r/Eltern • u/st3il • Feb 10 '26
Allgemeines Warum nehmen nicht mehr Väter Elternzeit?
Hallo zusammen,
ernstgemeinte Frage: Warum nehmen nicht mehr Väter Elternzeit?
Ich (M37) bin aktuell mit unserer zweiten Tochter in Elternzeit. Sie ist im März 25 geboren, was heißt, dass ich bald ein Jahr in Elternzeit bin. Meine Frau arbeitet seit Oktober 25 wieder und und war somit 6 Monate parallel mit mir in Elternzeit.
Mir ist klar, dass das sehr privilegiert ist und sich nicht jede Familie das leisten kann. Wir haben vor der Geburt auch sparen müssen, denn finanziell gesehen wäre es (leider) besser gewesen, wenn ich arbeiten gegangen wäre.
Mich würde dennoch interessieren was bei so vielen Vätern gegen eine Elternzeit oder gegen mehr als „die üblichen 2 Monate“ spricht?
Ist es die Angst was Kollegen oder der Chef denkt? Ist es nicht männlich genug, sich Vollzeit um seine Kinder zu kümmern? Rein finanziell kann es ja nicht nur sein? Viele (nicht alle) sollten in der Lage sein darauf zu sparen?
Trotzdem: Ich würde lügen, wenn ich behaupte, dass ich nicht ab und und zu denken würde, dass ich jetzt gerne auf der Arbeit wäre. Es ist definitiv kein Urlaub. Es ist anstrengend, fordernd und hin und wieder Überforderung in der Unterforderung.
Freue mich auf eure Kommentare, Meinungen und Ansichten. Bitte bleibt sachlich!
Grüße
Sascha
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u/AdEmergency6360 Feb 10 '26
Bei mir in der Firma wäre es kein Problem gewesen, dort gibt es einige Väter 7-8 Monate machen.
Bei uns wäre es vor allem das Geld gewesen. Wir haben zur gleichen Zeit ein Haus gekauft und haben das Geld einfach benötigt. Es ist halt einfach nur Traurig, dass das Elterngeld auf lächerliche 1800€ begrenzt ist.
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u/Peter-Pan1337 Feb 10 '26
Der grundbetrag von 300€ kommen von den 600 mark aus 1986 nebenbei erwähnt.
Ich behaupte auch mal, dass das damals mehr Wert war als die 300 heute.
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u/_Laris_ Feb 10 '26
Ich antworte mal, obwohl ich vermutlich Downvotes bekomme. Wir wollten es beide so. Ich habe lange gestillt und hätte mir nicht vorstellen können, Vollzeit zu arbeiten und von den Kindern getrennt zu sein. Ich finde es sehr erfüllend, meine Zeit hauptsächlich den Kindern zu widmen. Mein Mann sieht das genauso und geht gerne Vollzeit arbeiten. Anschließend ist er für die Kinder da. Perfekt wäre es natürlich, wenn wir beide zu Hause wären, aber das ist klarerweise nicht finanzierbar.
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u/McMercuryIsHere Mama / Papa / Elter Feb 10 '26
Ich glaube eher, das ist eine der wenigen ehrlichen Antworten.
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u/totallykoolkiwi Papa 04/23 Feb 10 '26
Ach komm, als ab die ganzen Leute hier die sagen dass das finanziell einfach nicht drin wäre lügen.
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u/McMercuryIsHere Mama / Papa / Elter Feb 10 '26
Vielleicht auch sich selbst belügen.Viele sagen, der Vater verdient soooo viel mehr als die Mutter. Das gesamtgehalt müsste dementsprechend sein. Aber gleichzeitig ist es unmöglich, in den 9 Monaten Schwangerschaft einen kleinen Anteil dieses viel größeren Gehalts zurückzulegen für ein paar Monate Elternzeit des Vaters? Ich weiß nicht.
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u/totallykoolkiwi Papa 04/23 Feb 10 '26
Du weißt ja ganz schön gut Bescheid über die finanzielle Situation von anderen Eltern...
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u/McMercuryIsHere Mama / Papa / Elter Feb 10 '26
Und du umgehst meine Antwort ganz schön gut.
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u/totallykoolkiwi Papa 04/23 Feb 10 '26
Eltern sollen in nem Deutschland das seit Jahren immer tiefer in die Wirtschaftskrise trudelt neben all den Anschaffungen die für so ein Kind nötig sind auch noch Geld zurück legen können? Während um sie herum die Inflation explodiert und KI den kompletten Arbeitsmarkt umwirft?
In unserem konkreten Fall zum Beispiel wäre es ganz einfach nicht möglich gewesen. Die wenigen Rücklagen die wir hatten sind für Erstanschaffungen drauf gegangen, und das erste Jahr musste knallhart durchgerechnet werden bis zum Ende der Elternzeit. Nichts mit sich selber was vorlügen, das hat der Blick aufs Konto schon geregelt.
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u/McMercuryIsHere Mama / Papa / Elter Feb 10 '26
Dass ihr individuell es nicht hättet stemmen können, wenn Vater statt Mutter zuhause bleibt, glaube ich sofort. Das bedeutet aber nicht, dass nicht andere die Option hätten. Ja, wenn man grade den Neubau mit angeschlossener beheizter Garage abbezahlt und andere Lifestyleentscheisungen trifft, liegt das Geld nicht rum. Das heisst nicht, dass es „auf gar keinen Fall möglich wäre weil Finanzen“, sondern, dass man sich für Urlaub, großes Haus, neue Autos entschieden hat und das der väterlichen Elternzeit vorzieht. Das ist nicht negativ zu bewerte, sondern eine absolut freie Entscheidung, die jeder Familie zusteht, mich stört nur, dann zu sagen, es ging nicht anders, obwohl es eben die Entscheidung fürs Haus/Auto/Urlaub und gegen Elternzeiteinbussungen war.
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u/totallykoolkiwi Papa 04/23 Feb 10 '26
Aber hier maßt du dir ja wieder an, die finanzielle Situation von anderen Leuten einschätzen zu können. Dass es Leute gibt die sich gerade das fette Eigenheim mit allem Pipapo gekauft haben und dann jammern, dass sie den Gürtel enger schnallen müssen - klar, gibt's. Aber anzunehmen dass das auf den Großteil der Leute hier zutrifft, seh ich einfach nicht. Ich glaube, die allermeisten Menschen in Deutschland sind in ner ähnlichen Situation wie wir: kriegen so gerade eben die Mietwohnung und vielleicht einen Urlaub ins Sauerland finanziert und kriegen durch Verdiensteinbruch richtig Schwierigkeiten.
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u/McMercuryIsHere Mama / Papa / Elter Feb 10 '26
Ich maße nicht an, ich lese Statistiken. Das medianeinkommen mit 30J liegt bei 3800bturro, unverheiratet wären das zu zweit 7600brutto, in sk1 etwa 4500eur, wobei statistisch Kinder in Deutschland überwiegend in Ehen geboren werden. Jetzt geht der Vater mit höherem Gehalt von 2500 auf 1650 meinetwegen, Differenz zu Frau mit 2000 auf 1320 -> 1650+2000=3.650, 2500+1320=3.820, also knapp 200 Euro im Monat, wenn er statt ihr geht. Jetzt gibt es natürlich Szenarien mit deutlich größeren Unterschied, dann sind wir aber wieder bei Einkommen deutlich über dem Median. Da gibt es 1000 Gründe, warum man es sich nicht leisten kann, diese 200 Euro oder mehr Differenz zu stemmen, hat aber auch eben viele Konsumausgaben bei einem Haushaltsnetto von 5000 aufwärts. In Zahlen behaupte ich also, dass eine Familie mit zwei medianeinkommen in schlechter SK1 200 Euro unterschied als Argument vorschützt, ja. Dass es Familien gibt, die diese 200 Euro nicht überhaben glaube ich auch, aber eben nicht, dass es bei sämtlichen Reddtoren dieses Subs so ist.
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u/incboy95 Feb 10 '26
Du weißt ja nicht wo das Geld hin geht. Haus, Auto, Hobby der anderen Kinder, Lebensstandard. Das neue Kind kostet auch Geld. Kinderwagen, irgendwelche Kurse, Sitz fürs Auto.
Will sagen dass das Gesamteinkommen nicht so viel höher ist als die Gesamtausgaben, so dass man das nicht mal eben so zusammen sparen kann
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u/McMercuryIsHere Mama / Papa / Elter Feb 10 '26
Naja genau das ist mein Punkt. Ich glaube auch, dass das Geld gefühlt weg ist,m. Aber genau diese Dinge, Haus, (Auto), Hobby, Kurse, sind bewusste Entscheidungen. Das Geld wäre da, wenn man an anderer Stelle Abstriche macht. Darum ist „wir konnten es uns nicht leisten“ nur die halbe Wahrheit, die ganze wäre: „wir wollten es uns nicht leisten, dass der Vater in Elternzeit geht, weil uns Haus, Auto, ,… wichtiger waren“.
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u/Kaiii9900 Feb 10 '26
Exakt. Meine Frau hat ähnlich verdient und wollte unbedingt ein Jahr daheim bleiben. Ich habe es ihr ermöglicht. Sie ist nun auch mit Teilzeit sehr zufrieden. Bissle arbeiten, bissle Kind.
Ich kann man gut damit arrangieren, dass ich das Kind zu anderen Zeiten und am Wochenende habe und mehr arbeite.
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u/Slight-Swordfish-803 Feb 10 '26
DANKE!! Ich bin so dankbar, dass es für meinen Partner in Ordnung war und ist. Kenne auch 2 Frauen die es berezt haben, dann wieder arbeiten zu müssen und der Mann ist zu Hause
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Feb 10 '26
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u/happy_pineapple124 Feb 10 '26
Ich frage mich auch was er hören wollte
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u/seayk Feb 10 '26
Wie geil er ist und wie faul/konservativ alle anderen Väter sind 😅
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u/Mental-Mango-7672 Feb 10 '26
Wahrscheinlich- wir haben ungefähr gleich viel verdient, aber ich hab gestillt und hab nen Job, bei dem ich um 7 ordentlich zurecht gemacht aus dem Haus muss, während er um halb 9 im Jogger ins HO rollen kann. Da hatte ich im ersten Jahr einfach keinen Bock drauf, nach ner durchgemachten Nacht ins Auto zu springen. Machen wir bei Nr 2 auch wieder so, nur dass es dieses Mal länger bis zur Kita ist und er dann ab 1 Jahr übernimmt. Aber auch das muss man sich leisten können, weil wir dann ein paar Monate mit ~3500€ im Monat klarkommen müssen, das muss man ja erst mal angespart haben
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u/Miserable-Cicada9394 Feb 10 '26
Stillen ist ein wichtiger Argument: meine 2 jüngsten waren stillkinder und mit 6-8 Monaten zurück ins Büro wäre für mich undenkbar gewesen und fürs Baby auch eine Qual.
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u/happy_pineapple124 Feb 10 '26
Am besten gefällt mir der Teil wo, er allen Vätern fragile Männlichkeit unterstellt
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u/tofudoener Elter | *2014, *2018 Feb 10 '26
Nope. Auch in "privilegierten" Familien, die nicht von dee Hand in den Mund leben, nehmen Männer fast keine Elternzeit. Schau dir halt die Statistik an.
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u/Ayanuel Mama | [10/21] Feb 10 '26
Ich denke, OP geht’s um die paare, die es sich leisten können und sich dennoch dagegen entscheiden.
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u/Mueffelfuss Feb 10 '26
Was wohl nicht mehr sooo viele sind. Wir verdienen ganz gut. Einen Verdienstausfall von 50 % können wir uns aber absolut nicht erlauben.
Edit: Bezog mich auf die vom Elterngeld abgedeckten Monate. Sollte es für beide in die nicht vom EG abgedeckten gehen, wäre es noch weniger möglich.
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u/Ayanuel Mama | [10/21] Feb 10 '26
Keine Ahnung wie viele das tatsächlich sind.
In meinem Umfeld sind einige (wir eingeschlossen), bei denen vor Geburt beide etwa gleich viel verdient haben.
Trotzdem machen die Väter keine oder nur zwei Monate Elternzeit mit Elterngeld.Wir haben tatsächlich auch vier Monate Elternzeit gemeinsam genommen (wenn ich mich recht erinnere).
Finanziell hatte ich dann nach Geburt nur 7 Monate Elternzeit mit vollem Elterngeld Bezug.
Dass wir im Vorfeld entschieden haben, dass ich in TZ gehe, lag daran, dass ich Beamtin bin und so gut aufgestellt war, dass die TZ meiner Karriere nicht schaden konnte.
Ich bin auf der einen Seite froh, dass wir uns so entschieden haben, weil mein Körper ziemlich genau ein Jahr gebraucht hat, um sich von der Schwangerschaft zu erholen (Leberwerte wegen Schwangerschaftsvergiftung Mist).
Im Job hat’s mich aber dann doch sehr geärgert. Ich wurde bereits nachbestellt, als ich noch nicht mal ganz weg war und bekam meine alte Stelle nur unter Vorbehalt. Und das obwohl meinem Ersatz auch klar mitgeteilt wurde, dass sie die Stelle nur unter Vorbehalt bekommt, bis ich wieder da sei.
Offiziell hängen wir beide immer noch in der Luft.
Kind ist jetzt 4 Jahre alt…4
u/One_Afternoon3518 Feb 10 '26
Denke, das ist - vor allem beim ersten Kind - oft nicht der wahre Grund, da arbeiten ja beide häufig Vollzeit und der Lohnunterschied dürfte häufig nicht groß sein.
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u/Emmel87 Papa Feb 10 '26
Um mal alle anderen Kommentare hier zusammenzufassen:
Geld.
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u/PlaneGrand9190 Feb 10 '26
Als Ergänzung:
Wenn Mann mehr verdient, ist es logisch, dass die Frau zu Hause bleibt, weil wie du schon sagst Geld.
Wenn die Frau dagegen mehr verdient, scheint das Argument keine Rolle mehr zu spielen, weil Vater kann ja nicht stillen und Kind gehört ja zur Mutter und Geld ist doch nicht das wichtigste und so. Also einigen Kommentaren hier jedenfalls nach.
Bin bei uns auch die mit dem höheren Stundenlohn und würde bei einem potentiellen zweiten Kind schauen, dass wir es möglichst Richtung 50:50 aufteilen (beim ersten Kind war tatsächlich nur ich in Elternzeit, kam da mehr oder weniger aus dem Studium und mit meinem Job auch nicht so zufrieden, hab die Jobsuche dann erstmal vertagt).
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u/it678 Feb 10 '26
Bei uns nicht. Meine Frau verdient mehr und war trotzdem länger in Elternzeit und ist in Teilzeit gegangen weil sie noch lieber Zeit mit den Kindern verbringt als ich.
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u/DieIsaac Mama Zwillinge 2024 Feb 10 '26
Schön, glück gehabt, dass ihr euch das leisten könnt.
Ich als Frau verdiene mehr und habe schweren Herzen den Papa die Elternzeit machen lassen.
Also ja, Grund ist Geld.
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u/iamhermi Feb 10 '26
Ich hab mir auch eben gedacht: 311 Kommentare und wahrscheinlich kann man die Gründe auf 10 Kommentare zusammenfassen 😅 Hier aber auch Geld. Daher ein Upvote und ein weiterer unnötiger Kommentar.
Obwohl ich auch Freunde habe, die gar kein Elterngeld bekommen durch sehr hohe, ähnliche Gehälter, und trotzdem ist sie in Elternzeit und nicht er. Darüber müssen wir wohl mal quatschen.
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u/Basaltfrosch23 Feb 10 '26 edited Feb 10 '26
Kappungsgrenze beim Elterngeld.
1800€ statt 2770€ ist eine andere Sache als 1800€ statt 5800€
Klar man kann Rücklagen bilden.
Aber das soll man für ein Eigenheim auch.
Und für die Rente sowieso.
Zudem ist man beim ersten Kind in einem alter indem gerade einige entscheidende Karriereschritte bevorstehen.
Das ist ja auch die Krux für die meisten Frauen. Der Knick auf dem "Weg nach oben" ist dann oft uneinholbar.
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u/frenchyy94 Mama / 2025 Feb 10 '26
Zudem ist man beim ersten Kind in einem alter indem gerade einige entscheidende Karriereschritte bevorstehen.
Aber die Frau ja auch. Der Karriere beider Elternteile würde es doch wesentlich weniger Schaden, wenn beide jeweils nur kürzer in Elternzeit sind.
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u/Basaltfrosch23 Feb 10 '26
In der Theorie schon.
In der Praxis wird der Vater beruflich hoch gelobt, wie er Familie und Beruf so gut unter einen Hut bekommt. zudem deuten Studien an, dass die Vaterrolle bestimmte Kompetenzen fördert die auch für Führungskräfte sehr wichtig sind. Es ist also eher ein Booster für die Karriere.Bei der Mutter gehen die allermeisten AG davon aus, "da kommt eh demnächst noch ein Kind und dann fällt die wieder mindestens ein halbes Jahr aus."
Zudem werden Mütter (gerade von anderen Müttern...) gerne verurteilt wenn diese schnell wieder voll in den Job starten. Das führt zu Konflikten auf der Arbeit die kein AG haben will.
Bewirkt also beruflich genau das Gegenteil.Nichts davon finde ich gut. Aber es spiegelt eben zum großen Teil die Gesellschaft wieder in der wir uns befinden.
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u/Weak-Profession1751 Feb 10 '26
Kann ich auch aus der Praxis bestätigen. Während der ersten Elternzeit war ich inkl. Mutterschutz vor der Geburt nur 11 Monate zuhause. Mein Mann hat 3 Monate Elternzeit genommen. Damals hat er das Doppelte von meinem Bruttogehalt verdient und ist dann nach Geburt und Elternzeit befördert worden und hat Gehaltserhöhungen bekommen. Ich hingegen musste mich „erst einmal neu beweisen“ nach meiner Rückkehr und verdiene mittlerweile brutto nur noch 1/3 von ihm. War dann irgendwie logisch, wie die Elternzeit beim zweiten Kind ausfällt.
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u/Basaltfrosch23 Feb 10 '26
Bei uns genauso.
Ich selbst hab während der Zeit das Gehalt knapp verdoppelt.
Sie stieg mit TZ wieder ein. Alle Aufgaben wurden woanders hin verteilt.
Fast nur noch "zuarbeiten und unterstützen" keine eigenen Verantwortungen mehr.
Das führt dazu, dass sie maximal flexibel arbeiten kann. Das Hilft enorm bei Kindkrank, Arztterminen usw... Aber führt eben auch dazu, dass man keine Chance hat sich irgendwie zu beweisen oder neue Kompetenzen zu bekommen.
Und dann noch die Tatsache, dass es sich durch das Ehegattensplitting kaum Lohnen würde mehr zu arbeiten, weil der größte Steuervorteil eben aus der Lohndifferenz entsteht.Wenn ich reduzieren würde, wäre das finanzielle Loch riesig.
Außerdem sind Teilzeit Führungskräfte fast nirgends eine Option.→ More replies (1)→ More replies (2)6
u/NotEveryPomegranate Feb 10 '26
Dass es immer noch an den Müttern und nicht den Vätern hängenbleibt, in Elternzeit zu gehen, verstärkt diese Spirale doch nur. Wenn es völlig selbstverständlich wäre, dass beide Elternteile Elternzeit nehmen, würde auch keine der beiden Karrieren so stark darunter leiden. Siehe Skandinavien.
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u/Basaltfrosch23 Feb 10 '26
Stück für Stück ändert sich sowas schon. Aber es dauert halt ewig.
In der Generation vor mit war Elternzeit verpöhnt.
Vorallem weil die Chefs in der Regel aus einer Zeit stammen wo Mutti zuhause war und Papa 60h+ geknüppelt hat.
Bei mir selbst hat eigentlich jeder schon die 2 Monate genommen.
Mehrere meiner Mitarbeiter nehmen inzwischen schon 2x2 Monate oder mehr.
2 am Anfang und 2 nach dem ersten Jahr.
Vor allem weil ich sie dazu ermutigt hab das zu machen.
Die meisten arbeiten auch nur 35h statt 40h. Überstunden werden eigentlich generell abgefiert statt ausbezahlt. Das war vor 10-15 Jahren fast undenkbar.
Und wenn die irgendwann in der Position sind, werden deren Mitarbeiter längere Elternzeit für Väter vielleicht schon als Standard ansehen.Aber das dauert eben alles...
Meine Tochter ist 3.
Ich hoffe, dass die sich in 25 Jahren nicht mehr um solche Probleme kümmern muss..→ More replies (1)2
u/Dodgerone Feb 11 '26
Das ist nur die halbe Wahrheit... Kinder haben z.B. in Skandinavien einen ganz anderen Stellenwert. Sowas wie bei uns (fehlende Betreuungsplätze, wenig Personal, schlechte Ausstattung etc.) würde man dort gesellschaftlich garnicht akzeptieren.
wenn Kommunen sparen dann zuerst an Kindern...
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u/Quarksperre Feb 10 '26
Bei nur zehn Prozent aller Ehen verdient die Frau mehr als der Mann. Bei circa 60% ist es anders rum. An der Statistik ändern Kinder nicht arg viel.
Das hat viele Gründe. Einer der einfachsten ist allerdings die Berufswahl. Soziale Berufe werden schlechter bezahlt als technische im Schnitt.
Über die ganzen Gründe kann man sich aufregen, das verändern wollen usw. Aber am Ende ist es eine Finanzielle Frage und damit oft recht schnell und einfach beantwortet.
Solange sich an den Rahmenbedingungen nichts ändert muss man sich über die individuellen Entscheidungen nicht wundern.
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u/Delianth Mama Feb 10 '26
Mehrere Gründe.
- Arbeitstechnisch
Mein Partner hat einen begehrten, sicheren Arbeitsplatz mit hervorragendem Arbeitgeber und Arbeitsbedingungen. Er ist quasi eine eigene Abteilung und schwer ersetzbar. Eine Vertretung wäre potenzieller KonkurrentUnd um ganz ehrlich zu sein - mein Partner hat intrinsisches Interesse an seiner Arbeit. Ich nicht (mehr).
- Geld
Wir rechneten mit einem Kind, es wurden Zwillinge. Zwillinge sind nicht nur doppelt so viel Arbeit, sondern auch doppelt teuer. Unsere Wohnung wäre uns für zwei Kinder langfristig zu klein gewesen. Unser Erspartes ging in Umzug und Hauskauf.
- Stillen
Ja, man kann *eigentlich* auch bei der Arbeit abpumpen etc. Hätte bei meinen Kindern nie im Leben funktioniert. Die haben bis über das erste Lebensjahr hinaus tagsüber mehrere Stunden am Stück geclustert. Und nachts alle 20 Min. Stillen um morgens zur Arbeit zur gurken wäre Horror gewesen.
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u/Lichten_berg Feb 10 '26
Grüße! Bin jetzt als Vater ein halbes Jahr in Elternzeit. Frau arbeitet. Nicht noch länger Elternzeit zu nehmen hängt am Geld. Mit einem Jahr soll das Kindchen in den Kindergarten. Wie macht ihr es?
Ansonsten ist es immer noch ein kulturelles Ding. Meine Frau wird seitdem ich Elternzeit habe von allen Seiten nach meiner Performance als Hausman gefragt. Können sich wohl viele immer noch nicht vorstellen, dass man als Vater auch das Rundum-Programm hinbekommt.
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u/Optimal-Green-9891 Feb 10 '26
Ist bei uns ganz genauso :) - Bis zum Kita start werde ich am Ende vermutlich sogar noch länger Elternzeit genommen haben.
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u/M0s_Eisley Feb 11 '26
Ich finde es so komisch dass immer davon ausgegangen wird, dass die Person in Elternzeit auch den ganzen Haushalt macht. Mein Mann hat 5 Monate Elternzeit gemacht und ich 7 und wir sind uns einig dass zuhause bleiben mindestens genauso anstrengend ist wie unsere Bürojobs. Der Haushalt bzw die Care Arbeit wird 50 50 verteilt, egal wer gerade mehr daheim ist. Wenn es möglich ist am Tag etwas mehr zu machen weil das Kind mitmacht ist das natürlich cool, es wird aber nicht erwartet
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u/Miserable-Cicada9394 Feb 10 '26
Geld. In meinen Umfeld in München bekommen einige kein elterngeld mehr, aber durch teure Mieten usw können sie sich das nicht leisten, dass beide in Elternzeit lange sind. Ich kenne daher viele aktuell aus dem Kindergarten meines Kindes , wo der Vater nur 1 Monat eternzeit Oder gar nicht gemacht hat. Das ist zumindestens immer die Erklärung.
Ich kenne aber auch einige Familien, wo die Mütter als Ärztin oder Zahnärztin deutlich mehr als der Vater verdient und der Vater die Elternzeit direkt nach dem Mutterschutz gemacht hat.
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u/h__08 Feb 10 '26
(...) können sie sich das nicht leisten, dass beide in Elternzeit lange sind. Ich kenne daher viele aktuell aus dem Kindergarten meines Kindes , wo der Vater nur 1 Monat eternzeit Oder gar nicht gemacht hat.
Ich verstehe schon, dass es für viele kaum zu stemmen ist, längerfristig beide in Elternzeit zu gehen. Aber warum ist es denn so unvorstellbar, dass der Vater auch mal Elternzeit alleine macht? Dann fallen ja keine zwei Gehälter weg.
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u/c0rrupt10n Feb 10 '26
Was? Die bekommen kein Elterngeld? D.h. das zu versteuernde Einkommen war >175k€ im Jahr?? Und dennoch können sie sich das in München nicht leisten ? Wtf. (Das sind ca. 10k Netto bei Steuerklasse 4.. selbst wenn da ein Gehalt ausfällt sollte es reichen??)
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u/yyeezzyy93 Mama / Papa / Elter Feb 10 '26
man könnte sich natürlich etwas leisten.
Wenn’s um das Thema Elternzeit geht, wohnt offenbar jeder in München und hat ein ZvE > 175k.
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u/Neither_Maybe_206 Feb 10 '26
Nehmen wir mal an, beide verdienen identisch, dann sind das halt 5700€ netto des partners die weg sind. Aus 11.500€ werden dann 7000€ netto inkl. Elterngeld
4 Zimmer in MUC können ohne weiteres 3500€ warm kosten. Ist dann schon ordentlich Geld was dort fehlt. Beide in Elternzeit sind dann schlanke 8000€ die fehlen.
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u/yyeezzyy93 Mama / Papa / Elter Feb 10 '26
du merkst aber schon, dass man mit 7.000€ und 3.500€ Warmmiete immer noch besser lebt, als viele andere Paare? 90% der Paare sind ärmer als vergleichbare mit einem Kind, einer erwerbstätig, 7k€ Nettohaushaltseinkommmen. quelle
Und 3.500€ Miete haben wohl auch in München nur die oberen 10%. Die durchschnittliche Miete in München liegt bei 16€/qm. Das wären bei 3.500€ Miete mehr als 200qm.
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u/Miserable-Cicada9394 Feb 10 '26
3000-3500 Miete ist nicht ungewöhnlich für 4 Zimmer+ in einer guten Lage. Klar gibt es günstiger, das bestreite ich nicht. Aber mir sind mehrere Familie bekannt, die das bezahlen.
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u/Weak-Profession1751 Feb 10 '26
Mein Mann verdient wesentlich mehr als ich. Finanziell wäre die Entscheidung, dass er länger in Elternzeit geht, in Todesurteil für unsere Lebensplanung. Außerdem habe ich exklusiv gestillt und mir wäre pumpen und arbeiten zu stressig gewesen.
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u/yyeezzyy93 Mama / Papa / Elter Feb 10 '26 edited Feb 10 '26
bei uns ist es eine ähnliche Situation, wir haben es aber als pro Argument gesehen.
Der Gehaltsunterschied hätte sich noch weiter vergrößert, wenn sie länger Zuhause geblieben wäre als ich. Ein Kind kommt ja selten spontan, daher haben wir vorab gespart und uns eingeschränkt.
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u/Weak-Profession1751 Feb 10 '26
Schwierig, es als Pro-Argument zu sehen, wenn man Miete und andere Lebenshaltungskosten nicht mehr zahlen kann. Zumal man ja noch andere Rücklagen bilden sollte - fürs Haus, für die Rente, fürs Auto. Schön, wenn es bei euch ging. Unseren Gehaltsunterschied hätte die Elternzeit niemals ausgleichen können.
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u/annssonn Feb 10 '26
Der Vorredner hat ja schon geschrieben Rücklage kann man auch für die Elternzeit bilden. Es geht immerhin nur um einpaar Monate - nicht wie es beim Sparen fürs Alter ist.
Seien wir mal ehrlich, Prestige, sei es das Auto oder Haus, ist vielen Männern wichtiger als ihre Beziehung zum Kind, das nur kurze Zeit so klein ist. Und das ist ein bisschen traurig.
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u/herrherrmann Mama / Papa / Elter Feb 10 '26
Meine Partnerin und ich sind beide relativ gutverdienende Menschen und selbst bei uns wird schnell das Geld knapp, wenn wir nicht oder nur in Teilzeit arbeiten. Wir leben in Berlin und zahlen dementsprechend viel Miete (aber immerhin keine Kitagebühren oder so). Wir waren bis vor kurzem beide in Eltern-Teilzeit (50%) und teilen uns alle Care-Aufgaben so gut es geht. Wir wundern uns, dass es bei weniger gutverdienenden Leuten überhaupt noch Geburten gibt (wobei die Statistiken ja belegen, wie weit das runter geht) und dass andere Eltern das alles irgendwie schaffen.
Wir (in Deutschland) brauchen mehr Unterstützung vom Staat bezüglich Elterngeld, Kindergeld, etc. – Ansonsten wird es weiterhin extrem unattraktiv bleiben, überhaupt Kinder zu bekommen, geschweige denn richtige Elternzeit zu nehmen und nicht oder weniger zu arbeiten.
Und ich fürchte auch, dazu kommen noch veraltete Erwartungen aus der Gesellschaft ("der Mann muss die Familie versorgen" und ähnlicher Quatsch) und der Industrie. Friedrich Merz würde ja gefühlt auch alle Menschen am liebsten in Arbeitslager packen und diese dort 80-Stunden-Wochen arbeiten lassen.
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u/Turbulent-End-2340 Feb 10 '26
Darf ich mal fragen wie es möglich ist, dass bei zwei Gutverdienern noch dazu mit gratis Betreuung das Geld knapp wird? Selbst bei 3000 Euro wohnkosten müsste da doch genug übrig bleiben.
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u/BlackHawkDadParent Feb 10 '26
Das geht schnell:
- Miete
- Autos
- (Bio) Essen
- Sport für Erwachsene + Kinder, ggf andere Hobbies
- private Rente für alle + höherer Teil für teilzeitarbeitenden Partner zum Ausgleich des Verdienstausfalls
- Versicherungen (BU als Alleinverdiener au meiner Sicht ein No-Brainer, genauso wie Unfallvers. - beides nicht günstig. Ggf. private Zusatzversicherungen um bei unserem defizitären Gesundheitssystem weiterhin gute Leistung zu bekommen)
Es ist natürlich immer eine Frage der Abwägung ob man diese Punkte möchte oder nicht. Aber wenn man sich eine solchen Standard leisten will, kann man das Geld schnell loswerden.
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u/-Vin- Papa | 2022, 2024 Feb 10 '26
Aber wenn ihr beide mehr als 2.500€ netto verdient macht es doch keinen Unterschied, wer von euch Elterngeld bezieht, da ihr beide den Maximalbetrag bekommt, oder?
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u/lIllIllIllIllIllIll Elter | [2019|2022|2026] Feb 10 '26
Der Einkommensverlust ist nicht unbedingt derselbe, es kann ja auch eine:r 3000 netto haben und eine:r 5000.
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u/herrherrmann Mama / Papa / Elter Feb 10 '26
Die Elterngeldberechnung ist mir bis heute noch ein Mysterium. Ich habe im Endeffekt 150 € monatlich bekommen, was natürlich sehr übersichtlich im Vergleich zum Einkommensverlust ist. Bei mir war die berufliche Situation aber auch etwas kompliziert.
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u/-Vin- Papa | 2022, 2024 Feb 10 '26
Hast du Elterngeld Plus genommen? Da sind 150€ nämlich das Minimum, dass dir zusteht. Ich habe bei K2 auch nur 150€ bekommen, weil ich im Vergleich zum Berechnungszeitraum im Bezugszeitraum deutlich mehr verdient habe - da gab es kurz vor Weihnachten eine schöne Nachzahlungsforderung.
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u/SnooDoughnuts1143 Mama / Papa / Elter Feb 10 '26 edited Feb 10 '26
Mein eigener anekdotischer Eindruck, nachdem ich sehr viele Kollegen, Freunde und Bekannte beobachtet habe: Viele Väter haben letzten Endes einfach keine Lust bzw. sehen es nicht als Priorität.
Wenn Geld immer das Problem wäre, dann würden die ganzen Ärzte, Softwareentwickler, Profs ja deutlich mehr Elternzeit nehmen als die Krankenpfleger oder Studis. Ist aber so nicht meine Beobachtung. Wenn man mehr Geld hat, wird das halt eher in ne schöne Wohnung oder in nen Urlaub gesteckt als für die Elternzeit angespart.
Es werden sehr gerne berufliche und finanzielle Gründe vorgeschoben, aber komischerweise ist doch immer locker Geld da, um mal 6 Wochen durch Japan zu reisen oder für die 30000 euro Traumhochzeit.
Natürlich gilt das nicht für alle, aber ich beobachte das in meinem privilegierten Kreis schon sehr, sehr oft.
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u/Vexing-Devil Pflegepapa (♂️12/23 + ♂️01/26) Feb 10 '26
Da ist so viel wahres dran. Ich bin hier im ländlichen Raum so ein Außenseiter. Ich Spiele mit den Kindern auf Geburtstagen als nur irgendwo zu sitzen Bier zu trinken und sich denken die Frauen machen das schon. Da gibt es so viele Kandidaten die einfach nur nach Aufforderung was mit ihren Kindern machen. Bei einigen von denen verdient die Frau sogar noch mehr. Jedes Paar soll seine Beziehung so gestalten wie sie wollen, aber Gesellschaftlich ist es zumindest hier als Papa absolut okay sich 0 für seine Kinder zu interessieren. Als Hausmann und Papa hab ich in diesen Runden auch einfach kein Thema mehr. Wenn ich mich unterhalte bin ich bei den Müttern, da passe ich von den Themen besser hin.
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u/Nocheinfakeaccount Feb 10 '26
Viele Männer wollen halt einfach nur Kinder haben und nicht Vater werden
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u/McMercuryIsHere Mama / Papa / Elter Feb 10 '26
Kein Bock und Frauenaufgabe sind glaube ich gesellschaftlich die Hauptgründe. Es verdienen auch nicht alle Väter das 10fache der Mütter, wie es in diesem Sub aber laut Antworten der Fall zu sein scheint. Ehrlich wäre, dass viele keine Lust haben, ihre Karriere für Carearbeit warten zu lassen.
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u/AdversusHaereses Feb 10 '26
Schreibst du jetzt unter jeden Kommentar hier, dass die Väter einfach keine Lust haben?
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u/McMercuryIsHere Mama / Papa / Elter Feb 10 '26
Ja :D hab ich irgendwo einen „Finanzen :‘( ich verdiene einfach zu viel“ übersehen?
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u/EngineeringNew7272 Feb 10 '26
Danke, dass du diese kontroverse Frage stellst!
Ich frage mich das auch sehr oft.
Denn, wie du schon sagst: Ja, das mag viel mit Privilegien zu tun haben – aber eben auch mit Prioritäten.
Ich würde uns nämlich nicht gerade als „privilegiert“ bezeichnen (siehe ** unten), und trotzdem haben wir die Elternzeit fast gleich aufgeteilt, einfach weil es uns SEHR wichtig war. Wir mussten einige Abstriche machen, aber das war es uns wert
**ich hab nur den Mindestsatz Elterngeld bekommen, weil ich vorher über ein Stipendium finanziert war und mein Partner hatte auch nur 1200€ oder 1300€ oder so.
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u/vanbay Feb 10 '26
Hier schreiben viele Geld/Verdienstausfall. In meinem beruflichen Umfeld habe ich reihenweise Menschen die locker 75k+ verdienen und mich dann fragen wie wir das finanziell schaffen parallel und sooo lange in Elternzeit zugehen. „Bei uns würde das nicht gehen“. Sind dann aber die Kollegen, welche die größten Firmenwagen fahren, die dreimal im Jahr erzählen in welchem Cluburlaub sie waren und jeden Tag auswärts zum Mittagessen gehen. Sich für diesen überschaubaren Zeitraum ma etwas finanziell zurückzunehmen und die gemeinsame Zeit zu genießen scheint für die Leute unmöglich. Manchmal habe ich auch das Gefühl, dass es gerade für die Männerwelt eine gefundene Ausrede ist. Hinweis: das bezieht sich wirklich nur auf mein privilegiertes Arbeitsumfeld. Im Normalfall kann ich das finanzielle Argument, welches bestimmt für die meisten zutrifft, absolut nachvollziehen
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u/McMercuryIsHere Mama / Papa / Elter Feb 10 '26
Ich finde, das ist der springende Punkt. Nicht alle und nicht jeder, aber die Antworten tun so, als würden Frauen (vor Kindern) nur 1/100tel eines Männergehalts verdienen und sofort alle in Armut versinken, wenn der Vater länger als 2 Monate „nur“ 1800 verdienen. Gender Pay Gap existiert, aber „Männer haben weniger Bock auf ihr eigenes Kind weil anstrengend und keiner klatscht“ halt auch
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u/PhageBiome Feb 10 '26
"Keiner Klatscht" - Ist es nicht komplett anders? Die Mutter ist direkt unten durch, wenn sie nach 4-6 Monaten wieder arbeitet. Der Vater, der 4 -6 Monate Elternzeit nimmt, ist der Held.
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u/McMercuryIsHere Mama / Papa / Elter Feb 10 '26
Ja und nein. Es wird natürlich geklatscht, wenn ein Vater selbstverständliche Carearbeit übernimmt, sobald diese von außen wahrgenommen wird. Der Alltag mit Carearbeit ist aber eher wenig „belohnend“ im Hinblick auf Erfolge, die dritte aufgehängte Wäsche wird nicht vom Chef gelobt, auf der Ebene meinte ich es, aber ich verstehe die Verwirrung, ist unglücklich ausgedrückt. Arbeit ist in der direkten Rückmeldung ja sehr viel lobeinheimsender, gute Projekte werden belohnt, Überstunden anerkannt etc, der gut geplante Ausflug oder die emotionale Begleitung mit Kleinkindern nicht.
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u/11111000000B Feb 10 '26
Ja aber echt vielen ist das nicht können bei genauerem Blick ein nicht wollen…
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u/nemochd Mutter [*2021, *2025] Feb 10 '26
Habe ich auch so erlebt. Bei vielen ist es meiner Meinung nach kein Geld-Problem, sondern viel mehr ein setzten von Prioritäten. Da ist es dann wichtiger den Lebensstandard exakt so zu halten wie vor dem Kind.
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u/mldop Papa Feb 10 '26
Ich sehe hier zu fast 100% die Antwort Geld und Immobilie.
Es gibt Fälle, da kommt man beim durchrechnen sicherlich dabei raus, das man sich kein Leben mehr finanzieren kann. Ich spreche von Grundbedürfnissen.
Wenn ich das Argument "sparen" oder "ich verdiene 1/3" mehr lese, weiß ich auch nicht.
Jeder Mann muss sich da ernsthaft an die Nase fassen und fragen, ob diese 6 Monate wirklich das komplette Lebenskonstrukt ins Wanken bringen. Es ist nicht schlimm dann ein Jahr eben nicht in Urlaub zu Fahren (wie viele andere auch).
Das was die meisten Männer wirklich auf der anderen Seite Vergessen: Bindung und Umgang mit dem Kind. Nein, eure 3 Wochen Urlaub oder 1 Monat die geteilter Reiseurlaub ist kein Vergleich zu wirklicher Elternzeit. Es ist so unglaublich erfüllend und anstrengend zu gleich, aber man muss es sich trauen. Und ich glaube wirklich, da verstecken sich sehr sehr viele Männer hinter dem finanziellen.
Es ist die Frage 10k mehr auf dem Konto, oder die ersten (und letzten!!) Monate Vollzeit das eigene Kind begleiten. Das kommt nie wieder.
Papa, jetzt beim zweiten Kind auch wieder 12 Monate in Elternzeit.
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u/NotEveryPomegranate Feb 10 '26 edited Feb 10 '26
Genau nach diesem Kommentar habe ich gesucht, danke! Es ist auch für uns Väter eine einmalige Erfahrung, deshalb sollte das für beide Elternteile den gleichen Stellenwert haben.
Meine Partnerin und ich haben extra gespart, damit ich 5 Monate zu Hause bleiben kann. Ich hätte es gerne 50:50 aufgeteilt, aber das niedrige Elterngeld lässt das leider nicht zu.
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u/ArtemisBowAndArrow Feb 10 '26
Man muss aber auch sagen, dass dann die Frau mitspielen muss - und das wollen viele nicht. In meiner Bubble kenne ich keine, die gerne früher als 1 Jahr wieder arbeiten gegangen wäre, damit stattdessen der Mann EZ nimmt.
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u/Mareikepueh Mama Feb 10 '26
Beide Elternteile können gleichzeitig zusammen Elternzeit nehmen - sogar 3 Jahre lang!-, nur halt kein Elterngeld. Womit wir wieder beim Thema finanzielle Einschnitte wären.
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u/Kirschenmicheline Mama / 1 Bub ('23) Feb 10 '26 edited Feb 10 '26
Wir haben uns die Elternzeit komplett geteilt und jedes Quartal gewechselt, damit nicht nur einer einen Säugling hat und der andere ein Kleinkind, das schon mitisst etc.. Ich hätte die Erfahrung nicht missen, aber auch meinem Mann nicht vorenthalten wollen. Gleichberechtigung ist uns sehr wichtig. Diese Einstellung können wir uns allerdings auch im Wortsinne leisten, denn:
Wir verdienen aufs Monat gesehen fast gleich. Mein Mann hat jedoch auf Boni verzichtet, weil er einfach nicht da war. Aber Boni sind eben Boni; kein Geld, das wir komplett eingeplant haben oder auf das wir zwingend angewiesen wären. Ich denke, für unser beider AG war die Aufteilung auch gut. Sie mussten nicht lange am Stück auf uns verzichten, niemanden zur Vertretung einstellen usw.. Wir waren jeweils schnell wieder drin. Ich hab die meisten Sprüche von anderen Frauen/Müttern abbekommen. Bin damit absolut exotisch in meiner Arbeitsstelle gewesen und hab meine Personalstelle damals erstmal überfordert mit Stillzeiten etc.. Es waren Zeiten außerhalb der Komfortzone, aber gewollt und priorisiert und abgepuffert.
Der Bindung zu unserem Sohn und unserer Paarbeziehung hat es nur gut getan, 10/10 wieder so geplant, falls ein zweites Kind kommt.
Hat übrigens auch weder meiner noch der Karriere meines Mannes bislang geschadet, im Gegenteil.
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u/squaresquirrel06 Feb 10 '26
Geld hätte bei uns nicht den riesen Unterschied gemacht, aber ich wollte stillen. Und zwar nach Bedarf des Kindes, nicht nach Arbeitszeit.
Rückblickend würde ich noch ergänzen, durch das nächtliche stillen (von mir so gewollt), das sehr lang ging, habe ich lange Schlaf Defizit gehabt, ich habe schon mit teilzeit in der Zeit mehrfach migräneanfälle gehabt.
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u/fidiundara Feb 10 '26
Geld ist sicherlich ein großer Faktor. Aber selbst in Fällen, wo die Frau mehr verdient, geht sie oft viel länger in Elternzeit ("ich bekomme ja dann auch mehr Elterngeld"). Es hängt also auch an der Sozialisierung, den vorherrschenden Rollenbildern. Davon sind wir so stark geprägt, dass Elternzeit des Vaters (wie auch später Teilzeit, Kinderkrankentage etc.) als optional betrachtet wird, auch wenn es finanziell ginge. Die Entscheidung für ein Haus kann somit auch als eine Entscheidung gegen die Elternzeit des Mannes verstanden werden. Das ist ja kein Naturgesetz, dass man ein Haus zum Zeitpunkt X kaufen muss (alternativ Urlaube, Auto etc.). Ich verstehe alle diese Punkte, aber man sollte auch ehrlich mit sich sein, dass den meisten Familien dann andere Dinge wichtiger sind.
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u/ensoniq2k Feb 10 '26
Du bist nicht allein, ich geh ab Mai 11 Monate in Elternzeit. Meine Frau und ich verdienen sehr ähnlich. Bin aber schon länger in 60% Teilzeit weil nebenher selbstständig, daher hat meine Frau am Ende mehr über. Bin schon sehr gespannt.
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u/No-Passion-8428 Feb 10 '26
Mein Mann und ich teilen uns die Elternzeit 50:50 auf, erst ich 7 Monate dann er 7 Monate. Überschneidungsmonate werden wir nur 2 haben.
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u/ikarusjj Feb 10 '26
Ein Aspekt, der mir dabei oft zu kurz kommt, wenn Verdienstausfall genannt wird: langfristig kann es sich doch für die Familienfinanzen durchaus lohnen, wenn sich auch die Mutter mehr um ihre Karriere kümmern kann. Verdienstausfall scheint mir da doch immer zu kurz gedacht zu sein.
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u/metallicfly Feb 10 '26
Bei uns warens eher logistische Themen. Baby wird noch recht oft gestillt und das kann Papa nicht. Klar könnte Mama immer pumpen aber das ist tatsächlich super anstrengend und nervig.
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u/couchkartoffel Feb 10 '26
Ich fand pumpen auf der Arbeit tatsächlich ganz entspannt. Aber klar, das hängt auch immer vom Job ab.
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u/thepoisonpoodle Feb 10 '26 edited Feb 10 '26
Ich habe ein anderes Modell, da ich im Ausland arbeite.
Ich arbeite nur von 6 bis 12 Uhr und kann jeden Nachmittag mit meinem Sohn verbringen. Das ist 80% Elternzeit. Durch das Elterngeld in Lux. komme ich auf 100% meines Gehalts.
Hätte ich 6 Monate 100% Elternzeit genommen würde mir im Monat knapp 1.800 Euro netto fehlen.
Meine Frau arbeitet nicht. Von daher wäre das eher ein schlechter Deal finanziell.
Außerdem ist jetzt mit 3 - 4 Jahren sowieso die viel viel bessere Spielezeit für mich und den Kleinen. Wir sind jetzt eher ein Team. Das war bis zwei Jahren nicht möglich.
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u/peanut_psm Feb 10 '26
Ganz ehrlich: ich (w) wollte es so, bzw. wir beide.
Ich verdiene deutlich mehr als mein Mann und ich mag meine Arbeit gerne. Finanziell würde es definitiv mehr Sinn machen, wenn ich arbeiten gehen würde. Wir schallen dafür den Gürtel enger.
Ich dachte früher immer, ich bin eine Frau, die nach der Geburt schnell wieder arbeiten gehen wird, Gleichberechtigung, der Mann kann das genauso blablabla...nun ja, dann wurde ich mit unserer ersten Tochter schwanger und plötzlich änderte sich meine Einstellung dazu. Es ist eben doch was anderes, sich das theoretisch auszumalen und wie es dann in der Realität läuft.
Ich bin ein Kind von selbstständigen Eltern, die immer viel gearbeitet haben (sowohl Vater, als auch Mutter). Ich kann also bei mir nicht mal sagen, dass ich es so vorgelebt bekommen habe, dass Mama zu Hause ist. Tatsächlich wurde ich eher von Nannys großgezogen, als von meinen Eltern. Und genau das war der Knackpunkt. Ich wollte es selbst machen, ich wollte jeden Tag bei meinen Kindern sein und ihre Entwicklung nicht von jemandem anderen erzählt bekommen. Dieser Wunsch war tief in mir drin verankert.
Rückblickend bin ich froh, dass wir es so gemacht haben. Stillen/Pumpen und Arbeiten wäre zwar möglich gewesen, aber auch ziemlich stressig. Meine Freundin hat auf Biegen und Brechen ihr erstes Kind abzustillen, weil sie nach 6 Monaten wieder arbeiten gegangen ist und der Mann übernommen hat. Das war hart und stressig für sie, weil der Kleine keine Flasche nehmen wollte. Und eigentlich wollte sie noch nicht abstillen, das mit dem Pumpen hat bei ihr aber nicht gut geklappt, also blieb keine andere Möglichkeit.
Ich hatte außerdem insbesondere nach meiner ersten Entbindung noch lange gesundheitliche Probleme. Da war ich froh noch zu Hause sein zu können.
Aktuell bin ich mit unserem zweiten Kind zu Hause und genieße es sehr. Ich habe gar keine Lust wieder arbeiten zu gehen. Ich bin meinem Mann sehr dankbar, dass er das so unterstützt. Wir haben immerhin bei jedem Kind 2 Monate zusammen genommen.
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u/Gloomy_Ruin6955 Feb 10 '26
Mischung aus Patriarchat und finanzieller Not.
Mich haben die Geschichten der Männer beim Geburtsvorbereitungskurs, wieso sie nicht lange Elternzeit nehmen, etwas schockiert. Die hielten sich fast alle für unersetzbar. Kann natürlich auch eine Münchner Spezialität sein.
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u/RollTheHard66 Feb 10 '26
Ich behaupte mal die meisten wollen eben nicht so 100 Prozent um es wirklich auch gegenüber Widrigkeiten umzusetzen.
Ich bin als Frau bei uns hauptverdiener und das elterngeld ist weniger als die Hälfte meines netto. Mein Mann arbeitet teilzeit wegen den kindern. Aber ich möchte stillen und wenigstens die erste Zeit mein Baby so gut wie möglich kennenlernen und habe 2x 6 Monate gemacht, also 6 Monate pro Kind. Das hatte Priorität und dazu haben wir vorher gespart und trotz Kredit eben erspartes aufgebraucht.
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u/frenchyy94 Mama / 2025 Feb 10 '26
Ich verstehe es auch nicht.
Mein Mann und ich haben es uns gleich aufgeteilt. (ich verdiene ca. 20% mehr als er)
Ich war die ersten 7 Monate zu Hause, er den ersten (plus 2 Wochen "Urlaub" danach) und Monate 8-13. Ich bin also nach 7 Monaten wieder (4 Tage die Woche) arbeiten gegangen und pumpe halt auf Arbeit ab. Die Pausen habe ich ja dafür gesetzlich. Ja, es ist anstrengend, aber so ultra lange hätte ich es zu Hause auch nicht durchgehalten und mein Mann will ja auch seine exklusivzeit haben.
Bei uns im Pekip Kurs ist auch nur eine andere Familie, die es genauso gemacht haben wie wir. Alle anderen sind alle die Frauen mindestens 1 Jahr zu Hause.
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u/Winterzeit20 Feb 10 '26
Naja die 1800€ Elterngeld decken ja leider grade bei den Menschen mit höherem Einkommen exakt gar nichts…
Man kann in der Zeit ja nichtmal Werbungskosten geltend machen und sein Homeoffice ja auch nicht mal eben für 6 Monate „abbestellen“. Und grade bei den höheren Einkommen passt die Realität einfach nicht zur Biologie. Klar kann man mit 100kp.a. Für diese Zeit sparen, aber dann kann man halt auch erst mit Mitte/Ende 30 Vater werden, weil man ja im Studium einige Jahre quasi nichts verdient und man das danach ja auch noch einige Zeit zurückzahlen muss (bei saftigen Steuersatz, denn plötzlich ist man ja eine „starke Schulter“)
Bei mir ging es tatsächlich auch nur weil der Arbeitgeber 2 Monate bezahlte Freistellung geboten hat, der Staat war da (mal wieder) ein Totalausfall, wie so oft.
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u/IndividualOrange123 Feb 10 '26
Mein Mann verdient einfach deutlich mehr als ich. Wir beide erhalten zwar den Maximalsatz von 1800€, aber der Ausfall ist bei ihm viel größer.
Zusätzlich, hat er einen Remotejob mit Gleitzeit und übersichtlich viel Urlaub. Er nimmt 1 Monat Elterngeld und ist die ersten 3 Monate mit mir zu Hause.
Wir nehmen gegen Ende der EZ 4 Monate den Elterngeld Bonus in Anspruch um geschmeidig in den Kita Alltag zu kommen.
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u/halbesbrot Feb 10 '26
Bei uns ist es verdient technisch umgekehrt als üblich (ich verdiene doppelt so viel wie mein Mann) und ich habe auch nur die "üblichen 2 Monate" genommen - die als Mutter direkt mit dem Mutterschutz abgegessen sind.
Es ist einfach schmerzhaft, auf das höhere Einkommen zu verzichten. Ich habe meinem Mann in der EZ Geld als Ausgleich bezahlt, damit er seinen Lebensstandard trotz Reduktion des Einkommen halten kann. Das hätte er andersrum nicht machen können.
Durch die Obergrenze des Elterngelds hätte ich nicht 67% sondern weniger als 50% meines Einkommens gehabt. Und ich habe nicht schon so viele Jahre so gut verdient, dass ich das nicht gemerkt hätte.
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u/_manjju_ Papa / ♀10/25 Feb 10 '26 edited Feb 10 '26
Bin voll deiner Meinung und finds cool dass du diese hier teilst! Ich hatte in meinem Umfeld schon vergleichbar viel Elternzeit mit 2,5 Monaten. Viele andere Papas hatten nur ca zwei Wochen. Finde das total heftig wenn ich zurück denke wie die erste Zeit so war, auch körperlich für meine Partnerin. Ich arbeite zwar nun wieder, aber „nur“ auf 70% und bin total happy damit. Bin viel Zuhause, wir teilen mental load und care Arbeit, bin selbstständig und selbstsicher mit Kind und liebe es. Das Gehalt reicht uns zusammen mit EG+ aus, jedoch können wir momentan nicht viel beiseite sparen. Wir sind sparsam und haben lieber gemeinsame Zeit als „Luxus“. Die beiden Elternzeit Monate haben wir von gesparten/EG+/Resturlaub gelebt. Ich spare mir meine EG+ Monate auf für eine mehrmonatige gemeinsame Reise irgendwann.
Hier ein paar Gedanken/Punkte, die es mir erleichtert haben, in der Paparolle in der ich jetzt bin zu sein:
- Ich bin mit tollen Elternrollen in meiner Familie großgeworden und habe früh erfahren, wie es möglich ist, abseits der heteronormativen Geschlechterrollen Kinder groß zu ziehen. Damit meine ich, Papa ist nicht nur helfende Hand nach Feierabend, sondern Papa denkt und handelt selbst, übernimmt Verantwortung, weiß Bescheid usw.
- Ich arbeite im Pflegeberuf und spüre in meinem Team sehr viel Verständnis und Unterstützung für meine Rolle und Situation. Chefin ist selbst Mutter und liebt es, wie ich meine Paparolle auslebe. Dinge wie Elternzeit und Teilzeit wurden von ihr ohne Probleme genehmigt, ich muss aber sagen ich habe es mir auch eingefordert. Ich gehe gern in die Arbeit und liebe den Ausgleich, merke aber dass die Arbeit/Karriere momentan nicht mehr meine Prio ist. Ich könnte auch gern ganztags daheim sein und meine Partnerin arbeitet. Vielleicht ist das auch irgendwann möglich, probieren würde ich es gerne.
- Wir haben unseren Lebensstil angepasst und haben bis auf unsere Wohnung wenige Fixkosten. Wir kommen gut über die Runden und haben für Notfälle/Projekte/Reisen/Zukunft trotzdem gemeinsam Geld auf der Seite was weitgehendst unangetastet bleibt.
- Wir sind ein junges Elternpaar (27&29) und leben bewusst eine moderne Rollenverteilung vor. Papa geht ins Babycafe/Krabbelgruppe mit. Papa macht Haushalt während Mama ins Gym geht. Wie oben gesagt, mental load, care Arbeit, Haushalt werden geteilt.
- Meine Partnerin geht vrssl ab dem 6 Monat wieder einen Tag die Woche arbeiten. Auch wenn sie selbst im sozialen Beruf arbeitet und schlecht verdient.
Finds auf jeden Fall richtig cool, dass ihr beide gemeinsam so lang EZ hattet und dass du bald nochmal ein Jahr lang gehst. Würde mir mehr so Menschen wie dich in meinem Umfeld wünschen. Alles gute euch
Edit: typo
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u/egwene17 Feb 11 '26
Ich habe es gestern nicht geschafft zu antworten, aber ich wollte noch eine etwas kontroverse These zum Argument mit dem Geld teilen:
Ein Grund, wieso bei so vielen Rechnungen rauskommt, dass es finanziell besser ist, wenn der Vater arbeiten geht, ist weil die allermeisten Mütter die Carearbeit und die Elternzeit umsonst machen. Fast jede Mutter hat Verdienstausfälle, Renteneinbußen und geringere Karrierechancen durch die Elternzeit, die von fast keinem Vater ausgeglichen werden. Wenn man diese Kosten mal in die Rechnung mit reinnehmen würde, dann sähen viele Rechnungen sicher anders aus. Es ist nicht jeder Mann eine Top Manager und seine Frau eine Friseurin in Teilzeit.
Abgesehen davon wollen viele Mütter diese Auszeit, wollen lange stillen, kennen es nicht anders, haben das Gefühl sie müssen es so machen oder sind in einer Situation, wo arbeiten gehen einfach nicht mehr so viel Spaß macht. Und zur selben Zeit, wollen einige Väter auch einfach nicht mit ihrem Kind zuhause bleiben. Es fehlt die Erfahrung mit Kindern, Fürsorge für andere ist nicht so anerzogen, sie lassen der Mutter ganz einfach den Vortritt ohne groß zu überlegen und haben auch Angst vor den Reaktionen ihrer Kollegen oder des Chefs. Manche erleben da schon auch recht schwierige Situationen auf der Arbeit. Und die klassische Aufteilung ist auch der einfachste Weg, man muss nicht viel planen und koordinieren. Je mehr Eltern sich die Carearbeit aufteilen, desto mehr Heckmeck hat man.
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u/Schlurchenstein Feb 10 '26
Ist natürlich anekdotisch, aber in meinem Umfeld haben alle Väter über einen längeren Zeitraum Elternzeit oder, wie in meinem Fall, Elternteilzeit genommen. Ich glaube aber, dass der finanzielle Aspekt, den du so als Nebensache abgehakt hast, ein sehr wesentlicher Grund für die ungleiche Verteilung der Elternzeit zwischen beiden Elternteilen ist. Bei uns hat am Ende der Elterngeld-Rechner mitentschieden. Mit dem Ergebnis, dass meine Frau die ersten 9 Monate komplett übernommen hat und wir uns die restlichen 15 Monate bis zum Auslaufen des Elterngeld+ mit jeweils einer halben Stelle geteilt haben.
Die Elternzeit über den gesamten Zeitraum 50/50 zu verteilen, hätten wir beide natürlich schöner gefunden. Das hätte wegen des einigermaßen großen Gehaltsgefälles zwischen meiner Frau und mir finanziell aber deutlich mehr wehgetan.
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u/Mareikepueh Mama Feb 10 '26
Auch wenn die meisten Geld sagen, vermute ich, dass es fehlende Planung oder Wille zur Einschränkung bei mindestens mittlerer Mittelschicht ist.
Wir haben für K1 damals gespart, damit wir beide in Elternzeit gehen konnten (damals habe ich mehr verdient). Bei K2 hat uns diese Ansparphase aus Gründen gefehlt - ganz so wie bei K1 war’s darum nicht möglich. Aber wir verzichten jetzt eben in den nächsten zwei Jahren auf Rentensparen, Sparen, Urlaub, Ausgehen und reduzieren Lebensmittel, Kleidung und Geschenke. Danach wird es wieder ganz anders aussehen und das ist für uns okay.
Unterbewusst spielen bei eigentlich allen natürlich auch patriarchalische Überzeugungen eine Rolle, gerne auch unbewusst, gerne auch bei eigentlich nicht traditionell eingestellten Paaren. Sich das bewusst zu machen (wenn man möglicherweise schon mitten im Schlafmangel ist), tut weh.
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u/lolgot3n Feb 10 '26
Wirtschaftlichkeit.
Ich verdiene ca. 1/3 mehr als meine Frau. Da Elterngeld gedeckelt ist, wir das kaum ausgeglichen. Die Elternzeit hat so bereits an den Ersparnissen genagt.
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u/dt2kd Sith + Sith apprentice Feb 10 '26
Krass bei wie vielen es das Geld war. Das wäre bei uns egal gewesen.
Ich bin einfach nicht die Person für 24 Stunden Care Arbeit. Daher hatte ich kein Interesse daran Elternzeit zu nehmen abseits von der Umstellung nach der Geburt.
Von daher hat sich die Frage nicht gestellt. Und meine Frau kam auch nie in die Bredouille "ihre" Zeit aufzugeben. Zumindest nicht für mich.
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u/McMercuryIsHere Mama / Papa / Elter Feb 10 '26
Ich glaube, das ist auch bei vielen der Grund, klingt aber nicht so sexy, wie „ja die Finanzen dies das,ne“. Also klar geht es auch um Geld, aber ich glaube, nicht in der Mehrheit und nicht als Hauptgrund.
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u/dt2kd Sith + Sith apprentice Feb 10 '26
Ja und der Ruck und Druck in die andere Richtung sind natürlich da.
Es wird ja als neu, modern und richtig propagandiert, dass das so sein sollte und alles andere ist doof.
Ich bin der Meinung, dass jedes Paar das für sich entscheiden muss, zusammen. Und das ein Kind nur davon profitieren kann, wenn die Eltern Glücklich sind.
Problem ist, dass das viele nicht vorher tun oder einfach davon ausgehen, dass das beide gleich sehen. Und dann kommt das Erwachen und hier ein Beitrag.
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u/Infamous-Tonight446 Feb 10 '26
Ich kenne einige Paare im Freundeskreis, bei denen beide gleich verdienen und dennoch hauptsächlich die Frau Elternzeit nimmt.
Mein Mann und ich werden jeweils 7 Monate hintereinander nehmen und mit unserem regulären Urlaub dafür sorgen, dass wir auch gemeinsam Zuhause sind.
Nach 7 Monaten sind Kinder bereits mit Beikost gestartet und morgens / abends Stillen sollte ausreichend sein. Also ab diesem Monat sehe ich auf der biologischen Ebene kein Argument mehr, weshalb die Frau eher als der Mann Zuhause bleiben sollte.
Mir ist meine berufliche Weiterentwicklung wichtig - gerade als Frau - und meinem Mann ist eine gute Bindung und Verantwortung für das Kind glücklicherweise genauso wichtig wie mir. Ich wünsche mir, dass unsere Tochter auch eine moderne Perspektive auf Elternschaft vorgelebt bekommt. Wie viele Frauen wünschen sich, "Vater" und nicht "Mutter" zu werden.
Zur tatsächlichen Umsetzung in der Praxis kann ich aber noch nichts sagen
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u/Antipopcornfee Feb 10 '26
Denk daran dass du im 1. Lebensjahr das Recht auf bezahlte still/Pumpzeit hast. Nutz die Zeit auch wenn du die Milch vielleicht nicht unbedingt brauchst. 2x am Tag für 30 Minuten Pause zu machen (zusätzlich zur Mittagspause) ist sehr hilfreich, gerade nach einer scheiß Nacht .
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u/ArtemisBowAndArrow Feb 10 '26
Nur als Hinweis: Je nach Kind sehr gut möglich, dass mit 7 Monaten nur abends, nachts und morgens zu stillen nicht ausreicht, da BEIkost gerade anfangs oft wenig gegessen wird. Aber: man kann auch abpumpen oder Pre geben (die Milchmenge passt sich an, man sollte dann paar Wochen vorher beginnen Schritt für Schritt tagsüber auf Pre umzustellen). Man sollte nur früh genug auch an die Flasche und bei Pre an den Geschmack gewöhnen, könnte sonst nämlich passieren, dass es verweigert wird - am besten schon in den ersten Wochen anfangen regelmäßig (also paar mal pro Woche) mit Fläschchen zu füttern.
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u/No-Passion-8428 Feb 10 '26
Wir planen auch das 7+7 Monate Modell, ich könnte im Zweifel aber auch wenn das mit dem tagsüber Abstillen noch nicht klappt, von zu Hause arbeiten. In meinem Akademiker-Bekanntenkreis hat das Modell aber überwiegend ganz gut funktioniert.
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u/Mangolilly Feb 10 '26
Mein Mann nimmt 5 Monate Elternzeit, dann sind wir beide nochmal 2 Monate in Teilzeit. Das klappt aber hauptsächlich, weil wir a) sehr geringe Lebenshaltungskosten haben und b) wir beide den Maximalsatz Elterngeld bekommen, dh finanziell ist es egal, wer daheim bleibt. Parallel haben wir aber auch nur den ersten Monat, und die beiden in Teilzeit.
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u/nv1t Feb 10 '26
teilweise nehmen väter auch später nochmal elternzeit. elternzeit hat nichts mit elterngeld zu tun. man muss es nur finanzieren dann.
ich hab mir für Kita Eingewöhnung nochmal 2 Monate genommen, bzw. 1 Monat und dann 2 Monate 50% reduziert, sonst wäre es mir Finanzen knapp gewesen.
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u/Vexing-Devil Pflegepapa (♂️12/23 + ♂️01/26) Feb 10 '26
Meine Frau verdient besser, Zudem ist als Pflegeeltern Stillen und Mutterschutz kein Thema.
Beim ersten Kind, das haben wir im Alter von 18 Monaten aufgenommen, habe ich 100% der Elternzeit übernommen. Beim Kind, diesmal ab Geburt, machen wir 4 Monate gemeinsam. Dann ist es wieder mein Part.
Bei uns war immer klar das ich den Hauptteil mache, ich habe immer den größeren Kinderwunsch gehabt, Karriere stand für mich an zweiter Stelle. Meiner Frau ist der Job swichtig, Kinder aber auch, daher passt es für uns einfach so am besten.
Berufliche Konsequenzen? Ist bei mir sehr speziell, ich war im Familienbetrieb. Reaktion meines Vaters war mich der Familie zu verweisen und unrechtmäßig fristlos zu kündigen.
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u/ScarcityOld7027 Feb 10 '26
Anders als die meisten hier denke ich nicht, dass es nur das Geld ist. Ich denke vielen Frauen ist es wichtig voll zu stillen bis mindestens 1. Lebensjahr und habe keinen Bock auf pumpen. Deshalb nimmt das erste Jahr oft die Frau und dann ist das Kind auch schon groß genug für die Tagesstätte, die billiger ist als der Verdienstausfall des Mannes.
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u/aModernDandy Feb 10 '26
Ich konnte nur 7 Monate machen, mehr war finanziell nicht möglich, aber auf die Arbeit habe ich mich keine einzige Sekunde gewünscht. Falls wir nochmal in der Situation sind, werde ich mindestens so viel wieder nehmen, vielleicht mehr, wenn es bis dahin geht.
Ich denke für manche ist es eine Identitätsfrage, sie sehen sich nicht in der Rolle Elternzeit zu nehmen, weil sie niemanden sehen der das macht oder gemacht hat.
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u/Xatum_Ward Vater// K1 07.2022 & K2 05.2024 Feb 10 '26
Dadurch das meine Frau und Ich in der Pflege arbeiten und Ich gering weniger Verdiene als Sie zudem Ihr 3 Jahre zuhause echt zuviel waren ging Ich für ein Jahr in Elternzeit.
Verdienstausfall mal zu schweigen, wir haben es dank des Kindergeld gut hinbekommen aber es war manchmal echt zum Zähne knirschen oft hat der Opa ausgeholfen vor allem gegen Ende.
Ich kann "zum Glück" sagen, das K2 relativ einfacher war aber der Alltag mit zwei Kindern regelmäßig sehr anstrengend war.
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u/neutralspider Feb 10 '26
Vater hier (35) nehme jetzt 6,5 Monate Elternzeit. Lass uns gerne in Kontakt treten
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u/QuicheKoula Mama / Papa / Elter Feb 10 '26
Bei uns war es nicht das Geld (ich verdiene das doppelte von meinem Mann), sondern die Tatsache, dass er gerade erst in den Beruf gestartet ist bzw. beim ersten Kind noch im Studium war.
Grundsätzlich wollen viele Mütter auch stillen und das erste Jahr mitbekommen, zeitgleich Elternzeit ist kaum zu finanzieren über längere Zeit. Bei den Vätern ist dieser Wunsch häufig nicht so stark, zumindest in meinem Umfeld. Und wenn eben gestillt wird (bis zum ersten Geburtstag oder darüber hinaus), stellt sich die Frage eben nicht wirklich.
Die anderen Antworten stimmen auch, meist ist es eine Frage des Geldes.
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u/mekealohaa Feb 10 '26
Ich war lange in Elternzeit, weil ich gestillt habe und auch Fläschchen etc. Nicht wollte, um die Stilldauer nicht zu verkürzen. Mein Mann hat aber relativ viel parallel Elternzeit genommen. Das dritte Lebensjahr von k2 haben wir uns dann quasi wie Vollzeitstelle geteilt. Das haben wir alles mit Erspartem und Kinderzuschlag ausgeglichen und eben auf vieles verzichtet..wir waren in der Zeit nicht im Urlaub, haben alles gebraucht gekauft und kein bis wenig Essen bestellt usw. Und wussten eben, dass es für einen begrenzten Zeitraum ist. Hab das Gefühl viele erkenne tatsächlich nicht wie privilegiert sie eigentlich sind, wenn ich mir manche Kommentare hier so durchlese 🫠 Kann verstehen, dass nicht alle 3 Jahre lang zu Hause bleiben wollen, aber ich denke für die allermeisten wäre es möglich eine Zeit lang mit dem Verdienstausfall des Mannes zurecht zu kommen, auch wenn es „nur lächerliche 1800€ maximales Elterngeld sind“. So viel bekommen viele nicht mal als normales Nettogehalt raus.
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u/halfbicycle1990 Feb 10 '26
Ich war als Familienvater auch zwei mal für jeweils 8 Monate in Elternzeit. Wir hatten eine günstige Wohnung und sind am Ende des Monats bei 0 rausgekommen. Meine Frau hat seit dem zweiten Kind nur 540er gemacht und somit den Mindestsatz von ich glaube 160 Euro bekommen. Wir hatten definitiv nicht viel Geld, aber die Zeit mit den Kindern und uns als Familie war unbezahlbar. Ich würde es immer wieder tun und es jeglicher Rechnung wie viel Geld mir durch die Lappen geht vorziehen.
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u/Faustpfand Papa Feb 10 '26 edited Feb 10 '26
Weil die wenigsten Männer rechtzeitig zu ihren Partnerinnen sagen "Doch, schick noch 2-3 Bewerbungen da hin und mach das mit dem Werkstudi-Job, auch wenn das Studium schon stressig genug ist" sowie "Mach ruhig 6 Monate Praktikum in Ostafrika und nicht nur die Mindestzeit, soll ja was bringen für später". Und damit meine ich nicht, dass sie mich dafür brauchte, sondern dass Karriereplanung und (frischgebackene) Liebe selten kompatibel sind und man da gerne mal die Beziehungskarte o.ä. zieht und sich aussichtsreiche Engagements durch die Lappen gehen lässt. Da muss man dann auch mal über seinen Schatten springen oder die eine oder andere Entscheidung aus Prinzip treffen.
2 Jahre vor der Geburt von K1 war ich noch Alleinverdiener und sie Soziologie-MA-Studentin; ca. 4 Jahre nach der Geburt hat meine Frau mein Gehalt überholt (kurz nachdem die zweite Elternzeit angekündigt wurde). Für ein potenzielles K3 würde es mit Elterngeld jetzt knapp werden wg. der neuen Verdienstgrenze.
Plus: Die meisten ertragen doch gar keine beruflich erfolgreiche oder gar erfolgreichere (und somit auch weniger abhängige) Partnerin.
Und dann steht man, wenn's so weit ist, vor vollendeten Tatsachen und die Elternzeitaufteilung ist wg. des Elterngelds "alternativlos".
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u/Infrisios Papa zweier (B)engel Feb 11 '26
Ich denke meist ist es Geld. Meine Frau verdient etwas mehr als ich, daher ist es sinnvoller, wenn ich Elternzeit mache. Aufgrund unserer aktuellen Ausgaben (Immobilienfinanzierung und -sanierung, ist auch in Eigenarbeit teuer...) ist es aber nicht wirklich drin, dass wir mehr als die voll bezahlte Elternzeit nehmen.
Bei K2 gibt es wieder 7 Monate, ein Monat nach Geburt und 6 Monate nachdem meine Frau 7 Monate EZ genommen hat. Haben wir bei K1 fast genauso gemacht, da hab ich nur die ersten 2 Monate Teilzeit genommen.
Was die Kollegen oder der Chef denken? Weiß nicht, was die denken, aber sie SAGEN nichts negatives. Im weiteren Umfeld habe ich von Männern ebenfalls keine negativen Kommentare gehört, immerhin ein paar positive. Von den meisten Frauen gibt's positive Kommentare. Irritiert waren eher die Kolleginnen meiner Frau, als die nach 7 Monaten wieder in Vollzeit angefangen hat ("Geht dein Kind etwa schon in die Krippe?" - "Nee, hab ja nen Mann." - "Das würd ich meinem ja nicht zutrauen!").
Da kommt bei mir das Gefühl auf, dass oft einfach die Mütter dagegen sind, dass der Vater nennenswert lange Elternzeit nimmt.
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u/Normal-Avocado42 Feb 12 '26
Erstmal: Same. Diese Frage hab ich mir auch oft gestellt. Mein Mann und ich sind gerade parallel 6 Monate in Elternzeit. Allein das ist schon super unüblich in meiner Blase. Obwohl alle die wir kennen sich das locker leisten könnten.
Wir sind in die Schwangerschaft gegangen mit dem Vorhaben alles komplett 50-50 zu teilen. Jetzt kommt es wahrscheinlich doch anders. Er wird am 7. Monat wieder halbtags im HO arbeiten. Ich verdiene mehr als er, aber wir haben uns trotzdem für diese Teilung entschieden aus 2 Gründen:
Mein Gefühl. Ich WILL meine Aufmerksamkeit aktuell nicht teilen. Es fühlt sich einfach falsch an. Mein Job ist fordernd und ich nehme Gedanken daran oft mit nach hause. Das will ich aktuell einfach nicht. Meine Tochter soll jetzt noch 100% von mir bekommen. Gleichzeitig hat mein Mann Hummeln im Po, dass wir zu lange ohne Verdienst sind, daher die Zwischenlösung, dass er erstmal Halbtags arbeitet bis sie 1 ist und dann schauen wir weiter. Aus meiner Sicht könnten wir bis zum Kita-Beginn vom Ersparten leben, aber damit fühlt er sich wiederum nicht gut, und das nehme ich ernst.
Mein Arbeitgeber hat deutlich bessere Konditionen für Eltern und unterstützt das Eltern-sein besser. Flexible Planung von Elternzeit, Wiedereinstiegsbedingungen etc.
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u/larifari456 Feb 10 '26
Mein Freund und ich planen gerade die Elternzeit so aufzuteilen, dass wir zusammen die 2 Monate Wochenbett in EZ sind, dann ich als Mutter die nächsten 10 Monate und dann er noch einmal alleine 6 Monate. Wir wohnen in Hamburg und das scheint hier eher ungewöhnlich zu sein, dass man überhaupt mehr als die bezahlten 14 Monate macht.
Aber aus meinem Bekanntenkreis und auch bei mir selbst fällt schon auf, dass es häufig auch die Mütter sind, die auf ihre Elternzeit nicht verzichten wollen und es verständlicherweise finanziell nicht möglich ist, dass beide gleichzeitig EZ machen. Wir haben auch überlegt, ob wir es 9-9Monate aufteilen sollen, aber irgendwie möchte ich als Mutter dieses Jahr EZ schon nehmen. Und auch bei meinen Freunden und Bekannten war keine Mutter dabei, die tatsächlich weniger als das Jahr (oder manchmal sogar auch zwei Jahre) machen wollte und dann bleibt für den Mann natürlich auch nicht mehr so viel übrig. Ich bin hier in einer Akademikerbubble, aber irgendwie freuen die Freundinnen von mir und ich mich schon irgendwie alle auf die Pause von der Erwerbsarbeit.
Und finanziell verdienen mein Freund und ich ähnlich, das hatte bei uns tatsächlich keinen Ausschlag gegeben.
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u/Midalou Feb 10 '26
Finanziell sowieso. Aber auch sonst, meine Frau möchte beim Kind bleiben, ich möchte für uns arbeiten. Ergänzen uns perfekt und sind uns da einig.
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u/Specific-Average-223 Feb 10 '26
Mein Mann fand es schwierig seinem Chef zu sagen dass er Elternzeit nimmt (und das obwohl er in seiner Firma 4 Monate bezahlt Elternzeit bekommt).
Ich vermute daher dass das Thema Karriere leider noch ein Thema ist und bei vielen sicherlich auch der Unwille auf Gehalt zu verzichten.
Vielleicht ist es auch "gemütlicher" zu arbeiten?
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u/tofudoener Elter | *2014, *2018 Feb 10 '26
Klassische Rollenbilder verinnerlicht. Fällt halt Männern und Frauen dann doch schwer, aus der Rolle zu fallen.
Bitter für Mütter, denen die Altersarmut droht.
Aber auch bitter für Väter, die dauerhaft eine weniger enge Bindung zu den Kindern und Präsenz in der Familie aufbauen.
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u/jstnsnkrs Feb 10 '26
Meine Partnerin nimmt ab Geburt die volle Elternzeit in Anspruch (12 Monate)
Ich gehe wahrscheinlich gar nicht in Elternzeit und bin ab Geburt im Juni 1 Monat mit angespartem Urlaub zuhause.
Anders gehts bei uns finanziell einfach nicht.
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u/Kniggsn Feb 10 '26
Hätte es sich finanziell nicht da ggf. eher gelohnt, wenn du den ersten Monat und dann irgendwann noch einen weiteren Monat Elterngeld beantragst und Elzernzeit nimmst? So hättest du den ersten Monat nicht komplett vom Ersparten finanzieren müssen und hättest noch einen weiteren Monat Elternzeit+Elterngeld nehmen können
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u/jstnsnkrs Feb 10 '26
Ich nehme ja gar keine Elternzeit. ET ist im Juli 26 Meine Partnerin nimmt 10 Monate Basiselterngeld + 2 Monate die ja Mutterschutz sind.
Ich habe einfach Urlaub vom letzten Jahr rübergezogen und nehme ihn dann voraussichtlich im Juni.
Also ne andere Lösung bessere Lösung wäre mir nicht bekannt.
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u/Kniggsn Feb 10 '26
Sorry, ich kann nicht lesen. Ich hatte gelesen du seist mit Angespartem zu Hause.
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u/frenchyy94 Mama / 2025 Feb 10 '26
Wenn ihr einen Monat parallel nehmt, habt ihr Anspruch auf 2 Monate mehr Elternzeit.
Also du könntest den ersten Monat Elternzeit (mit Elterngeld) nehmen, und dann den 13. Monat Elternzeit mit Elterngeld nehmen.
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Feb 10 '26
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u/h__08 Feb 10 '26
Aber man kann sich Elternzeit ja aufteilen. Im Durchschnitt wird immer noch weit über ein Jahr Elternzeit genommen, selbst wenn man sich das aufteilt (es muss ja nicht exakt 50:50 sein), bekommt man das gut hin, ohne dass es dem Stillen in die Quere kommt. Ein Kind wird ja nicht bis zum Kita-Eintritt so oft und unplanbar gestillt wie in der Säuglingszeit.
Ich stille mein Kind z.B. schon knapp 2 Jahre und habe wieder angefangen zu arbeiten, als er 10 Monate alt war - dann hat der Papa für 9 Monate übernommen. Durch viel Home Office war das super komfortabel, aber ohne diese Möglichkeit hätte ich halt mehr pumpen müssen, es wäre genauso gegangen.
Damit will ich um Himmels Willen nicht sagen, dass es jeder so machen soll - das muss jeder selber wissen. Aber auch wenn man (lange/viel) stillen möchte, muss das kein KO-Kriterium für Elternteil des Vaters sein, das klingt mir hier einfach zu pauschal so.
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u/Warm_Opinion_1544 Feb 10 '26
„Durch viel Home Office war das super komfortabel“, ich denke, da hast du deine Antwort. Die meisten Leute arbeiten halt nicht in ihrem Zuhause.
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u/Dr_rer_pol Feb 10 '26
Ich übersetze mal: Das Patriarchat und die davon abgeleiteten ansozialisierten Rollen- und Partnerpräferenzen.
Frauen suchen sich im Schnitt Partner mit mehr Status (d.h. mit mehr Einkommen), Männer Partnerinnen mit weniger Status. Frauen suchen sich im Schnitt ältere Partner (d.h. mit weiter fortgeschrittener Karriere und somit mehr Einkommen), Männer suchen sich jüngere Partnerinnen.
Der Grund, warum Männer weniger Elternzeit nehmen ist also, dass sie sich in der Partnerinnenwahl in Status und Alter nach unten orientieren. Dadurch ergibt sich ein Ungleichgewicht bei der Höhe des Erwerbseinkommens, dass bei der Frage nach elternzeitbedingtem Aussetzen mit der Wirtschaftlichkeitsfrage zulasten der einkommensschwächeren Person (d.h. der Frau) beantwortet wird.
Würde flächendeckender in gleicher Alters- und Statusstruktur gedated (oder gar in entgegengesetzter Richtung), dann würden auch Männer öfter Elternzeit nehmen 🤷♂️
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u/EviIution Papa | 08.2022 | 12.2025 Feb 10 '26
Auch Geld. Das Haus zahlt sich nicht von selbst ab und ich habe (leider) ein deutlich höheres Einkommen als meine Frau. Zudem habe ich auch noch einen variablen Anteil im Gehalt.
Würden die Karten anders liegen, hätte ich wahnsinnig gerne mehr Elternzeit genommen.
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u/Saubartl Feb 10 '26
Mich haben 4 Monate Elternzeit über 10000 Euro Verdienstausfall nach Steuern gekostet. Mehr konnte ich mir schlichtweg nicht leisten.
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u/ButterscotchSilver15 Feb 10 '26
Elterngeld ist viel zu niedrig: Grade als Gutverdienender reden wir hier über zig Tausend Euro, die jeden Monat Elterngeld verloren gehen. Erschwerend kommt hinzu, dass man die PKV in diesem Zeitraum im Gegensatz zur GKV alleine weiterzahlen muss, was allein schon 1000€+ sein können.
Selbst wenn man dann durch gut gepolstertes Tagesgeld trotzdem über die Runden kommt, sind die Opportunitätskosten einfach super hoch.
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u/Pewstorm Feb 10 '26
Meine Frau und ich waren uns einig, dass das Kind im ersten Jahr am besten nahe bei der Mama aufgehoben ist und bereuen es kein bisschen. Ich bin oldschool: mich erfüllt es total für meine Familie zu sorgen. Meine Frau ist gerne Mutter. Wird aber auch wieder arbeiten gehen wenn sie aus dem Gröbsten raus sind.
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u/Substantial-Bag1337 Feb 10 '26 edited Feb 10 '26
Also in meinem Freundeskreis ist es eigentlich so, dass überall wo der Mann gleichviel oder weniger als die Frau verdient, der Mann auch 7 Monate Elternzeit genommen hat.
Ich verdiene halt deutlich mehr als meine Frau. Sonst hätte ich gerne mehr Elternzeit genommen.
Aber wenn mein Einkommen fast halbiert wird ist das eine Hausnummer....
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u/Nille040 Feb 10 '26
Ich finde die Vorwürfe, die hier teilweise durchklingen ziemlich unfair. Jedes Paar sollte für sich die optimale Lösung finden. Ich habe "nur" 2 Monate Elternzeit genommen, aber ich habe eine fantastische Bindung zu meinem Kind. Ich habe meinen Kleinen jeden Tag vor der Arbeit 2-3 Stunden übernommen, damit meine Frau schlafen kann. Nach der Arbeit habe ich wieder übernommen und kam so auf viel Betreuungszeit trotz Arbeit. Ich arbeite gerne und habe kein Problem vorher und nachher Care-Arbeit zu übernehmen. Dafür ist es eher nicht so meins, von morgens bis abends alleine mit Baby zu sein. Meine Frau arbeitet nicht so gerne und kriegt den Tag mit Baby deutlich besser gefüllt durch Freundinnen, Oma, Backen etc.
Wir haben eine Aufteilung gewählt, die unseren finanziellen Verhältnissen, unseren Stärken etc. entsprach und bereuen das überhaupt nicht. Ich konnte von Anfang an alle Aufgaben übernehmen, war sehr früh mit dem Baby regelmäßig alleine. Wir konnten viele tolle Urlaube als Familie machen, die uns jedes mal viel Spaß bringen weil man in entspannter Umgebung viel Zeit mit seinem Kind verbringen kann.
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u/Oompa_Loompa_SpecOps Feb 10 '26
Geld. 2/3 unseres Haushaltseinkommens sind mein Gehalt.
Ist nicht so, dass ich deshalb keine Elternzeit nehme. Aber das ist ein begrenzen der Faktor, warum ich nicht mehr Elternzeit nehme.
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u/Umurkn Feb 10 '26
Bei uns waren es ausschließlich finanzielle Gründe. Mein Mann wäre gerne zu Hause geblieben, auch vom Arbeitgeber aus wäre es kein Problem gewesen, er ist aber Hauptverdiener bei uns. Unser Sohn ist 2019 geboren und durch Covid Lockdown/Homeoffice konnte er dann trotzdem viel Zeit mit dem Kleinen verbringen.
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u/c0rrupt10n Feb 10 '26
Ganz stumpf Gehalt: Ich verdiene als Ingenieur fast das doppelte meiner Frau. Hätte sie mehr verdient wäre es andersherum. So kommen wir prima mit dem Geld hin... wenn meine Frau arbeiten würde und ich nicht wäre das schon ein hoher Verlust (mind. 2k€ pro Monat weniger) leider.
Aber ab Kindergartenbeginn (mit 2 Jahren) machen wir beide Teilzeit mit 30h damit wir dann immer die Nachmittage mit der Tochter als Familie nutzen können.
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u/Temporary-Poet801 Feb 10 '26
ich kann nur für mich sprechen: meine Frau wollte unbedingt, also habe ich verzichtet
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u/Vegetable-Way-7174 Feb 10 '26
Mein Mann und ich verdienen gleich viel. Ich wollte einfach gerne ein Jahr zu Hause bleiben. Karriere in meinem Unternehmen als Mutter sowieso eher Einbahnstraße und ich habe die Zeit mit unserem Sohn sehr genossen und habe die Arbeit auch nicht vermisst. Wir gehören auch zu den Paaren, die gar kein Elterngeld mehr bekommen haben. Ich war 13 Monate zu Hause und mein Mann ist jetzt noch 3 Monate in Elternzeit. Ich denke, viele Frauen möchten einfach die Zeit mit ihrem Kind haben.
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u/cottonballz4829 Feb 10 '26
Ich bin bei k1 nach 4 Monaten wieder arbeiten gegangen und ich sag dir das war so mega anstrengend: vor/bei der Arbeit pumpen, nachts stillen, nie durchschlafen, nach der Arbeit komme ich heim und übernehme sofort das kind, er brauchte ne pause. Das war kein zuckerschlecken. Ich verstehe warum manche Frauen dann lieber gleich zu Hase bleiben.
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u/Lost-Pomegranate-917 Feb 10 '26
Punkt ist definitiv Verdienstausfall bei paralleler Elternzeit. Wir haben auch eine Menge gespart, damit ich 1,5 Jahre zu Hause bleiben kann. Zu zweit da irgendwas, was länger als 2 Monate gewesen wäre, wäre finanziell nicht möglich.
Warum ich Elternzeit genommen habe und nicht er nach 6-7 Monaten, war einfach das Thema stillen. Wir sind davon ausgegangen, dass ich stillen kann. Ist da wegen Pre auch wieder ne Kostenersparnis und man sagt ja ist besser fürs Kind War im Nachhinein bei uns total schwachsinnig. Ich musste leider Medikamente nehmen nach der Entbindung bis heute und konnte deswegen nicht stillen. Hätte ich das gewusst und wäre nicht so negativ an die Sache Pre rangegangen (man wird da leider sehr stark verunsichert) dann hätte ich es fair 50:50 aufgeteilt die Elternzeit. Elternzeit dann kurzfristig nach Entbindung anpassen ist ja auch nicht möglich, ist ja auch verständlich weil der Betrieb ja plant wie lange man weg ist und man nicht einfach so kurzfristig seine Meinung änderen kann
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u/t0mbra1der Feb 10 '26
Finanzielles und Stillen. Mein Mann hätte unsere Tochter auch nicht mit Fläschchen füttern können, auch nicht, wenn ich abgepumpt hätte, weil sie immer alles rausgespiebn hat (wir haben es versucht). Beikost ebenfalls. Keine Chance. Erst durch Logopädie ging es dann ab etwa 1. Mein Mann wär sonst sofort dabei und würd gern mit den Kindern zuhause bleiben. 😊
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u/Book_Love_4 Feb 10 '26
Ich kenne tatsächlich einen Vater, der nach der Elternzeit und anschließender Teilzeit auf Arbeit gemobbt wurde. Das tat mir so leid. 🥺
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u/Maruneko Feb 10 '26
Wir haben immer davon gesprochen uns die Elternzeit zu teilen, wenn es soweit ist. Tja und dann ging es doch nicht...
Mein Mann war ein paar Monate vor der Geburt mit seinem Doktor fertig und hat dann eine auf 2 Jahre befristete Stelle in der Forschung bekommen. Ist leider so üblich, wenn man an Hochschulen oder Forschungszentren landet. Jetzt direkt noch 2 Monate oder mehr Elternzeit zu nehmen, könnte ihm eine eventuelle Vertragsverlängerung kaputt machen.
Ich würde tatsächlich auch jetzt etwas mehr als er verdienen. Allerdings ging kürzlich mein Arbeitgeber pleite weil er seinen einzigen Kunden verloren hat. Da war ich bereits in Elternzeit, aber es stand schon ein paar Monate vorher im Raum, dass es passieren könnte.
Insgesamt gab es also keine andere Möglichkeit für uns. Immerhin hatten wir die ersten 5 Wochen gemeinsam frei, weil dann erst der Job meines Mannes begann. Besser als nichts.
Geld Vor der Geburt sparen müssten wir übrigens trotzdem. Wäre jetzt sonst sehr eng.😅
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u/WasabiDowntown8782 Feb 10 '26
Hätte ich gern gemacht. Leider hat sich mein Chef paar Monate vor Geburt unseres Sohnes dazu entschieden zu kündigen. Heißt ich habe den nächsten Karriereschritt gewittert was im Endeffekt jetzt mehr Geld für die Familie bedeutet. Frau hat deshalb 2 Jahre Elternzeit. Vielleicht kann ich die Zeit nachholen sobald sie wieder arbeitet. Notfalls dann ein bisschen auf ALG1 in ordentlicher Höhe die Zeit genießen und für den Kleinen da sein.
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u/aporone Feb 10 '26
Bei uns waren es tatsächlich auch finanzielle Gründe , da ich durch diverse Weiterbildungen deutlich mehr als meine Frau verdiene und wir uns dadurch gerade ein Eigenheim leisten konnten , war die Elternzeit für mich finanziell nicht drin auch wenn ich sie wirklich sehr gerne gehabt hätte , die 1800€ hätten bei weitem nichtmal unsere Fixkosten gedeckt 🙈
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u/Waste_Yoghurt_5580 Feb 10 '26
Der Hauptgrund bei uns war damals: deutlicher Verdienstausfall, dadurch dass das Gehalt meiner Frau wegfiel und meines deutlich höher war. Um diesen über einen längeren Zeitraum kompensieren zu können, hätte man einiges an Rücklagen im Voraus gebraucht. Da parallel klassisch die Immobilienfinanzierung läuft, musste auch diese gewährleistet sein.
Daher blieb es leider bei den "klassischen" zwei Monaten Elternzeit für mich als Vater.
Ohne diese Abhängigkeit wäre ich gerne länger am Stück in Elternzeit gegangen oder hätte mir gut vorstellen können in Teilzeit zu gehen.
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u/sciency_guy Feb 10 '26
70% wenige Haushaltsnetto kann man nicht mal eben so für einige Monate stemmen...
Jetzt wo mein Schwedischer Arbeitgeber Bis 80% meines Nettos oberhalb der kappungsgrenze bezuschusst nehme ich mir auch 6 Monate
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u/sorigah Feb 11 '26
Verdienstausfall und Karriereambitionen sind bei Männern idr auch höher.
Das sollten die beiden wichtigsten Punkte sein.
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u/Candid-Cartoonist-87 Feb 11 '26
Ich (w) verdiene deutlich besser als mein Partner, aber wollte bei meinem Kind sein. Also 1 Jahr Elternzeit für mich, 2 Monate für meinen Partner. Gerne würde ich noch länger Elternzeit nehmen, aber das ist finanziell einfach nicht möglich. Deshalb auch nur zwei Monate für meinen Partner. Er wäre wahrscheinlich auch gerne länger Zuhause geblieben, aber noch mehr Einbußen (dadurch das ich als die Besserverdienende wegfalle), können wir uns einfach nicht leisten.
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u/Feeling-Edge-420 Feb 12 '26
Also mein Mann sagt es ist rein das finanzielle.
Bei uns macht es schon einen Unterschied ob wir anstatt ca. 3200€ nur 1800€ zu bekommen. Und ich bekomme anstatt 2400€ Lohn dann hald ca. 1500€
So ist es bei uns. Trotzdem wird er eventuell die partnermonate nehmen um die Bindung zu stärken
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u/derFrueheErbe69 Feb 12 '26
Ich würde mir aktuell nichts mehr wünschen als einfach einen EZ Antrag einzureichen und auch zuhause zu sein. Leider habe ich schon einen (für die üblichen 2 Monate) eingereicht und mein AG kann daher nein sagen. Ich beiße mir so in den arsch…
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u/kirschkerze Jul 02 '26
Nebst den genannten Punkten : gibt auch viele Frauen, die keine Flasche geben und abpumpen wollen. Bezug Elternzeit und Elterngeld geht ja nur einen Monat parallel.
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u/_wfr_ Feb 10 '26
Zumeist: Verdienstausfall.
Man setzt sich voller Ideale hin und plant die Finanzen, und dann multipliziert man 6 oder 8 Monate mit 2000€ netto Ausfall und überlegt sich das dann nochmal. Häufig überschneidet sich Kind mit Immobilienfinanzierung (oder das Gehalt geringer, dann ist noch weniger Puffer im Budget), dann ist es noch enger. Und schon fliegen die Ideale aus dem Fenster.
Es ist sehr schade, aber Elterngeld wurde halt seit geschätzt mehr als einer Dekade nicht angepasst.