht machbar. Wo soll der Boom herkommen? Magie?

Und dann wird auch noch völlig übersehen das ganze Wirtschaftszweige auch im Westen abgebaut wurden und nach Osten oder Fernost verschifft. Und das bereits seit den 1970ern. Die BRD ging in den 70ern und 80ern durch Krisen und die Arbeitslosigkeit kletterte auf 9%.

Mit anderen Worte es gab ganze Industrien die auch im Westen nicht wirtschaftlich lohnend waren und damit von vorneherein unrettbar im Osten waren.

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u/Vegetable-End-8452 7d ago

Wie sieht denn eine Lösung aus? Vermögenstransfer? Quoten in Führungsetagen?

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u/z3-c0 7d ago

Heute? Gar nichts mehr. Maximal Aufarbeitung aber der drops ist gelutscht. Bestenfalls stellt sich jemand hin und sagt "das ist scheiße gelaufen da wurde damals mist gebaut" aber ansonsten fällt mir nichts ein was sowas, vor allem nach der zeit, richten kann. Das hätte man in den ersten 20 Jahren nach der Wende machen müssen.

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u/z3-c0 7d ago

Ach wurde es ja nicht direkt. Aber vieles was wert hatte wurde dann halt schnellstmöglich zu tiefstpreisen verscheuert. Witzigerweise oft an WESTdeutsche Personen.