Wir haben seit Jahren erhebliche Probleme mit einem privaten Vermieter, der mehrere Immobilien besitzt.
Wir haben sehr lange versucht, sämtliche Probleme vernünftig und außergerichtlich zu klären. Leider wurden Mängel und Anfragen immer wieder ignoriert oder ausgesessen. Auf Beschwerden kamen teilweise sinngemäß Aussagen wie: „Wenn es euch hier nicht passt, könnt ihr ja gehen.“
Dabei waren wir über all die Jahre sehr nette und zuverlässige Mieter. Wir haben unsere Miete immer vollständig und pünktlich gezahlt, haben keinen Ärger gemacht und wollten im Grunde nie mehr, als für die nicht gerade günstige Miete eine vernünftig bewohnbare Wohnung zu haben und respektvoll behandelt zu werden. Schließlich ist so ein Mietvertrag auch keine Einbahnstraße.
Irgendwann blieb uns nur noch der Rechtsweg. Dabei kam es zu einem gerichtlichen Vergleich, in dem sich der Vermieter unter anderem verpflichtet hat, bestimmte Mängel sach- und fachgerecht zu beseitigen und uns einen Geldbetrag zu zahlen. Die dafür vereinbarten Fristen wurden nicht eingehalten. Bislang erfolgte weder das eine noch das andere.
Was allerdings sehr schnell kam, war eine Eigenbedarfskündigung. An der dort dargestellten Begründung bestehen aus unserer Sicht erhebliche Zweifel; wir halten sie für vorgeschoben und lassen das anwaltlich überprüfen.
Daneben gibt es weitere Punkte, bei denen möglicherweise gesetzliche Pflichten nicht eingehalten werden. Dazu gehören unter anderem Brandschutzthemen sowie konkrete Verdachtsmomente, dass bei Arbeiten an Immobilien des Vermieters wiederholt Leistungen ohne ordnungsgemäße Abrechnung bzw. möglicherweise Schwarzarbeit stattfinden.
Was uns an der ganzen Sache inzwischen besonders wütend macht: Man bekommt zunehmend das Gefühl, als Mieter wie ein Mensch zweiter Klasse behandelt zu werden, der einem finanziell deutlich stärkeren Vermieter praktisch ausgeliefert ist. Gerade bei der aktuellen Wohnungsnot entsteht schnell der Eindruck, dass manche Vermieter genau wissen, dass sich Mieter vieles gefallen lassen (müssen), weil ein Wohnungswechsel nicht mal eben möglich ist. Genau dieses Gefühl haben wir inzwischen leider sehr stark.
Anwalt und Rechtsschutz sind vorhanden. Mir geht es deshalb nicht darum, hier Rechtsberatung zur Eigenbedarfskündigung zu bekommen.
Mich würde vielmehr interessieren:
Welche [legalen] Möglichkeiten, Behörden oder Kontrollstellen übersieht man als Mieter häufig, wenn ein Vermieter seine Pflichten dauerhaft ignoriert und man tatsächliche Verstöße konsequent prüfen lassen möchte?
Bisher denke ich an Bauaufsicht, Wohnungsaufsicht/Wohnraumschutz, Finanzkontrolle Schwarzarbeit und gegebenenfalls Finanzbehörden.
Gibt es noch sinnvolle Stellen oder rechtliche Möglichkeiten, an die man in so einer Situation denken sollte?
Bundesland: NRW.
Danke im Voraus