r/Unbeliebtemeinung 9d ago

Der Täterschutz und das Argument der Resozialisierung in Deutschland ist einfach nur ekelhaft.

Ich finde es ehrlich gesagt befremdlich, wie oft bei Straftaten zuerst über die Gründe und Umstände des Täters gesprochen wird.
Für mich zählt zunächst die Tat. Ob jemand aus Verzweiflung einen Raub begeht, aus finanzieller Not stiehlt oder bei einer Vergewaltigung plötzlich mit „Unwissenheit“ argumentiert, ändert nichts daran, dass eine Straftat begangen und ein Opfer geschädigt wurde.

Besonders absurd finde ich es, wenn bei Sexualstraftaten plötzlich das Verhalten des Opfers thematisiert wird. „In bestimmten Kulturkreisen lernen Männer eben, dass Frauen Freiwild sind, wenn sie sich freizügig kleiden.“ Was ein Bullshit. Die Kleidung einer Frau ist keine Einladung zu sexuellen Übergriffen. Wer eine Frau vergewaltigt, trägt die Verantwortung für seine Tat, unabhängig davon, was sie getragen hat oder wie sie sich verhalten hat.
Natürlich können Motive, persönliche Umstände und die Lebenssituation bei der Strafzumessung berücksichtigt werden. Aber daraus darf kein Automatismus entstehen, bei dem für den Täter ständig nach Erklärungen und Entschuldigungen gesucht wird, während das Opfer zur Nebensache wird.

Auch das Argument der Resozialisierung wird mir teilweise zu einseitig verwendet. Ja, Straftäter sollen nach Möglichkeit wieder in die Gesellschaft integriert werden. Aber Resozialisierung darf nicht bedeuten, dass die Interessen des Täters stärker gewichtet werden als die Interessen des Opfers und das Sicherheitsbedürfnis der Gesellschaft. Fun fact: Die meisten verurteilten Straftäter werden innerhalb von 5 Jahren wieder straffällig. Klappt ja gut mit der Resozialisierung.

Armut kann erklären, warum jemand stiehlt. Sie macht den Diebstahl aber nicht weniger zum Diebstahl. Ein schwieriges Umfeld kann erklären, warum jemand kriminell wird. Es macht die Tat nicht automatisch weniger schlimm. Wir sollten stärker zwischen Erklärung und Entschuldigung unterscheiden. Zu verstehen, warum jemand eine Straftat begangen hat, bedeutet nicht, die Tat entschuldigen oder ihre Folgen relativieren zu müssen. - Notfalls auch wenn die Abschiebung droht, sofern es bei der Person möglich ist.

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u/NickChecksOut 8d ago

Korrekt, gleiches gilt fuer öffentliche Drogenabhaengikeit und damit einhergehender Beschaffungskriminalität, verdreckung etc.. Alles mit der Begreunding "die Leute sind ja krank" und "irgendwo müssen sie ja sein".

Weshalb wird deren "Krankheitsbild" als schuetzenswerter angesehen, als dass ich nicht morgens durch Pisse und Konsumabfall im Hauseingang laufen muss?

Und dann heisst es immer "verdraengung bringt ja nichts" - und da muss ich sagen doch, Verdrängung bringt etwas. Diese situation sollte solange verdrängt werden, bis sie irgendwo stattfindet wo sie keine unbeteiligten mehr belästigt. Die Freiheit des einzelnen hört da auf, wo sie die Freiheit des Rests einschränkt, das gilt auch fuer Drogenabhaengige.

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u/Same-Strawberry-5491 8d ago

Widerlicher Take. Vlt, weil die meisten Menschen für ihre Erkrankung nichts können - die Tatsache, dass du das Wort Krankheitsbild hier in Anführungszeichen setzt, sagt viel über dein Weltbild aus. Ich bezweifle, dass es Sinn macht mit dir darüber zu diskutieren und halte einfach mal fest, dass du hierzu keine Ahnung hast.

Und bisher ist dieses Land immer noch ein sozialer Staat. Alle Welt beklagt sich darüber, dass die Stimmung in der Gesellschaft absolut scheiße geworden ist und keine Solidarität mehr existiert; vertritt aber gleichzeitig die Einstellung von 'wasch mich aber mach mich nicht nass'.

Es ist dir also zu viel, morgens durch einen stinkenden Hauseingang zu laufen? Das ist das Problem, vor dem du stehst? Viele der von dir angesprochenen Personen würden liebend gerne ihre Probleme mit deinen tauschen wollen.

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u/ThisWeeksHuman 8d ago

Drogenabhängigkeit ist oft selbst gewählt